2020 – jetzt wird abgerechnet!

Hallo meine lieben Leser! Ich melde mich zurück mit einem letzten Blogpost in diesem Jahr. Danke an alle, die mich schon länger verfolgen und auch ein Danke an jene, die dieses Jahr neu auf mich gestoßen sind! Meine Leserzahlen haben das letzte Jahr weit überschritten und das ist natürlich etwas, was mich sehr glücklich macht. Schön, dass ihr hier seid! ♥
Ich mache es kurz: Dieser Post wird ein Jahresendresumee. Eine kleine Hommage an das Jahr 2020, denn auch wenn Corona mir vielleicht den einen oder anderen Strich durch die Rechnung gemacht hat, so war dieses Jahr wirklich ein kleines kinky-Träumchen für mich.
Und damit starten wir auch. Viel Spaß beim Lesen!

Ich lebe den Traum?

Ich bekam dieses Jahr oft die Rückmeldung, dass man mich irgendwie für mein Leben beneidet. Ich werde dafür beneidet, wie ich meine Sexualität ausleben kann, wie oft ich sie ausleben kann und was mir allgemein mit meiner Partnerin alles möglich ist.
Das ist etwas, das ich sehr zu schätzen weiß, denn meine Frau und ich haben viel für diese Beziehung gearbeitet und es ist ein tolles Privileg, dass wir diese so ausleben können, wie wir beide es wünschen. Sicherlich, durch Corona blieb uns dafür sogar etwas mehr Zeit, weil alle anderen Kontakte so etwas eingeschränkt waren, aber ich kann von mir behaupten, dass ich in Sachen Kink und Sex und auch zur Beziehung mit meiner Partnerin das Leben führe, was mich erfüllt und glücklich macht. Ich hatte ein wunderschönes, ruhiges Jahr 2020 und hoffe, das auch 2021 in diesem Maß so weiterlaufen wird. Vielleicht auch ein bisschen wilder, wenn Corona es eben zulässt.

Ich twitterte vor einigen Monaten bereits, dass ich sehr froh bin, mein BDSM-Leben hauptsächlich zu Hause auszuleben und nicht von Partys abhängig zu sein. Ich habe dieses Jahr oft lesen müssen, dass die Fetischkleidung einstaubt oder Spielzeuge in den Keller verfrachtet werden, weil aktuell eben keine Events stattfinden.
Jetzt ist es nicht so, dass ich glaube, diese Menschen machen etwas falsch. Sie leben ihr Kink-Leben einfach anders, als ich und ich schätze es einfach als ein großes Privileg, dass ich eben nicht an Daten oder Partys geknüpft bin.

Begleitet mich nun also auf meinen kleinen Highlights durch das Jahr 2020!

In diesem Jahr habe ich viele neue Erfahrungen sammeln dürfen und meine persönlichen Lieblingsvorlieben immer wieder und erneut ausleben dürfen. Ich habe als Sub ein stabiles Regelwerk, welches ich über alles liebe und das ich im Jahr 2021 auch in einem Buch physisch verschriftlichen möchte. Ich freue mich auf jeden Montag, an dem ich auf Twitter seit einem Jahr wöchentlich eine Fantasie von mir teilen darf, sehne jeden Dienstag herbei, der sich als #tiemeuptuesday etabliert hat und genieße auch das wöchentliche in-mir-ruhen-und-knien – eine Regel die noch sehr neu ist und an der ich mich freue, noch etwas zu feilen, den auch Regeln benötigen Feinschliff. So wie ich weiß, dass ich bei meiner Regel, stets um Badbenutzung zu fragen, einfach gehen kann, sollte meine Dom beispielsweise schlafen, so braucht auch diese kleine Regel noch ein paar Feinschliffe in Sachen „Wie handhaben wir das bei Besuch?“ und ich liebe es, all diese Kleinigkeiten zu erkunden und eine Variation zu finden, die meine Dom dann am besten anspricht und die mich somit am meisten erfüllt.
Ja, 2020 hat mir eine tolle Regelbasis als Sub geschaffen, sodass ich jeden Tag ein konstantes Gefühl von D/s habe und mir selbst an stressigen Tagen eine kleine Auszeit für das nehmen kann, was mich eben besonders erdet.

2020 schenkt mir auch eine Reihe neuer Erlebnisse. Durch den Job, den ich noch Anfang des Jahres hatte, bekam ich große Rabatte auf diverse Toys und habe quasi jeden Monat diverse Neuanschaffungen mit nach Hause gebracht. Und auch durch kleine tolle Online-Sessions mit meinem Geldsklaven, konnte ich mir eine tolle Spielzeuge zulegen, die ich mir sonst finanziell vielleicht nicht gekauft hätte. Mein Liebling ist und bleibt dieses Jahr der Bouncer von Fun Factory, ein StrapOn-Dildo, der im Toy selbst drei schwingende Kugeln hat, die bei jedem Stoß ein tolles Gefühl geben und den meine Frau wirklich äußerst vorzüglich weiß zu bedienen. Der kam dieses Jahr sehr oft zum Einsatz -um genau zu sein erst gestern- und ich hoffe, er begleitet mich noch weit über das Jahr hinaus. Unter anderem haben aber auch diverse Schlagwerkzeuge den Weg zu uns gefunden, die teils schon benutzt wurden, teils noch auf eine tolle Spankingsession warten, eine Maske für den Sinnesentzug, die mir rauschartige Sessions beschaffte, ein Elektrovibroei, welches mir mehr Schmerzen schenkte, als erwartet (was gut ist, denn das mag ich!) und ein paar Spike-Handschuhe, die nicht nur meine Partnerin gern nutzt, sondern die es auch der Igeldame, wie sie vielleicht einige von Twitter kennen könnten, sehr angetan haben.
Eine große Überraschung kam auch von einem Shop für handgemachte Alien-Dildos, die mir dank eines Systemfehlers ein Toy im Wert von 80 Euro geschenkt haben. Ich bin hin und weg.

Ich durfte neuen Erfahrungen im Bereich Sinnesentzug sammeln und ich hassliebe sie. Fehlende Sinne schenken mir mehr Fokus auf Schmerz, aber auch mehr Fokus aus Stimulation. Es intensiviert für mich einfach jegliche Erfahrungen. Das ist gut und das ist schlecht 😉
Ich hatte meinen ernsten Kontakt mit Dilatoren, der sich gänzlich anders anfühlte, als ich ihn mir vorgestellt habe. Ein kleines Dank also auch an die Person, die mir bzw uns diese Erfahrung ermöglichen konnte. Ich durfte ebenso unseren Analhook testen, hatte das erste Mal eine Clover-Clamp an meiner Klitoris (aua!) und -was mich immer noch nachhaltig beeindruckt- ich habe dieses Jahr das erste Mal gequirtet. Nein, nicht nur das erste Mal, sondern mehrmals und das ist etwas, von dem ich mir nicht sicher war, ob ich dazu überhaupt fähig bin.

Einen kleinen Unfall gab es bei einem Wachsplay mit einer Kerze, die ihre Fassung verlor und mir eine fiese Verbrennung schenkte. Anders als die Kerze behielt ich aber meine Fassung, habe meine liebe zum Wachs nicht verloren und konnte durch intensive Pflege der Brandwunde dafür sorgen, dass jetzt -etwa ein halbes Jahr später- kaum noch etwas von der Verbrennung sichtbar ist.

Eine der schönsten Momente des Jahres war meine Halsbandzeremonie. Ich trage inzwischen 3 Monate mein Eternity-Collar und zu Weihnachten gesellte sich noch ein rosegoldfarbener Ring der O
an meinem Ringfinger dazu. Ein kleiner Traum. Die Zeremonie, über die ich auch gebloggt habe, das Halsband und der Ring.
Die Kombi in rosegold behalte ich übrigens auch bei meinen Piercings bei. Apropos, dieses Jahr gesellte sich ein Klitorisvorhautpiercing vertikal dazu, welches mir wirklich angenehme Stimulation verschafft. Und das Stechen war ein kleines Highlight für sich.

Zu meinem Geburtstag und zu Halloween durfte ich TPE-Erfahrungen sammeln und auch, wenn dank Corona die Gäste und deren Interaktion damit auf ein Minimum begrenzt waren, sind das Momente, die mein Herz als Vollzeit-Sub aufgehen lassen. Nur an D/s denken, allen eine schöne Zeit schenken und der beste Gastgeber sein, die man eben sein kann.

Ich nahm dieses Jahr wieder vollständig am Kinktober teil und habe mich ab Oktober dem Experiment gestellt, für ein Quartal mein Sexleben zu tracken. Das Experiment endet heute und ich kann sagen, dass es mir nur positive Erfahrungen geschenkt hat. Die Tage waren gut gefüllt und der Oktober war sogar so voll, dass der eigentlich volle Dezember dagegen schon wieder leer wirkt. 😀

Corona hat mir die Möglichkeit gegeben, kleine Spielereien in meinen Alltag mit einzubauen. Mal spiele ich Beat Saber mit einem Analplug, mal schaue ich einen Film, während mein Intimbereich noch vom Tunnelspiel brennt. Kink ist irgendwie jeden Woche ein Teil von mir und ich liebe es.

Ich freue mich auf alles, was 2021 noch kommen mag. Ein lieber Twitterer spendiert uns Silvester eine Flasche Sekt und ich hoffe, ihn irgendwann in unserem Käfig begrüßen zu dürfen (ICH HABE MIR EINEN KÄFIG GEKAUFT! Wie cool ist das bitte?!)
Zudem möchte ich im nächsten Jahr ein Vakuumbett austesten. Aber sonst halte ich mich bedeckt mit Wünschen in Sachen Kink, denn 2020 war schon ein Highlight ohne Wünsche an das Jahr zu stellen.


Und was noch abschließend zu 2020 zu sagen ist und eine Twitterin schon amüsiert kommentierte:
Ich habe so viel Lust und Verlangen, wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Ich bin aktuell ein Mensch, dessen Laune man mit Sex heben kann und die sich nach jeder Berührung verzehrt. Ich weiß nicht, ob das bleibt, aber ich genieße es, solange es eben da ist. Vielleicht macht meine graysexuelle Seite gerade ein bisschen Winterschlaf, aber dann darf sie gern noch ein bisschen länger ruhen, denn es ist für mich ein tolles Gefühl, so zu begehren. Also Danke 2020 und danke an meine Dom – für diese Seite an mir. Das ist für mich so besonders und ich werde alles davon in den Händen behalten.

Danke.

Y. IV – turning the lights out, tighten the handcuffs…


Hallo meine lieben Leser! Heute melde ich mich zurück mit einem Erlebnis aus jüngst vergangenen Tagen. Ein kleines Content-Warning für sanftes Fearplay und Bloodplay.
Viel Freude beim Lesen!



Sie legte mir die Augenbinde an und ich begann sofort unruhig zu werden.
Noch passierte nichts. Gar nichts. Ich lag auf dem Bett, wusste genau, dass die Vorbereitung noch einiges an Zeit kosten würde, bevor überhaupt etwas passierte. Und doch war ich so unendlich nervös.

Als sie mich kurz vorher fragte, ob ich die neuen Ösen, die am Bett als Befestigungsmöglichkeit für Seile dienen, gleich austesten wollte, nickte ich nur. Ich war eigentlich nicht wirklich in der Stimmung. Ich war nachdenklich, mit den Gedanken ganz woanders. Aber ich wusste auch, dass die Erlebnisse, in denen ich kaum Energie aufbringen und mich irgendwie überwinden musste, auch die wirklich guten Erlebnisse wurden. Zumindest dachte ich an mein Waterboarding und die Stimmung, die ich damals hatte. Und gab dem Ganzen eine Chance.

Mit Seilen befestigte sie erst meine Handgelenke an den oberen Ecken des Bettes. Ich zog ebenfalls prüfend an diesen – einfach um zu schauen, wie viel Spielraum ich bewegungstechnisch habe.
„Soll ich eigentlich meinen Pullover ausziehen?“, fragte ich sie. Sind meine Hände nämlich einmal verknotet, funktioniert ausziehen nicht mehr.
„Lass ihn ruhig an. Ich hab auch so Zugang zu allem.“
Ich ließ den Kopf sinken und verkniff mir ein leises Seufzen, war andererseits aber auch dankbar, denn mir wurde schnell kalt. Und gerade war mir verdammt kalt. Das wird mir immer, wenn ich nicht weiß, was mich erwarten wird.

Als Nächstes wurde ein Seil um meine Hüfte befestigt. Ich hob meinen Po an, damit das Seil einfacher unter mir durchgezogen werden konnte. Ließ ich meine Hüfte absinken, spürte ich das Seil auf meiner Haut, was durch die Reibung Wärme erzeugte. Ein angenehmer Kontrast.

Sie ließ sich Zeit. Pfiff nebenbei eine Melodie und umkreiste mich, als könnte nichts sie aus der Ruhe bringen. Und ich – nun, ich wurde immer nervöser, je ruhiger mein Gegenüber wirkte.

Auch die Beine wurden an den Fußgelenken am Bettende fixiert.
„Soll ich den Slip noch ausziehen?“, fragte ich auch hier wieder.
„Nein, wenn er stört, entledige ich mich dem schon.“
Diesmal konnte ich mir ein Seufzen nicht verkneifen. Ich weiß, dass dies nur kleine Barrieren sind und man mir mein Höschen auch binnen Sekunden zerschneiden oder zerreißen kann. Aber dieser gelassene Umgang mit diesem, gab mir irgendwie ein Gefühl von „Egal was ist, ich nehme mir schon, was ich will. Völlig gleichgültig der Umstände.“
Und dieses Gefühl, zusammen mit der beginnenden, vollständigen Fixierung und dem Wissen, dass sie WIRKLICH alles macht, was sie will und ich da eben kein Mitspracherecht habe, raubte mir alle Illusionen der Sicherheit. Im Prinzip lag ich völlig ausgeliefert vor ihr und sie bestimmt Anfang, Ausgang und das Spiel selbst. Und das ließ sie mich spüren.

Wie soll man denn da bitte nicht nervös werden?

Zum Schluss wurde noch ein Seil um meinen Hals gelegt und festgezogen. Ein Galgenstrick. Ich konnte ihn nicht sehen, aber ich spürte ihn genau, Er war nicht so fest, dass ich ernsthaft Sorge haben müsste, mit meinem Atem zu ringen, aber fest genug, um meinen Kopf kaum bewegen zu können und schwerer Luft zu bekommen. Auch dieser wurde am Kopfende befestigt.

So lag ich also vor ihr. Irgendwie verletzlich, vollkommen präsentiert und ohne Chance auf Gegenwehr. Ich sah durch die Augenbinde nur wenig, aber konnte ihren Blick auf mir ruhen spüren.

„Und? Wie fühlst du dich gerade?“, fragte sie mich amüsiert – als könnte sie nicht an meinen Bewegungen, meiner Atmung und meinem Geruch wahrnehmen, welche Gefühlsregungen gerade in mir ablaufen.
„Fühle mich fast ein bisschen gekreuzigt, wenn ich so da liege“, antwortete ich mit einer Prise Ironie, die meine Unsicherheit überspielen sollte.
Dann hörte ich ein leises Klirren. Wie eine Raubkatze machte sie einen Sprung auf meine Hüfte und drückte mir etwas Spitzes in meiner Handfläche.

Nägel.

„Du hast noch gar keine Ahnung, wie es sich anfühlt, gekreuzigt zu sein.“, antwortete sie mit dunkler Stimme und erhöhte den Druck auf meine Handflächen.
Ich zog scharf die Luft ein, versuchte den Schmerz weg zu atmen. Biss mir auf die Zunge, um mir ein „Ihr Götter habt immer eine komische Vorstellung vom ‚Nageln‘.“, weil es die Chance erhöht hätte,dass man mir die Nägel wirklich in die Hand schlägt.

Meine Handflächen pochten und ich hoffte wirklich, dass sie mir wohlgesonnen ist.
Ich unterdrückte ein leises Seufzen, als der Schmerz nachließ und meine Hände wieder frei waren.
Ihr Gesicht war nah an meines gebeugt und sie hob mein Kinn an – eine für mich unmissverständliche Geste meinen Mund zu öffnen, auch wenn ich noch immer meines Augenlichts beraubt war.
Ich schmeckte ihren Speichel auf meiner Zunge und schnurrte wohlig. Ich liebe diese Art der Küsse – besitzergreifend. Fordernd. Intensiv.

Belohnend.
Meine Mundwinkel formten ein genießendes Lächeln.

Ich hörte das Geräusch der Gleitgel-Flasche, dessen Inhalt großzügig verteilt wurde. Kälte drang in mich ein und ich stöhnte leise auf. Ein Glasdildo. Die Kälte bildete einen starken Kontrast zu meiner eigenen Körperwärme. Als würde meine Haut selbst glühen.
Vollendet wurde das Spiel, als ein heißer Schmerz meine Klitoris durchzog.
„Aua…“ Ich presste meine Zähne aufeinander.

Ich hatte das Gefühl, meinen eigenen Empfindungen nicht vertrauen zu können. Die Intimklemmen schmerzten spürbarer, als gewohnt. Und auch der Dildo schenkte mir mehr Schmerzen, als ich vermutete. Erst hinterher erkannte ich, dass ich die falsche Auswahl an Toys vermutet habe. Statt der vergleichsweise harmlosen Intimklammern, die mit einem Strapsgurt verbunden sind und die ihr Potential erst entfalten, wenn diese millimeterweise abrutschen und so die wiederkehrende Durchblutung zu einem langen,unangenehmen Akt gestalten, zierte eine Clover-Clamp meine Klitoris. Und auch ein größerer Glasdildo, als der mir bekannte wurde gewählt. Dieser war besonders tückisch, denn die Spitze war wesentlich breiter, als der gesamte Schaft. Bei jedem Stoß, traf dieser perfekt meinen Muttermund und bohrte sich quasi direkt in diesen. Es fühlte sich an, als würde es mich innerlich zerreißen.

Immer wieder entwichen mir leise Schmerzlaute und jedes Stöhnen wurde von einem weiteren leisen „Au…“ begleitet. Mein ganzer Unterleib brannte und jeder Stoß zog sich wie ein Blitz aus Schmerz durch meinen Körper. Ich hasste die Klammer und ich hasste, wie diese Fusion aus Qual und Erregung meinen Unterleib beherrschten.
Ich überhörte eine Bemerkung, dass dies ihr Lieblingstoy war, um irgendwie die Kontrolle über mich und meine Regungen zurück zu bekommen.
Nach einigen Atemzügen, begann der Druck der Klammer angenehm taub zu werden, sodass ich mir zumindest sicher war, dies irgendwie aushalten zu können.
Zumindest, wenn ich mich selbst nicht zu viel bewegte. Denn die Klammer befestigte sie an meinem Hüftseil. Sollte ich zu stark reagieren, würde ich dies also bitterböse zu spüren bekommen.
„…du willst mich doch nicht enttäuschen, oder?“
Der Satz ließ mich augenblicklich aufhorchen und meine Gedanken klar werden.

Was genau meinte sie? Was würde sie enttäuschen? Wäre mein Orgasmus enttäuschend? Wirke ich, als würde ich das Level an Schmerz nicht aushalten? Wäre es enttäuschend, wenn ich es nicht aushalte? Gibt es irgendwelche mir nicht bekannten Parameter, die zur Enttäuschung führen?
Ist dies ein Spiel und das Abfallen der Klammer wäre mein Game Over?
Ich verstand nicht.

„Nein, natürlich nicht. Ich möchte dich nicht enttäuschen.“, versuchte ich deutlich hervorzupressen. Egal, was die Antwort auf die Frage war, ich würde nichts davon provozieren. Ich genoss jede Sekunde und jede Welle aus Pein und Erregung. Schenkte ihr jede Reaktion und versuchte zudem, nicht meine Aufmerksamkeit zu verlieren.

Und so lange ich mit Haut und Haar zu ihrem Vergnügen zur Verfügung stand und meine Erlösung in ihrem Spiel fand – so lange wird schon alles gut gehen.

Ein sanfter Faustschlag auf meine Brust riss mich aus meinen Gedanken. Ich blinzelte verwirrt unter meiner Maske und hoffte einfach, dass Verwirrung auch die erhoffte Reaktion war.

…Huh?

Ein sanfter Druck tänzelte in Linien auf meinem Oberschenkel. Ein Nadelrad. Es hinterließ eine Gänsehaut und ein angenehmes Kitzeln.
Und doch spannte ich all meine Muskeln an, versuchte jede Bewegung zu erhorchen.
Eine Feder setzte den Tanz fort, so zärtlich, dass der Kontrast zu der pulsierenden Klammer und der Sanftheit dieser Berührung mich fast wahnsinnig machte.
Ich zuckte zusammen. Immer und immer wieder, denn ich rechnete jeden Moment mit einem weiteren Reiz, der mir beweisen sollte, dass die Feder nur die Ruhe vor dem Sturm war. Eine trügerische Illusion hauchzarter Bewegungen, die binnen Sekunden von Impulsen aus Schmerz zerstört werden würden.
Doch nichts passierte.
Mein Kopf und meine Erwartungen spielten mir Streiche und dominierten meine Körperspannung. Und auch, wenn ich sie nicht sehen konnte, so beobachtete sie meine Reaktionen mit einem Schmunzeln. Als würde sie mir nie weh tun. Mir nie ein Haar krümmen. Als wäre die Antwort meines Körpers nur eine mutwillige Unterstellung.

Immer wieder schnippte sie gegen die Klemme an meiner empfindlichsten Stelle, um mich daran zu erinnern, dass die angenehme Taubheit mit Einsetzen der Durchblutung endet und von meinem Körper wieder als Schmerzreiz katalysiert wird.

Ein schmerzverzerrtes Stöhnen entwich meinen Lippen und mein Körper wandte sich unter ihren Stößen. Es folgte das vibrierende Geräusch des Magic Wands, der sich augenblicklich gegen meine Klitoris drückte.
Ich zog scharf die Luft ein. Die Vibration war Segen und Fluch zugleich, brachte sie doch die Klammer in Bewegung, ehe die stimulierende Befriedigung einsetzte.

Der Dildo glitt aus mir und wurde durch ein größeres, für mich angenehmeres Modell ausgetauscht. Da mein Inneres aber bereits völlig empfindlich war, brachten mich bereits wenige Sekunden an den Rand eines Orgasmus.
„Darf ich bitte kommen?“, fragte ich zwischen unkontrolliertem Keuchen und Stöhnen.
Die Frage wurde mit einem „Nein“ quittiert,während sich der Druck der Vibration erhöhte.
Und wieder. Schmerz. Lust.
Diese verdammte Klammer würde noch mein Untergang sein.

Sie erhöhte das Tempo ihrer Stöße. Gab mir eine Sekunde Pause, als sie den Wand anhob.
Ich atmete erleichtert auf, ehe ich mich binnen Sekunden wieder verkrampfte.
Ein heißer Schmerz durchzog meinen Oberschenkel. Das Skalpell bahnte sich seinen Weg durch meine Haut. Hinterließ einen Schnitt auf meiner Haut.
Es verschwimmt alles und ich kann die Handlungen nicht auseinanderhalten. Die Vibration des Magic Wands. Die Klammer, die im Takt der Vibration schwingt. Das Skalpell, das insgesamt 6 Striemen hinterlässt, die wie Klauen eines Tieres wirken. Die Stöße des Dildos, die mir Geräusche entlocken und sich so verboten gut anfühlen.
Ihre Stimme, die ihr Handeln kommentiert. Mir sagt, wie sehr ich ihren Schwanz genieße. Wie tief ich ihn in mir brauche. Was ich für eine Schlampe für sie sei.

Ich versuchte wegzuhören, hinterließ doch jedes Wort einen Schauder. Steigerte meine Erregung bis ins Unermessliche. Ich reagierte auf ihre Stimme. Mein Körper reagierte auf ihre Stimme.
Und ich hasste es. Liebte es. Ein bisschen. Als entriss mir die süße Melodie ihrer Worte mir jede Kontrolle über mich. Falls ich diese Kontrolle je hatte.

Eine Welle der Erregung bahnte sich in mir an. Ich spürte den beginnenden Orgasmus, versuchte mich noch zu winden. Zerrte an den Fesseln. Plötzlich wirkte eine abfallende Klammer verglichen mit einem unerlaubten Orgasmus fast schon attraktiv.
„Darf ich bitte kommen, meine Göttin? Bitte. Bitte. Oh Gott, darf ich bitte kommen?“
Meine Worte überschlugen sich fast und ich wusste, dass ich diesen Kampf dieses Mal verlieren würde. Ich konnte mich nicht dagegen wehren. Ich konnte bisher jeden Orgasmus abwehren, wenn ich nicht kommen durfte, aber dieses Mal sollte ich eines Besseren belehrt werden.

„Du darfst.“
Ich fand Erlösung in ihrer Erlösung. Kam heftig. Bäumte mich auf und zerrte heftig an meinen Fesseln. Ich wusste, dass es nur ihre Gunst war, die mich vor einer Strafe bewahrten. Keine Sekunde hätte ich länger durchgehalten.

Mein Brustkorb hob sich an, senkte sich wieder. Ich zitterte, schnappte nach Luft, wurde mir diese durch den Galgenstrick um meinen Hals doch eingeschränkt.
Sie beugte sich zu meinem Gesicht, lehnte sich auf mich. Ein letztes schmerzverzerrtes Stöhnen entwich meinen Lippen, als sich so der Druck auf die Clover-Clamp verlagerte.

So blieb sie über mich gebeugt. Ich spürte ihren Atem an meinem Hals.

Scheiße. Scheiße. Scheiße. Das wird jetzt richtig weh tun.
Das wird jetzt richtig, richtig-

Mein ganzer Körper verkrampfte sich in Vorbereitung auf das, was jetzt folgen sollte.
Sanft kratzten ihre Zähne über die empfindliche Haut meines Kehlkopfs, als würden sie noch die perfekte Stelle suchen, um sich gleich in meinen Hals zu graben.

Ich kniff die Augen zusammen, wehrte mich aber nicht dagegen. Es wäre ein sinnloser Akt gewesen. Der Kampf war entschieden, bevor er begonnen hätte.

Mit einer reißenden Bewegung, versenkte sie ihre Zähne in der Vorderseite meines Halses.
Bot ihr meine Kehle an, wie ein Tier, dass sich einem anderen unterwirft.
Und genau das war es. Ein animalischer Akt der Unterwerfung. Eine Demutsgeste, die auch keinen Widerstand duldete.

Meine Augen begannen zu Tränen und der helle Schmerzensschrei wurde nur durch den Druck ihrer Zähne auf meinen Hals gedämpft.
Meine Hände zitterten vor Schmerz und Adrenalin, doch meinen Hals hielt ich weiterhin für sie gestreckt.

Mein Körper sank zusammen, als sie sich von mir löste. All meine Muskeln entspannten sich und ich atmete einmal tief ein, füllte meine Lungen mit Luft.
Das würde ich noch einige Tage spüren. Ein Andenken der besonderen Art.

Die Augenbinde war inzwischen von meinem Gesicht gerutscht, schenkte mir die Sicht auf ein schmales Lächeln.

„Danke…“, murmelte ich leise. Für meinen Orgasmus. Für diese Erfahrung. Für ihre Markierungen. Für ihr Interesse an mir. Für so vieles, was sich nicht in Worte fassen lässt.

„Soll ich die Klammer jetzt abnehmen?“ Ein böses Schmunzeln ihrerseits legte den Fokus wieder auf meinen Körper. Ich starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an.

Was? Nein! Ich werde sie mir sicherlich nicht selbst abnehmen dürfen und mit jeder Sekunde, die ich zögere, erhöhe ich die Intensität beim Abnehmen. Vielleicht. Noch einen kurzen Moment.

Sie nahm mir die Entscheidung ab, beugte sich noch einmal zu meinem Intimbereich. Genoss quälend langsam das Leid in meinen Augen und die Panik in meinem Puls. Ließ mich einige Sekunden zappeln, ehe sie mit einem geübten Griff die Klammer entfernte und mir die Hand auf meinen Mund presste.
Mein Schrei verstummte und ich krümmte mich ein letztes Mal vor Schmerz. Ein Impuls, den ich bis ins Mark meiner Knochen spürte.

Eine letzte kleine Tortur. Und hoffentlich nicht die letzte kleine Tortur.
Danke, Y.






untitled fantasy

Hallo meine lieben Leser! Ich melde mich zurück mit einer Aufgabe, die ich mit euch teile. Zum Beginn jeder Woche habe ich meiner Dom eine Fantasie mitzuteilen. Diesmal musste ich diese aber ausformulieren, sodass es auch für euch mehr als einen Tweet zu lesen gibt.
Viel Spaß damit!

Sie verband mir die Augen, nahm mir die Sicht und damit eines meiner wichtigsten Sinnesorgane.
Ich schloss zeitgleich meine Lider, um auch keine Lichtreflexe wahrnehmen zu können. Das ist irgendein seltsamer Mechanismus meiner Submission, schätze ich. Was meine Dom wünscht, führe ich aus – auch dann, wenn das verwendete Equipment dies nicht hundertprozentig gewährleisten kann. Ich sollte nicht sehen. Nur fühlen.

„Die Arme nach hinten“, wies meine Frau mich an. Ich richtete meinen Oberkörper auf und legte meine Arme hinter meinem Rücken übereinander, sodass meine Hand den Ellenbogen des anderen Arms umschließen konnten. So verweilte ich still, bis ich das Seil auf meiner Haut spüren konnte. Seil, welches sich um meinen Oberkörper schlang und sich an Brust und auf Höhe der Rippen fest zog. Es hinterließ ein sanftes Brennen auf meiner Haut, wo es mit Schnelligkeit zusammengeführt wurde. Ein Brennen, was ich ohne meinen fehlenden Sinn wohl nicht registriert hätte.

Ich nahm ihr Parfum wahr, welches ich so gern an ihr roch. Konnte ihren Atem auf meiner Haut spüren, als sich ihr Gesicht meinem Körper näherte, um die Knoten zu prüfen. Eine wohlige Gänsehaut durchlief mich und ein leises, wohliges Seufzen verließ meine Lippen.

Am Seil wurde fest gezogen, sodass ich meine Haltung automatisch begradigte, um den Rückstoß des Ruckens auszugleichen. Ohne Vorwarnung fühlte es sich an, wie der Sicherheitsgurt eines Autos, der einen Aufprall verhindern sollte, sodass auch meinen Lungen die Luft entwich.
Ich hörte nur ein Schmunzeln, dass mein Tun kommentierte.

„Die Arme…“, tadelte mich meine Dom und ich konnte die skeptisch angehobene Augenbraue vor meinem inneren Auge sehen, auch wenn diese verbunden waren. So korrigierte ich meine Haltung und hob diese wieder an, wohl wissend, wie schwer diese sich nach wenigen Minuten wieder anfühlen würden. Die Muskeln längere Zeit anzuspannen, um das Gewicht der Arme zu tragen, ist merkbar unbequem. Oder besser: genug unbequem, um den Fokus darauf zu verlegen, sodass es immer spürbar ist.
Erst als die Seile auch die Arme hinter mir verschnürten, verspürte ich ein bisschen Erleichterung, da diese nun einen Teil des Gewichts trugen. Ich ließ die Arme wenige Millimeter sinken und spürte sogleich festeren Druck um Hals und Oberkörper. Anscheinend wurden diese so verschnürt, dass ich diese durchaus absenken konnte, aber dafür eben Einbußen in meiner Atmung machen musste, da sich besagte Seile enger schnürten.
„Und fertig!“
In ihrer Stimme lag Zufriedenheit, die mir ebenfalls ein Lächeln schenkte. Ich hörte ihre Schritte im Raum hallen. Sie umkreiste mich und begutachtete ihr Werk.

Sie strich mir zufrieden über mein Haar und ich schmiegte meinen Kopf an ihre Handfläche. Eine liebevolle Geste, die mich sanft erschaudern ließ. Ich hielt einen Moment inne und genoss den Moment, der sich mir so bot. Das Reiben der Seile auf meiner Haut. Das Schmerzen der Muskeln. Die weiche Haut meiner Partnerin. Für einen kurzen Augenblick fühlte sich alles vertraut und vollkommen an. Und ich konnte Ruhe in mir selbst finden.

Ehe ich mich entspannte, verfestigte sich der Griff in meine Haare und zog mich nach oben. Ich bemühte mich, ebenso schnell aufzustehen, um den Schmerzreiz zu mindern. Meine Partnerin zog mich an den Haaren mit sich und ich taumelte mehr schlecht, als recht hinter ihr her. Ein leises Knurren verließ meinen Hals, fiel es mir doch merkbar schwer, ihr zu folgen. Lediglich das Führen meines Kopfs und der damit verbundene Schmerz gab mir eine Richtung vor.
Ich hoffte einfach, nicht zu stolpern und tappte bemüht den mir vorgegebenen Weg.

Wir waren im Bad. Ich konnte die kalten Fließen an meinen nackten Füßen spüren, ehe ich mit einem festen Griff auf meine Knie gedrückt wurde. Ich gab nach und sank Richtung Boden. Es folgte wieder ein Griff in meine Haare, der dieses Mal mein Gesicht Richtung Boden drückte.
Ich begann augenblicklich zu frösteln. Feuchtigkeit stieg meine Haare auf und ich hielt meinen Mund geschlossen, weil ich merkbar Wasser schluckte.
Ich hing anscheinend mit meinem Gesicht im Duschbecken. Das Wasser stand einige Zentimeter hoch und ich legte meinen Kopf weiter seitlich, um kein Wasser einzuatmen, spuckte das Wasser in meinem Mund aus. Begann leise zu husten und konzentrierter zu atmen. Ihre Lippen waren nah an meinem Ohr und ihr Hauchen fühlte sich bedrohlich und dunkel an.
„Menschen sind ja so zerbrechlich…“


~Die Halsbandzeremonie~

Hallo meine lieben Leser!
Ich melde mich zurück mit einem neuen Blogpost – wenn auch früher, als gedacht. Ich möchte euch von meinem gestrigen Abend erzählen. Lang habe ich es angekündigt, nun ist es vollbracht.
Verzeiht mir etwaige Erinnerungslücken: Ich trug eine Maske und habe absolut nichts gesehen. Außerdem war mein Endorphinrausch sicherlich erinnerungstrübend.
Wie auch immer: Viel Spaß beim Lesen!

Das neue Halsband

Meine Dom und ich haben uns beide in ein Halsband verliebt. Das Eternity-Collar.
Rosegold. Und mit etwa 300 Euro inklusive Zoll und Versand alles andere als ein Schnäppchen.
Ich nahm mir eigentlich vor, über die letzten Monate auf das Halsband zu sparen, kam aber dank eines sehr spendablen Geldsklaven sehr schnell an den vollen Betrag.
Also: gekauft und dem vielen Geld ein bisschen nachgetrauert.
Man muss eben dazu sagen, dass dieses Halsband im Luxus-Preissegment liegt und aus Titan besteht. Titan ist wirklich ultra-leicht, sodass man gar nicht merkt, dass man es um den Hals trägt.
Zudem bin ich voll auf Risiko gegangen und habe die kleinste Größe bestellt, da die von mir präferierten Größen gerade ausverkauft waren. Das Warten war also ein Nervenkitzel.

Hat von euch bereits einmal jemand im Ausland bestellt und euer Päckchen wanderte über den Zoll Frankfurt/Flughafen? Nun, binnen 4 Tagen war mein Halsband aus den USA in Deutschland.
8 Wochen verbrachte es dann im Zoll am Flughafen. Vielleicht kennt ja jemand dieses Dilemma auch.

Jedenfalls hielt ich das Paket dann Anfang September in meinen Händen. Einmal kurz angelegt, um zu schauen, ob es passt und dann verschwand es wieder im Regal. Ich wusste schon, dass ich mich ein bisschen in Geduld üben musste, denn wir wollten beide für diesen Augenblick Ruhe und eine stressfreie Zeit. Zwischendurch war ich dann auch krank, sodass wir Anfang dieser Woche entschieden, dass gestern der passende Tag dafür sein wird.

Tag der Entscheidung

Ich wusste, dass meine Dom eine kleine Zeremonie plant. Ich wusste nicht genau was – besser, ich wusste eigentlich überhaupt nichts. Das Einzige, was ich wusste: an jenem Abend werde ich meine
Schreibaufgabe vorlesen. Diese findet ihr auch im vorherigen Blogpost.
Mein Kopf arbeitete also schon seit früh auf Hochtouren. Früh ist eigentlich auch ein bisschen untertrieben – es arbeitete seit Tagen auf Hochtouren und ich hatte wohl so etwas wie Lampenfieber.
Ja, vor Sessions leide ich oft unter Versagensängsten und allen erdenklichen Issues.
So auch jetzt.
Im Normalfall kann ich diese einfach annehmen und betrachte sie als Teil meines Vorbereitungsrituals, aber diesmal hatte ich wirklich Schiss. Wirklich.
Ich wusste natürlich, dass ich mir dieses Halsband nicht verdienen muss. So funktioniert meine Dom nicht. Aber zu solch einem besonderen Anlass möchte ich natürlich alles geben, was ich kann.
Ich war also die personifizierte Nervosität auf zwei Beinen und habe den Tag irgendwie sehr verkrampft verbracht. Bis der Abend anbrach:

Es begann also damit, dass meine Dom meine Schreibaufgabe zu zeigen. Innerlich hoffte ich, dass ich sie mir diese nicht vorließt – oder schlimmer noch: dass ich diese vorlesen muss. Da war aber wohl das Glück auf meiner Seite, sodass ich einfach unruhig neben ihr sitzen konnte. Der Versuch, mich einfach unter meiner Decke zu verstecken, wurde nur mit einem Lachen kommentiert.
Ja gut.

Mein Schriftstück gefiel ihr sehr und ich bekam noch Gelegenheit, es hier hochzuladen. Danach verzog ich mich in das Bad, schminkte meine Lippen und trug meinen Eyeliner auf.

„Wir machen heute nur etwas Kleines. Wir sind ja doch schon beide ziemlich erledigt, ist das okay?“
Ich nickte, war ich tatsächlich heute auch nicht so fit wie gewollt.
„Dann stell dich hier hin, damit ich deine Hände am Deckenhaken fixieren kann.“

Ich weiß nicht, warum ich gehofft habe, dass „etwas kleines“ impliziert, dass ich vielleicht sitzen oder gar liegen darf, aber da hab ich wohl weit gefehlt. Vielleicht weil die Hände-über-Kopf-Fesselung im Stand immer bedeutet, dass alle Bereiche des Körpers bespielt werden.
Und so wusste ich, dass -für mein Verhältnis- es diesen Abend bei keiner Kleinigkeit bleiben würde, aber ich war gespannt und neugierig.

Mir wurde eine Augenbinde umgelegt und über diese eine Stoffmaske gezogen – so eine die man immer von Bankräubern im TV kennt, nur das bei diesen eine Öffnung in der Lippenpartie vorhanden ist- sodass ich absolut nichts sah. Testweise zierten Handschellen meine Handgelenke, die am Deckenhaken angebracht wurden. Da ich dort aber zu sehr tänzelte und mich so strecken musste, dass ich Stand auf den Zehen kaum möglich war und zu viel Gewicht auf den Handschellen lagerte, entschied sich meine Dom dann doch für die Manschetten an meinen Händen.
So stand ich immer noch auf Zehen, litt aber zumindest nicht an massiv einschneidenden Handgelenken.

Ich weiß gar nicht, was als erstes passiert. Ich glaube, ihre Hand wärmte mich auf, schlug mir auf Hintern und Brust. Sie setzte Wäscheklammern an meine Nippel und ich zog scharf die Luft ein. Ich bin an den Brüsten ein kleines Mimimi, doch an diesen Schmerz gewöhnte ich mich sehr gut. Das Entfernen der Klammern ist aber immer wieder ein kleiner Akt, der mich wimmern und auch ein bisschen knurren lässt.
Ich wurde geschlagen. Mit der Military-Edge. Mit der Teufelszunge. Mit der Gerte. Ich kann keines davon wirklich auseinanderhalten, aber gerade die ersten beiden Spielzeuge sind wirklich fies und hinterlassen ordentliche Schmerzreize. Das Ganze wird noch verstärkt durch die Maske, denn durch den fehlenden Sinn konzentriert sich der Körper quasi auf alles, was ihm sonst an Reizen gegeben wird.
Ein Kuss durch die Maske. Ich streckte mich ihr entgegen, um beim nächsten Schmerzreiz wieder auf die Zehenspitzen ausgewichen.
Ich tänzelte, versuchte mich dem Schmerzreiz zu entziehen.
„Du weißt, dass wenn du dich immer weiter drehst, du doch wieder bei mir ankommst?“, kommentierte meine Dom mein Handeln belustigt.
In dem Moment war mir das egal. Ich versuchte nur mein Gleichgewicht zu halten, den Schmerz anzunehmen und das alles zu genießen. Denn das tat ich. Ein gutes Spanking löst mich und macht mir irgendwie den Kopf frei. Lässt mich einfach nur in dieser Situation ankommen und dank der Maske musste ich mich nicht mit meiner Umgebung beschäftigen.
Ich hörte meine Dom das Schlagwerkzeug weglegen, da habe ich mich gerade an die Schmerzintensität gewöhnt. Fast entwich mir ein leises Seufzen.
Da spürte ich den Druck der Spike-Handschuhe an meinem Hintern. Noch ein paar feste Schläge, ein paar eindringliche Griffe an Brust, Intimbereich und Arsch und ich ließ mich etwas in ihren Halt fallen. Ich liebe den Schmerz des Handschuhs- vor allem wenn man damit schlägt. Es hinterlässt so einen größflächigen Schmerz und sofort sichtbare Spuren. Ein wohliger Schauer überkam mich, der durch ein fieses Brennen auf meinem gesamten Rücken unterbrochen wurde. Die Spike-Handschuhe kratzten einmal mit Druck über diesen und ich merkte, wie meine Augen zu tränen begannen.
Mit einer gewissen Kraft dahinter erinnert es irgendwie an ein Raubtier, dass seine Krallen in dir hinterlässt.
„Atme tief durch“ – und ich ließ mich in den Schmerz fallen und gab mich diesem hin.

Meine Dom schlich um mich als wäre sie besagtes Raubtier und ich ihre Beute. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken.
„Wenn ich du wäre, würde ich jetzt still halten“
Ich weiß, dass das eine lieb gemeinte Warnung und auch ein Befehl ist. Solche Sätze fallen nur, wenn wir mit wirklich, wirklich scharfen Klingen hantieren und ein Zappeln wäre in jedem Fall kontraproduktiv.
Ich spürte zwei scharfe Schnitte, etwas über meinem Schulterblättern. Links und rechts. Meine Dom kommentierte, wie schön es aussehe, wenn das Blut meinen Rücken hinunterläuft und ich spürte ihre Lippen auf meiner Schulter.
In solchen Momenten vergesse ich die Zeit, weil sie sich für mich so unfassbar intensiv anfühlen.
Und ganz ehrlich? Irgendwie habe ich mich in diesem Moment wie ein Engel gefühlt, dem an diesen Stellen seine Flügel wachsen. Flügel, für die vielleicht etwas Blut fließen musste, aber die mich fliegen lassen. Und ich flog.

Die Zähne meiner Dom bohrten sich in meine Schulterbeuge. Ich seufzte wohlig. Es sind die Momente, die mir ein nonverbales „Du gehörst mir“ schenken und ich liebe sie über alles.
Dann spürte ich Wachs auf meiner Haut. Meinen Brüsten. Meinen Oberschenkeln.
Es fühlt sich unbeschreiblich an, wenn man nicht sehen kann, wo es einen trifft. Man nur den Verbrennungs-Geruch der Kerze wahrnimmt. Das Erhärten des Wachs auf meiner Haut.
Und wie meine Dom es wieder mit einem Messer entfernte. Der kühle Stahl fühlte sich wie
eine Wohltat auf meiner Haut an. Auch wenn ich es nicht sehen konnte, spürte ich ihre Konzentration. Mal schrammte das Messer etwas fester über die Haut. Mal fühlte es sich wie nicht da an, weil es so vorsichtig über meine Haut glitt.

Zum Ende wurde ich losgebunden und durfte Platz auf einem Stuhl nehmen – Hände und Füße an diesen gefesselt. Ich wurde noch ein bisschen mit dem Magic Wand gequält, ehe man mir die Maske abnahm und ich dieses Spiel mit einem Orgasmus abschließen konnte. Es war wie ein kleines Vor-Geschenk zu meinem eigentlichen Geschenk.

Dieses durfte ich abschließend empfangen. Meine Dom wies mich an vor ihr zu knien. Ich ließ mich auf meine Knie sinken, legte meine Hände mit den Handflächen nach oben auf diesen ab.
Meine Dom zeigte mir mein Collar, trat neben mich, nahm meine Haare zur Seite und legte es mir an.
Schenkte mir noch einen Kuss.
Und dann überrollten mich die Freudenstränen.
Ich liebe dieses Halsband, ich liebe, was es mit mir macht und ich liebe diese D/s-Verbindung.
Sie nahm mich in den Arm. Und ich flüsterte ein leises „Danke“ ♥

Die Endorphine halten noch immer an. Ich schwebe. Ich genieße die Spuren und ich fühle mich vollkommen und angekommen. Also auch hier noch einmal:

Danke.

Dominanz – Und ob ich schon wanderte, im finster’n Tal…

Hallo meine lieben Leser! Ich mach es kurz: heute habe ich nur eine Schreibaufgabe für euch, die ich gerade frisch meiner Dom präsentiert habe. In einer Ask-Antwort aus dem Jahre 2015 beschrieb ich ihre Art der Dominanz. Ein Desaster in etwa 100 Worten. Nun hatte ich Gelegenheit dies zu aktualisieren und das ist das Ergebnis. Wer also ein Problem mit Metaphern, ein bisschen Eierkraulen der Dom oder langweilig-deepen Textaufgaben im D/s hat, der darf diesen gern überspringen.
Allen anderen: Viel Erfolg beim Durchhalten.

Irrlichter. Ignis Fatuus.
Irgendwie ist dies die erste Assoziation, die ich zu deiner Dominanz habe und ich versuche dieses Wort in all seinen Facetten zu erklären.
Hätte man mich im Jahre 2017 gefragt, wie ich deine Dominanz charakterisieren würde, dann wären diese Zeilen sehr leer. Finster. Mich trieb nur eine müde Erinnerung an. Und meine Hoffnung. Doch in meiner Vorstellung war Dominanz das, was die Wissenschaft in den Irrlichtern sieht.
Nicht existente Phänomene. Nüchtern erklärbar. Eine objektive Theorie, die dem ganzen die Magie nimmt.
Das war auch lang das, was mich frustrierte. Ich wusste, da ist diese Magie, immerhin habe ich sie ja bereits selbst erlebt. Und doch durfte ich nur diesen Worten um die eigene Magie lauschen – mit dem Wissen, sie wohl selbst nicht zu erleben. Frustriert las ich Ankündigungen zu geplanten sexuellen- oder BDSM-lastigen Handlungen auf Twitter – wohl wissend, sie werden nicht passieren.

Ich fühlte mich wie…

ein Wanderer, der sich auf die Suche, in die Sümpfe begab, um dort nach Irrlichtern zu suchen. Er suchte, schlug eine andere Richtung ein, las Spuren und fand sie schließlich nicht. Verlor sein Ziel aus den Augen. Und die Wissenschaft raunte ihm verlegen in mein Ohr, dass es daran nichts ändern könnte, denn so sehr er sich auch anstrengte – Irrlichter sind nur optische Fehlwahrnehmungen, egal wie sehr und stark man nach ihnen suchen würde. Es liegt einfach nicht in seiner Macht dies zu ändern.

Und so fühlte ich mich. Ich konnte Interessen und Ideen bekunden, Bücher mit Aufgaben kaufen, um Inspiration zu schaffen. Ich konnte mir meine Regeln und Aufgaben sogar selbst zusammen schreiben und wollte nur, dass man mit dem Finger auf eine Aufgabe zeigt – egal wie viel Einfluss ich auf die Dominanz und ihr Erblühen nehmen wollte – ich hatte keines.

Der schwerste Moment war jener, als ich eine Aufgabe fertig schrieb – irgendwie voller Tränen. Vieler Tränen. Viel Herzblut. Und ich am Tage der Deadline und die Tage danach immer wieder an diese erinnern musste.
„Bitte vergiss nicht, sie zu lesen. „
„Bitte lass mich nicht immer wieder nachfragen müssen.“
Und ich hatte das Gefühl, ich verlor all meine Tränen. Und ich verlor auch all mein Herzblut.

Nun, nicht ganz.

Ich behielt genug Herzblut, um meinen Weg weiterzugehen. Ich würde weiterhin der Wanderer sein, der das Moor durchquert, um seine Erfüllung zu finden. Und ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn ich sie nicht auch gefunden hätte. Vielleicht entsteht nur aus Tragödien etwas wahrlich großes und vielleicht ist die Geschichte unseres Anfangs eben der Beginn für etwas Großes.
Immerhin folgten auch Faust und Mephisto in Faust 1 den Irrlichtern, die ihnen den Weg wiesen.
Und vielleicht ist der Wanderer unserer Geschichte falsch abgebogen und zu tief im Moor geirrt, um überhaupt wieder auf den rechten Weg zu finden. Vielleicht war es einfach die falsche Zeit. Vielleicht der falsche Ort, um sie zu sehen.

Fakt ist, die Geschichte geht weiter: Der Wanderer gab nicht auf. Ich gab nicht auf. Der Wanderer traute den Erinnerungen an diesen Lichtertanz und ich den, an die D/s-Verbindung vergangener Tage.
Alles, was ihn antrieb, war ein kleines Bauchgefühl – und doch so mächtig, dass es sein gesamtes Handeln bestimmte. Er kehrte zurück in das Moor – mit neuer Kraft und getrieben von einem starken Hoffnungsschimmer.


Und unser Wanderer fand, was er suchte. Es war ein kleines Schimmern auf Höhe des Horizonts. Ein Glimmen, für das bloße Auge kaum sichtbar und doch so wunderschön, dass er sich angekommen fühlte. Die Wissenschaft- so erinnerte er sich- nannte Glühwürmchen als eine mögliche Theorie für Irrlichter. Und auch, wenn diese Erklärung vielleicht rational für dieses unscheinbare Leuchten plausibel war, so war es für unseren Protagonisten der Beginn von etwas Großem. Der Beginn seiner Reise und seine eigene, kleine Magie.

Ob nun Irrlichter, dessen Sichtungen wie ein kleines, unscheinbares Leuchten beschrieben werden oder Käfer, die so selbstverständlich am Nachthimmel glühen, dass ihr Leuchten in der Masse der Lichter einer Stadt untergeht. Diese Art der Irrlichter ist subtil und ein bisschen unscheinbar. So wie eine Facette deiner Dominanz. Jene Dominanz, die ich nach dieser schweren Phase zu Beginn am Anfang kennengelernt habe und auch noch bis heute liebe. Eben jene Dominanz, die eben der breiten Masse verborgen bleibt und nur für das geschulte Auge zu erkennen ist.
Es ist die Art, wie du mich ansiehst, wenn du meinen Kopf nach oben neigst, damit ich dir in die Augen schaue.
Dieser durchdringende Blick, so gleichermaßen verführerisch, dass ich stets den Drang unterdrücken muss, nicht meine Lippen zu öffnen, damit du -weiß der Teufel was genau- mit ihnen anstellst.

Die hochgezogene Augenbraue, die ich so liebe und gleichzeitig immer ein bisschen unheimlich finde, die mir sehr deutlich macht, dass meine spitze Zunge oder mein provokantes Verhalten früher oder später Konsequenzen haben wird. Vielleicht nicht die angenehmsten Konsequenzen, aber doch nichts, was dich wirklich verärgert hat. Das verrät mir dein kurzes, schmales Lächeln am Ende. Es ist subtil, wie das Glühen eines Glühwürmchens, aber es ist für mich unverkennbar und weist mir den Weg, wie auch die kleinen Gesten in deiner Mimik mir irgendwie den Weg weisen.

Mein Weg ist zum Beispiel stets rechts an deiner Seite, wenn wir in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Für Außenstehende nicht zu erkennen – für mich eine mir bekannte Anweisung und eine vertraute Position, die mir Sicherheit in meinem Gefüge schenkt.

Lampyris noctilluca. Glühwürmchen. Fireflies.
Klein und doch schillernd.

Wie die kleinen Gesten im BDSM, mit denen alles anfing und die ich so schätze. Eine kleine Ohrfeige, die mich zurechtweist. Ein Griff an den Hals, um mich zu küssen, wenn ich versuche zu atmen.
Ein sanftes Streichen, wenn deine Hand über meinen Rücken fährt, nur um anschließend über diesen zu kratzen und deine Spuren auf meiner Haut hinterlassen. All die kleinen Gesten, die ein Schillern in meinen Alltag bringen und mir ein Gefühl von D/s vermitteln. Mir den Alltag versüßen. Mich strahlen lassen – innerlich, wie äußerlich.

Unser Wanderer setzte seine Reise fort und stieß auf eine blaue Flamme, so kühl und gleichermaßen faszinierend, dass er -ungeachtet der Beschaffenheit des Bodens in einem Moor- vor dieser Flamme Platz nahm und sie mit einem Staunen beobachtete, die ihn ein wenig frösteln ließ. Er erinnerte sich an die Stimme der Wissenschaft, die von Organismen sprach, die kaltes Licht projizieren können. Er war nicht überzeugt. Zu magisch und zu bedrohlich war dieses beißende Licht.
Und er erinnerte sich an den japanischen Namen für Irrlichter.
Ihm stockte der Atem.


Onibi. Dämonenfeuer.

Diese Art der Irrlichter ist raw, kühl und Schauder einjagend. So wie eine Facette deiner Dominanz.
Eindrucksvoll und eine Gänsehaut schenkend. Dem Impuls des Wanderern folgend, mich -unabhängig der äußeren Umstände- mich stets zu Wunsch und einem inneren Bedürfnis vor dich zu knien.
Anmutig. Ästhetisch. Und wie die blaue Flamme irgendwie ein bisschen grausam. Ein Dämonenfeuer eben.

Ich denke dabei an deinen Sadismus, dessen Perfidie nicht nur unserem Wanderer den Atem raubt, sondern oft auch meiner Masochistin.
Du genießt Schmerz in meinen Reaktionen und noch mehr genießt du den Schmerz, den man nur für dich erträgt, auch wenn man selbst kaum Lust aus ihm zieht. Ein bisschen Leid hat mir wohl noch nie geschadet und dein Sadismus gibt eben gern ein bisschen mehr davon.

Dein Sadismus lebt davon, dass er nicht fair ist. Dass er Körper und Psyche fordert. Dein Sadismus ist eine Grenzerfahrung und dein Sadismus kann auf den ersten Blick so kalt wirken, wie eine blaue Flamme es eben vermittelt. Und doch vergisst man nicht, dass Feuer eben wärmt und Generationen unserer Vorgänger schlafen ließ, weil es Sicherheit in einer dunklen Nacht mit sich bringt.

Sicherheit in der Unsicherheit. Kälte in der Wärme.
Paradoxen. Das, was dich und dein Sadismus ausmacht.

Angst empfinden können, weil Grenzspiele deines Sadismus nie Greifbarkeit vermitteln und man sich doch sicher sein kann, dass man nicht sterben wird. Zumindest nicht gänzlich oder endgültig. (Ich schreibe dies mit einem Zwinkern)

Vor Schmerzen nicht mehr können und doch mehr wollen. Sich frei fühlen können, obwohl man gerade in schweren Ketten liegt.
Torturen, die einem mit einem Gefühl der Wohligkeit zurücklassen.
Körperlich geschändet, vor Schmerzen gekrümmt und einen doch aufrecht stehend fühlen lassen. All das kann der Sadismus, das Dämonenfeuer.
Und doch kann man sich schneller die Finger daran verbrennen, als einem lieb ist. Denn nur Erfahrene spielen mit dem Feuer. Oder spielen mit Dämonen.

Erfahrene oder Narren.

Feu Follet. Narrenfeuer.

Diese Art der Irrlichter ist ohne Sinn und Verstand. Nicht deine Facette, aber stets ein bisschen von meiner, denn warum sollte man sich sonst diesem wunderschönen Wahnsinn hingeben?

Unser Wanderer beendete seine Rast, klopfte gegen seine Hose, um den inzwischen getrockneten Schlamm aus den Textilien zu bekommen. Er war müde und mitgenommen, waren diese Eindrücke doch so intensiv, dass er diese erst einmal verarbeiten musste. Er schlug sein Lager auf. Wollte sich auf seinen Schlaf vorbereiten, da vernahm er es.

Er war eingekreist. Umzingelt. Blutrote Lichtpaare blitzten in der Dunkelheit auf. Er hielt sie für die Reflexion von Augenpaaren. Die Augen von Raubtieren, doch je näher diese kamen, desto besser erkannte er seine Fehleinschätzung. Es waren kleine, helle Flammen, die ihre Kreise um sein Camp zogen. Ein Lichtertanz, dessen Schönheit ihm erst jetzt bewusst wurde.

Diese Art der Irrlichter ist animalisch, brennend und vereinnahmend. So wie eine Facette deiner Dominanz.

Unserer Wanderer fühlte sich als Beute. Gejagt. Und so fühlt sich auch meine Sub, doch interpretiert sie diese Art der Jagd stets als Begehr.
Ein knurrendes „Du gehörst mir“, Bisse, die mich als deinen Besitz markieren.
Griffe, die mich unten halten und ein Wechselspiel, dass mich dir freiwillig ausliefern lässt. Und geschieht es nicht freiwillig, dann geschieht es unter dem guten Zwang, den ich so liebe.

Blutrote Perlen. Blutstropfen. Das Elixier des Lebens, nach dem du dürstest und es dir verlangt. Zeichen auf meiner Haut. Deine Zeichen auf meiner Haut.
Dein sein.

Brennendes Verlangen wecken. Mit diesem brennenden Verlangen spielen. Mich nach dir verzehren lassen. Mich auf einen Tanz mit dir einladen, wie die Irrlichter um den Wanderer tanzen. Die Sinnlichkeit und die Ästhetik des BDSM verstehen lassen, indem jedes Gefühl von Sinnlichkeit und Ästhetik in deinen Bewegungen liegt.
Mit meiner Lust spielen und sie fördern. Sie mir verwehren.
Und all die Tiefe von D/s entzünden lassen, die so hell strahlen, dass sie alle Blicke auf sich ziehen. Denn deine Dominanz genießt Zuschauer und sie genießt es, wenn Dritte die Hingabe und dieses Feuer zwischen uns spüren können.

Der Wanderer schmunzelte. Er wusste, dass Irrlichter als Überbleibsel unglücklicher Seelen galten. Er jedoch hatte das Gefühl, mit ihnen seine Seele verbinden zu können.

…so fürchte ich kein Unglück.

Der unempathische Dom

Hallo meine lieben Leser! Lang, lang ist es her, dass ich mich bei euch zurück melde. Ich schätze, ich
bin aktuell einfach von der Muse ungeküsst.
Mit diesem Post verschreibe ich aber eine kleine Herzensangelegenheit, weil ich hier wohl eine gänzlich andere Meinung trage, als viele meiner Mitbloggerinnen oder meiner Twitter-Gefolgschaft.
Deshalb an dieser Stelle wieder einmal ein Disclaimer: Ich blogge nur über meine Empfindungen und mein BDSM. Ich möchte niemandem sein BDSM absprechen und bin neugierig auf einen Austausch. Und wenn ihr alles gänzlich anders seht, als ich, dann ist auch das natürlich vollkommen legitim.

So, jetzt aber ab zum eigentlichen Beitrag:

Empathie als Pflichtangabe?

Fragt man heute Subs, welche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften sie sich von einem Dom wünschen, dann wird „Empathie“ meist einstimmig benannt. Und ich verstehe das. Die Fähigkeit, sich in das Gegenüber hineinzufühlen und diese Gefühle vielleicht auch in ihren Intensitäten wahrnehmen zu können, kann unfassbar hilfreich sein- sowohl während einer Session an sich, als auch beim AfterCare, damit Dom ein Gespür dafür hat, was Sub braucht, auch wenn sie es gerade nicht kommunizieren kann/mag/möchte.
Fragt man mich nun aber nach den Eigenschaften, die ich mir an einem Dom wünsche, dann würde „Empathie“ auf meiner persönlichen Liste fehlen. Und das hat einen für mich sehr gewichtigen Grund:

Die beiden Doms, mit denen ich regelmäßig spiele, lassen es mir an nichts mangeln. Außer ihrer nicht vorhandenen Fähigkeit an Empathie. Und mir geht es in dieser Konstellation bestens – sonst wäre ich keine D/s-Beziehung mit meiner Frau eingegangen.

Fehlende Empathie ausgleichen?

Kommen wir damit zu der wirklich spannenden Frage: Wie gleicht man fehlende Empathie aus und ist das Ergebnis dann auch zufriedenstellend? Nun ja, zuerst einmal habe ich einen gut funktionierenden Mund. Meine Dom muss nicht immer fühlen, dass es mir schlecht geht. Ich habe einen gut funktionierenden Mund und kann diesen auch benutzen.
Nein, nicht das, was ihr wieder denkt…
Statt von meinem Partner zu erwarten, dass er spürt, wie es mir geht und nachfragt, wie er helfen kann, übernehme ich diese Aufgabe. Ein einfaches „Ich habe Bauchschmerzen. Kannst du mir bitte einen Tee kochen?“ führt zum gleichen Ziel, auch wenn ich in diesem Beispiel die „treibende“ Kraft war. Das ist aber eben auch die einzige Aufgabe, die ich dabei zu erfüllen habe. Ehrlich und offen kommunizieren – besonders, wenn etwas ist.

Wie regeln das meine Partnerin und ihr Mann?

Nun, sie analysieren mich. Sie lernen mich kennen und beobachten meine Muskelbewegungen, meine Mimik und Gestik, mein Atem. Sie lernen, wie mein Gesicht sich bewegt, wenn ich Freude empfinde und beobachten meine Regungen, wenn ich Schmerzen habe. Aushaltbare Schmerzen, Schmerzen am Limit, ein kaum merkbarer Reiz. Und das prägen sie sich ein und können es in einer Session abrufen, Sie lernen, wann ich meine Zähne zusammenbeiße, bei welchem Schmerzpegel ich beispielsweise zu schwitzen anfange. Wann meine Augen beginnen zu tränen.

Und all diese Körperfunktionen lege ich ihnen nur zu gern offen. Damit sie eben von mir lesen können. Und dann lernen sie in der Praxis – einer Session z.B – ihr Wissen zu nutzen.
Statt z.B wie ein Empath zu fühlen, dass Sub nun vielleicht genug hat, weil er ihr Innenleben fühlt, achtet meine Dom dabei eben auf ein Zusammenspiel meiner Mimik, Gestik, Muskelbewegungen, etc. Und sollte ich diesbezüglich mal widersprüchlich reagieren, beispielsweise stehe ich sonst bei Praktik xy noch eher entspannt da, sie kann aber aus meinem zerknirschten Gesicht Schmerz lesen, dann wird einfach nachgefragt, Eine kleine Kontrollfrage während der Session: Alles okay?

unempathisch ist nicht unaufmerksam!

Ich habe oft das Gefühl, dass fehlende Empathie mit Unaufmerksamkeit gleich gesetzt wird und das ist eben nicht der Fall. Bzw, es muss nicht der Fall sein.
Da meine Partnerin auch meine Regungen für Schmerz in meinem Gesicht gelernt hat, ist sie die, die mir meine Migränetabletten bringt, weil sie genau weiß, dass diese Schmerzen als nächstes folgen werden. Sie hatte also schon vorher mein „Migränegesicht“ abgespeichert und weiß jetzt schon immer eher als ich, wann mich der nächste Migräne-Schub einholt.

Sie sind nicht unaufmerksam. Sie lesen mich und sie lernen mich. Sie nehmen sich sehr viel Zeit, dem fehlenden Faktor Empathie ausgleichen zu können.
Sie sind nicht unaufmerksam. Sie analysieren selbst die Art, ich schwitze.

Sie sind nicht unaufmerksam.
Zumindest meine Dom und auch ihr Mann nicht, denn Analysten -und als diese bezeichnen sie sich- dürfen und wollen
nicht aufmerksam sein.

Fazit; Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf eine Person treffe, die eben so empathisch ist, wie ich. Das ist erheiternd und ist irgenwie ein kleiner Segen. Aber ich setze es einfach nicht voraus,
Trotz fehlender Empathie: Meine Dom hat sich dahingehend noch keinen Fehler geleistet und ich weiß, sie gibt ihr bestes, damit alle Erlebnisse für mich pure Bereicherung sind. Und das weiß ich sehr zu schätzen und vertraue deshalb in sie, wie in niemand anderen.

Das Halsband – Unbedingt, weil?

Hallo meine lieben Leser! Ich melde mich zurück, bin noch immer im Urlaub, aber nehme natürlich fleißig am #BlogWar teil. Zusammen mit der lieben Needful und der werten Sarah bloggen wir gemeinsam über ein Thema, von dem niemand vorher weiß, was der jeweils andere schreiben wird. Und nicht selten kollidieren unsere Ansichten aufeinander, aber gerade das macht es ja erst spannend, richtig?

Die jeweiligen Blogs zum heutigen Thema findet ihr hier:

Sarah Blume: https://t.co/6tSIso5aGl?amp=1
Needie: https://t.co/i4SVncRTd0

Wie ihr schon in der Überschrift lesen könnt, soll es heute um das Halsband gehen.
Und wie immer der übliche Disclaimer: Handhabt das selbst, wie ihr wollt. Hier lest ihr nur meine subjektive Meinung.

Also dann: Viel Spaß beim Lesen!

Das Halsband – Bedeutung oder modisches Accessoire?

In „Die Geschichte der O“ ist es so, dass jeder, der das Halsband als Erkennungszeichen wahrnimmt und damit im Kreise der Eingeweihten ist, über die O verfügen darf.
Nun, ich trage auch Halsband, bin von dem ursprünglichen Zweck des Halsbands aber weit entfernt.
Wer also den silberfarbenen Edelstahlreif um meinen Hals als Zeichen von D/s wahrnimmt, der liegt damit goldrichtig, hat aber trotzdem keine Verfügungsgewalt 😉
Ich denke auch, dass heutzutage kaum noch ein BDSMler auf diese alte Tradition der Geschichte zurückgreift. Heute ist ein Halsreif längst nicht mehr nur Zeichen einer O, sondern auch modisches Accessoire. In den gängigen Läden werden sämtliche Arten von Choker verkauft. Man stelle sich also den Konflikt vor, wenn ein Liebhaber der O plötzlich sein Anrecht bei einer modernen Frau einfordert, die gerade ihren letzten H&M-Haul ausführt.
Das Konzept ist also veraltet.

Nun, ich finde diese schicken Abwandlungen der Modeindustrie wirklich schön- und ich denke auch, dass Choker noch genug Unterschiede zum „klassischen“ Halsband offen lassen, sodass diese beiden nicht zwingend verwechselt werden müssen. Sie haben also durchaus als Halsschmuck ihre Daseinsberechtigung, ohne mit dem BDSM zu kollidieren.

Vergeben? Single? Sub? Dom?

Vergebene Personen tragen Halsbänder. Single-Subs tragen Halsbänder. Doms tragen auch Halsbänder (entweder sie gefallen, sie sind Switcher, oder was auch immer – da gibt es wohl viele Gründe) und Subs tragen Halsbänder. Was das heißt?
Durch das Tragen eines Halsbands kann man absolut nichts über die Person heraus lesen. Für mich ist das in Ordnung. Soll jeder tragen oder machen, was ihn glücklich stimmt und niemanden verletzt.
Ich kann nicht leugnen, dass ich manche Handhabungen nicht verstehe oder es genau so machen würde, aber ich gehe eben meinen Weg.

Ich trage ein Halsband, wenn ich in einer festen D/s-Beziehung bin und Dom eben dieses Halsband abgesegnet hat. Es ist ein Symbol für diese Beziehung, wie es beispielsweise der Ehering in einer Ehe ist. Und ich würde das Halsband selbst auch nicht anders tragen.
Ich bin kein Freund von „Spielhalsbändern“ mit Playpartnern und möchte selbst auch keines. Das erfüllt für mich nicht den Zweck und macht die Symbolik kaputt. Entweder, ich gehöre jemanden und ich trage seinen Schmuck, oder eben nicht. Es ist mir schlicht zu wertvoll, um nur Accessoire in einer Session zu sein. Die einzige Ausnahme: Ich wechsel das Halsband, weil das Setting es erfordert oder mein fester Dom es eben so wünscht.

Womit wir auch bei der Überschrift wären: Unbedingt…weil?
Ich habe fast das Gefühl, es gehört heute zum guten Ton, dass jede Sub ein Halsband trägt. Ich kann das Bedürfnis danach verstehen, zumal es hübsch ist und irgendwie Kinkyness ausstrahlt. Und ich denke, dass das schon für viele ausreichend ist, um eines zu wollen.
Das ist auch okay so, kommt für mich selbst aber nicht in Frage. Ich möchte mein Halsband nicht ohne die Komponente D/s und mein D/s nicht ohne bestimmte Subkomponenten.

Aber: Ich brauche es eben nicht. Wenn meine Dom entscheiden würde, dass sie keines wünscht, dann würde ich mich diesem Wunsch anpassen. Wenn sie ein anderes Halsband an mir sehen will, dann beuge ich mich diesem Willen. Und wenn meine Dom eben unbedingt eines an mir sehen will, um zum Beispiel der Öffentlichkeit zu signalisieren, das ich ihr gehöre, dann trage ich auch unbedingt eines. Meine Dom hat da das letzte Wort und ehrlich gesagt würde ich es auch nicht anders wollen. Ständig nach einem Halsband zu quängeln läge mir da fern.

Mein Halsband

Ich trage aktuell ein Edelstahl-Halsreif mit O-Ring, der sich durch eine Schraube lösen lässt. Ich trage dieses Halsband tagsüber, nachts und zu fast allen Gegebenheiten. Einzig zu meinem Nebenjob nahm ich es ab, da ich diesem aber nicht mehr nachgehe, befindet es sich also 24/7 an meinem Hals. Ich liebe mein Halsband und ich liebe, zu welcher Person es mich macht. Ich trage es mit Stolz, wie frisch Verlobte ihren Verlobungsring tragen und auch in der Öffentlichkeit ist es mir nicht unangenehm. Blicke nehme ich entweder nicht wahr, oder sie sind nicht da. Natürlich ist es nicht unauffällig, aber darauf ansprechen oder mich gar anstarren tut kaum einer. Vielleicht ist das eben eine Sache der Ausstrahlung: je souveräner man damit auftritt, desto selbstverständlicher wird es auch aufgenommen – aber das ist eben nur meine persönliche Wahrnehmung.

Und trotzdem: Bald werde ich mich von meinem aktuellen Halsband als 24/7-Halsband trennen und ein anderes den Platz um meinen Hals einnehmen, denn vor wenigen Tagen bestellte ich -natürlich mit bester Genehmigung meiner Dom- mein Eternity-Collar. Diesem seufze ich schon ewig sehnsüchtig nach, aber die Finanzen erlaubten eine solche Ausgabe gerade.
Es ist ohne O-Ring und rosegold, sodass es auch zu einer normalen Arbeit getragen werden, aber nicht eigenständig von Sub gelöst werden kann.

Es. Ist. Wunderschön.

Ich werde mein Altes sicher auch ab und an tragen, gerade wenn ich beispielsweise Edelstahlmanschetten trage, damit es optisch stimmig wirkt oder vielleicht in einer Schwimmhalle, um das Material des Eterniry-Collars nicht unnötig zu belasten, aber dabei verlasse ich mich eben auf die Einschätzung meiner Dom.

Diese lies auch verläuten, dass sie sich für den neuen Halsreif eine kleine Zeremonie wünscht.
Man darf also gespannt sein, denn diese wird sicher einen eigenen Blogbeitrag erhalten.

Die O – Sub oder Sklavin?


Hallo meine lieben Leser!
Willkommen zurück zum #BlogWar mit der werten Needful und der lieben Sarah.
Sarah hat sich mal wieder ein Thema ausgesucht, zu dem wir alle bloggen werden, wobei bis zur Veröffentlichung niemand den Beitrag des Anderen kennen wird. Es gibt also drei unterschiedliche Ansichten zum oben genannten Thema zu lesen. Dabei ist es nicht unüblich, dass auch mal unsere Interessen und Ansichten kollidieren, aber gerade das macht es doch so spannend, richtig?

Die jeweiligen Blogs findet ihr hier:
Needful: https://t.co/zafJAUVaxC?amp=1
SarahBlume: https://t.co/CX3EmJ3osS?amp=1/

Nun denn, ich werde mir zu besagter Überschrift einige Freiheiten herausnehmen. Unter anderem mag ich nicht nur klären, in welche der beiden Schubladen ich die „O“ packe, sondern gleich noch für euch klären, in welche ich mich selbst einordnen würde. Es gibt also einiges zu lesen!
Viel Spaß!

Die „O“ nach Roissy

Als ich das Thema zuerst las, war ich kurz überfordert. Mir ist die Geschichte der O grob bekannt und ich kenne auch die Definition nach Sarahs Ex, weil sie sich einen Blog teilen und ich diesen schon seit Jahren lese, aber wirklich ~in dem Thema drinnen~ bin ich eben nicht. Ich habe das Buch zwei Mal angefangen und frustriert wieder abgebrochen, weil es für mich einfach unlesbar ist. Os Gefühlswelt ist so dermaßen uneinsichtig und man erfährt nahezu nichts über ihr Innenleben. Das gestaltet Figuren für mich zu eindimensional und langweilig, um mich durch ein ganzes Buch zu quälen. Was fühlt sie, während sie das erste Mal ausgepeitscht wird? Was sind ihre Gedanken, wenn ihr Verliebter sie in Roissy abgibt? All das ist nicht Bestandteil des Buchs. Somit sind wir leider nicht warm geworden und ich werde für immer unwissend über die Geschichte sterben 😉
Aber vielleicht schaue ich mir irgendwann einmal den Film an, wer weiß.

Was ich aber ganz sicher weiß (weil ich es im Buch durch die ersten Seiten geschafft habe – ansonsten korrigiert mich gern):
Die O wird nachts gezüchtigt und dient nach Sonnenaufgang den entsprechenden Männern und geht ihrer Tätigkeit nach. Erkennt jemand die O als das, was sie ist, so steht sie auch jenem zur Verfügung. O darf weder ihre Schenkel, noch ihre Lippen schließen und hat selbst keine Limits oder ein Safeword.

O – Sub oder Sklavin? Definitionen über Definitionen…

Sub oder Sklavin? Für beide Begriffe gibt es keine festen Definitionen und jeder definiert diese für sich selbst. Während ich zum Beispiel weiß, dass Sarahs Ex „Sub“ mit dem Schwerpunkt auf der sexuellen Fremdbestimmung und „Sklavin“ mit dem Schwerpunkt des Sadomasochismus definiert, sieht das bei mir wiefolgt aus:
(Und damit wieder der übliche Disclaimer: Das sind meine Ansichten. Es müssen nicht eure sein. Bildet euch da einfach eure eigene Meinung)


Die Sub unterliegt dem Machtgefälle des D/s. Sie bestimmt ihre Hard- und Softlimits eigenständig und spielt im Sicherheitsnetz des SSC oder RACK, hat aber ein Safeword oder dieses eben selbstbestimmt abgelegt. In jedem Fall hat sie -im Vergleich zur Sklavin – mehr Mitbestimmungsrecht, was die Gestaltung der D/s-Beziehung angeht. Oftmals liegt der Fokus auch auf der Lust der Sub.

Die Sklavin hingegen verfügt nach meinem Verständnis über keine Limits und kein Safeword. Sie ist sozusagen im Metakonsens beheimatet und lebt ihr D/s in einem 24/7-Verhältnis.
Als Sklavin übernimmt sie beispielsweise Aufgaben im Haushalt, um den Top zu entlasten und wird für Verfehlungen härter bestraft, als dies vielleicht bei Sub der Fall wäre. Der Fokus liegt eher auf service-orientierter Submission, obwohl sie natürlich auch für die Lust dient.

Ich weise aber an dieser Stelle darauf hin, dass der Begriff „Sklavin“ in mir ein leicht mulmiges Bauchgefühl auslöst und man sich natürlich bewusst sein sollte, wo der Ursprung des ganzen liegt:
Ich gebe hier die Stichworte „Rassismus“ und „Kolonialisierung“.
Ich möchte niemandem absprechen, diese Wörter für sich zu benutzen – ich möchte aber darauf hinweisen, weswegen ich sie für mich selbst nicht mag oder eigenständig nutzen würde.

Was ist also für die O passender? Nun, wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre die Sklavin wohl die Schublade meiner Wahl. Irgendwie ist die O für mich aber noch einmal eine ganze eigene Kategorie. Die O verlegt den Fokus zusätzlich auch noch auf die sexuelle Fremdbestimmung. Eine O lebt von dem Kontakt mit anderen Männern und ist nicht gemacht für das monogame D/s-Verhältnis. Die O genießt die Benutzung, Vorführung und den Verleih. Sub und Sklavin hingegen können nach meinem Verständnis durchaus mit einem einzigen Herren ihr Glück finden. Eine monogame O ist hingegen unvorstellbar.

(Falls es hier eine monogame O geben sollte: Ich lasse mich natürlich gern eines besseren Belehren. Schreib mir gern einen Kommentar!)

Was bin ich?

Ich weiß noch, dass meine Dom und ich einmal über diese Begrifflichkeiten gesprochen hatten. Ein befreundetes Paar (der Bräutigam und die Braut) führen ebenfalls eine D/s-Beziehung und labeln sich mit den Worten „Herr“ und „Sklavin“. Während meine Dom sich sicher war, dass ich -verglichen mit ihr- eben keine Sklavin sei, brachte mich das zum Nachdenken.
Okay, vielleicht war ich gleich wieder im Vergleichs-Modus, weil ich nicht verstand, warum dies ihre Ansicht war, traute mich aber auch nicht weiter nachzufragen. Stattdessen nuschelte ich nur ein knatschiges: „Aber beispielsweise sind meine Kinks doch viel weiter gefasst…“

Nun ja, auch ich hab manchmal keine Glanzmomente und das war einer davon.
Jedenfalls: Ich selbst könnte mir eine solche Beziehung durchaus vorstellen, wenn die Dynamik eben zu den betroffenen Personen passt. Ich könnte durchaus glücklich werden mit einem strengeren Regelwerk und einem service-orientierterem Leben. Sogar sehr. Ich denke, es würde mich massiv ausgleichen, wenn das alltägliche Leben unter Befehlsgewalt liegen würde, obwohl man wahrscheinlich ohne D/s dem Haushalt ähnlich nachkommen würde. Ist eben alles eine Sache des Mindsets. Ja, meine Brat würde in dieser Art der Dynamik verkümmern, aber je nach Gegebenheit hätte sie ihre Freiheiten in anderen Beziehungen. Das wäre dann wohl der Preis.

Aber ich brauche es nicht, weil ich mit meiner Art D/s eben genau so glücklich bin. Ich denke, ich kann mit vielen verschiedenen Arten von Beziehungen zufrieden sein, solange mein Gegenüber eben weiß, was er will und wie er dies gestalten mag.

Ich nenne mich also Sub, obwohl ich nach meiner Definition kaum eine der Gegebenheiten einer Sub erfülle. Das ist okay für mich, weil meine Dom die Begrifflichkeiten wählt und nicht ich.

TPE – Das unbekannte Land

Hallo meine lieben Leser!

Ich melde mich zurück aus dem Blog-War mit der werten Sarah und der lieben Needfull.
Wie auch bereits im letzten Beitrag bloggen wir heute über ein gemeinsames Thema., zudem jeder bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, nicht die Sicht des Anderen kennt. Es wird also wieder spannend, da gerade heute über ein Kink geschrieben wird, dass in BDSM-Kreisen sehr stark polarisiert. Ich weiß auch schon, dass unsere Ansichten heute etwas auseinander gehen werden. 😉

Ich verlinke euch hier noch einmal die Blogs der jeweiligen Kolleg*innen:
Needful: neediesblog.wordpress.com
SarahBlume: training-of-o.de/blog/

Und auch heute wieder: Viel Spaß beim Lesen!

TPE – eine dauerhafte Unmöglichkeit

Die drei kleinen und mächtigen Buchstaben „TPE“ stehen für total power exchange. Im Normalfall dient mein Blog nicht zur Begriffsdefinition, aber da die Definitionen hier sehr von der Einzelperson abhängig sind, nehme ich mir hierfür kurz Zeit.
Total power exchange meint im allgemeinen BDSM-Verständnis, dass Sub sozusagen alle Entscheidungsmacht an den Dom übergibt und er in alle Bereiche ihres*seines Lebens eingreift.
Sub hat für gewöhnlich keine Limits und kein Safeword. Der Spielbereich des TPEs ist also der Metakonsens.

Da ich selbst auch im Metakonsens spiele und viele das Konzept abschreckt, verlinke ich euch gern meinen dazugehörigen Beitrag, der Realität und Praxis des
„Wie, die darf ALLES mit dir machen?!“ein bisschen erklärt:

https://madeformisbehaviour.wordpress.com/2019/01/19/wie-die-darf-alles-mit-dir-machen-die-metakonsens-edition/

Nach meiner subjektiven Meinung lässt sich solch ein Zustand der kompletten Kontrolle nur über einen begrenzten Zeitraum ausüben. Es braucht quasi einen zeitlichen Rahmen und ein Ablaufdatum.

Warum?

Nun, weil komplette Kontrolle auf beiden Seiten -sowohl für Sub, als auch für Dom- ein perfektes Zeit- und Aufmerksamkeitsmanagement verlangt.
Ja, natürlich kann man entscheiden, dass Dom quasi auf Augenhöhe eigene Entscheidungen trifft und man nur ab und an mal in bestimmte Bereiche eingreift – quasi wann Dom das Bedürfnis danach hat – und somit das Machtgefälle mal sanft, mal stark vorherrscht, aber das (zusammen mit einem passenden Regel- und Aufgabenwerk) ist mein Bild von der Begrifflichkeit 24/7.
TPE hingegen lässt den Dom dauerhaft alles kontrollieren. Dom entscheidet immer, was bei Sub auf dem Speiseplan steht, was Sub anzieht, wann Sub zu Bett geht, verwaltet höchstwahrscheinlich auch die Finanzen, etc.
Und das bedarf eben einem hohen Maß an Aufmerksamkeit, denn all die Regeln, die Dom aufstellt, müssen natürlich auch kontrolliert werden und auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Außerdem -auch wieder in meinem Verständnis- wird im TPE wesentlich akribischer und schärfer sanktioniert. Bei Fehltritten wird also wesentlich weniger ein Auge zugedrückt.

Das ist für mich ein Zustand, der auf Dauer nicht nicht tragbar ist. Kaum ein Dom verfügt über die zeitlichen und geistigen Kapazitäten, permanent Sub zu überwachen und ihr*ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Und selbst wenn es irgendwo einen Super-Dom geben sollte, der dies wirklich permanent kann, sollte man natürlich auch bedenken, ob dieser Dauerzustand für Sub erstrebenswert ist oder zum Beispiel nach Beenden der Beziehung nicht eine Reihe von Problemen auf die Person zukommen, wenn man erst einmal wieder lernen muss, wie ein eigenständiger Alltag funktioniert.

Wie auch immer: andere Personen, andere Beziehungen, andere Definitionen
Nicht jeder wird mit meinem Zusatz des TPEs übereinstimmen und das ist für mich auch in Ordnung so. Wer -nach meinem Verständnis- 24/7 lebt und es TPE nennt: ist letztendlich nicht mein Bier.

Wir handhaben unser total power exchange so, dass wir einen zeitlichen Rahmen dafür festlegen, indem die Aufmerksamkeit dann voll auf unserem D/s liegt oder zu einer Situation passt, die beispielsweise stark service-orientiert ist. Interesse an einer kleinen Plauderei aus dem Nähkästchen?

Das nicht ganz so unbekannte Land

Was ich euch gleich zu Beginn verraten kann: Meine ersten Versuche von TPE liefen alles andere als so, wie ich sie mir vorgestellt habe. TPE benötigt eine gewisse Planung im Voraus, denn wenn Dom spontan entscheiden muss, was Sub trägt, während diese beispielsweise gerade im Zeitstress ist, dann kollidieren da Interessen, die nicht aufeinanderpassen.
Das ist aber nicht weiter dramatisch, denn man lernt aus Erfahrungen und auch Sub passt ihre Erwartungen an, sodass kommende Erlebnisse stetig besser laufen können und Spoiler: das sind und werden sie auch.

Inzwischen ist es so, dass mein aktuelles Regelwerk zu solchen Momenten einen Tag vorher umfassend erweitert wird. Ich erhalte also etwa 15-20 Extraregeln, auf die ich mich schon vorher einstimmen kann, sodass ich auch die Chance habe, die Sache fehlerfrei zu meistern und den Erwartungen entsprechend aufzutreten. Kleinigkeiten oder letzte Feinschliffe werden dann zu den passenden Situationen besprochen. Mir ist ein grober Rahmen des Ablaufs also bekannt.

So bekam ich zum Beispiel an meinem Geburtstag dieses Vergnügen, denn das war mein Geburtstagswunsch an meine Dom. Und ich hatte einen ganz wundervollen Geburtstag. Mein Outfit wurde ausgesucht, die Gäste bestimmte meine Dom (die dank Corona natürlich sowieso stark überschaubar war) und der Fokus lag auch dank dem Mitwirken der Gäste auf dem BDSM-Thema.
Ich hatte meiner Dom stündlich ein Getränk anzubieten, wählte dazu eine vorher gewünschte Anrede. Außerdem lag mein Fokus auf dem Sercive, den ich meinen Gästen als Sub bieten konnte. Ich kümmerte mich -wie vorher gewünscht- um meinen selbstgemachten Nimm-2-Likör, der auch meine Gäste stets erfreut und meine Hand diente den rauchenden Doms als Aschenbecher.
Da auch eine weitere Sub abwesend war, ließen sich bestimmte Handlungen sogar als Team absolvieren und wir erledigten die aufgetragenen Aufgaben im unterschiedlich gefesselten Zustand. Es war wundervoll.

Ein anderes TPE fand beispielsweise zu der Hochzeitsfeier eines befreundeten Paares statt. (für die aufmerksamen Leser von Twitter: die Hochzeit der Braut und des Bräutigams, die auch an meinem Geburtstag anwesend waren und selbst kinky unterwegs sind)
Die Braut übernachtete vor der Hochzeit bei uns und ich hatte mich am Morgen um das Frühstück zu kümmern. Meine Dom wählte mein Outfit aus und ich bekam Anweisungen für den Tag über. So war es beispielsweise meine Aufgabe, das Event über stets an ihrer rechten Seite Platz zu nehmen und auch auf dieser zu laufen. Beim gemeinsamen Essen im Restaurant suchte sie mein Menü aus und bestellte diesen auch für mich.

Ja, ich kann nicht leugnen, dass ein „Und für sie die Nummer 94, bitte“ mein kleines Herz höher schlagen lässt. Hach. Ich liebe diese Art der Fremdbestimmung. Oh – und ich war natürlich auch mit Liebeskugeln unterwegs. Eine wirklich gelungene Feier, sowohl für das Brautpaar, als auch für uns. Die Beiden waren übrigens in das TPE eingeweiht.

Der Reiz

Wer D/s genießt, wird den Reiz der Fremdbestimmung verstehen können und wer bereits einmal in den Genuss des TPE kam (und dies natürlich auch möchte), der wird absolute Fremdbestimmung lieben. Der Fokus liegt auf der Sub und ihrem Erleben, während Sub ihren kompletten Fokus auf Dom und dessen*deren Wohlergehen legt. Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl, banale Entscheidungen wie die Frage nach dem heutigen Essen an jemandem abzugeben und sich dabei ganz den Bedürfnissen des Gegenüber anzupassen.
Außerdem bin ich eine kleine Attention-Whore. Ich liebe Aufmerksamkeit. Und ich liebe es, wenn man permanent ein Auge auf mich hat und mich mit Aufgaben fordert.

Ernsthaft, die Sub in mir seufzt gerade sehnsüchtig. Das ist für mich ein purer Genuss. Einfach rund um die Uhr für meine Dom da sein und zu wissen, dass das eben auch gerade gewollt ist und im Zentrum des Geschehens steht. Ich denke, es ist zu vergleichen mit einem Aufenthalt in einem BDSM-Appartement gegenüber einer Session. Man weiß eben, wenn man dort anreist, dass BDSM das Hauptgeschehen und einen großen Teil der Zeit einnehmen wird. Und so verhält es sich auch mit dem TPE und dem D/s-Machtgefälle.

EPE: Fluch oder Segen?

Hallo meine lieben Leser!
Ich melde mich zurück! Heute startet der Blogmarathon mit zwei weiteren Twitter*innen und ich wurde herzlich eingeladen, an diesem Dreier teilzunehmen 😀
Die liebe Sarah traf die Themenauswahl und Needful, aus dem letzten Beitrag, ist auch wieder mit am Start. Wer neugierig ist: wir bloggen in regelmäßigem Abstand zum gleichen Thema, wissen aber vorher nicht, was die Anderen geschrieben haben. Es wird also eine bunte Überraschung und ich bin gespannt, was die jeweiligen Kolleg*innen für geistige Ergüsse fabrizieren werden.

Ihre Blogs findet ihr hier:
Needie: https://t.co/IEW51XxeOW?amp=1
Sarah Blume: https://t.co/dNsQjDnAMF?amp=1

Damit sind wir beim heutigen Thema: EPE – Erotic Power Exchange
Viel Spaß beim Lesen!


Erotic Power Exchange?

Zuerst einmal: Ich kannte den Begriff, bevor ich ihn auf dem Blog von Sarah und ihrem Ex las, gar nicht. Klar, TPE war mir geläufig (hier ein kleiner Spoiler: Im nächsten Blogpost wird dazu sogar etwas aus dem Nähkästchen geplaudert), aber EPE wirkte für mich erst wie der Versuch, eine entschärfte Version dessen zu finden und trotzdem diese -in meinen Augen- mächtig konnotierten Wörter „power exchange“ zu gebrauchen. Nein, ich spreche niemandem diese Form des BDSM ab – lebe ich sie ja irgendwie selbst, aber ich bin mit der Begrifflichkeit eben nicht so glücklich.
Denn auch, wenn man es mir nicht anmerkt: Ich habe für die meisten Begriffe meine eigene Definition, toleriere aber eben auch fremde Definitionen, solange meine eben auch toleriert wird.
Egal, ich schweife ab.

EPE ist also die komplette Kontrolle über den erotischen Bereich des BDSM und des Lebens. So gesehen umfasst meine D/s-Bezeichnung also auch EPE, denn meine Dom hat die Kontrolle über meine Orgasmen und hat auch das Recht, über zukünftige Sexualpartner oder mein Sexualverhalten entscheiden zu können. Ich bin natürlich gern für Korrekturen offen, aber in meinem Verständnis ist damit die komplette Erotik abgedeckt, oder?

Und in meinem Verständnis sind somit auch die meisten, mir bekannten D/s-Beziehungen EPE, gerade da viele auch ein monogames Verhältnis bevorzugen und bei Orgasmen um Erlaubnis gefragt werden muss. Somit lässt sich EPE in eine solche Beziehung sehr einfach integrieren.

Spannend wird es aber auch in zum Beispiel meinem Fall: Polybeziehung und EPE. Was passiert also, wenn zum Beispiel ein Orgasmusverbot mit dem zweiten Beziehungs- oder Sexualpartner einhergeht? Und noch spannender wird es, wenn ich euch jetzt erzähle, dass dies bereits passiert ist und ich meine Erfahrungen mit euch teilen kann.

EPE: Fluch oder Segen.

Polyam und EPE

Nun, bei mir ist das einfach: Die Regeln meiner D/s-Beziehung gelten über die Wünsche eventueller weiterer Partner hinweg. Das war zu Beginn meiner D/s-Partnerschaft MEIN Wunsch und ich werde ein Teufel tun, dass dies rückgängig gemacht wird. Immerhin genieße ich diese Macht über mich und gewinne einen erheblichen Teil meiner Befriedigung daraus.

Zusätzlich mag ich anmerken, dass meine Dom natürlich auch mein Wohl im Blick hat und nicht aus purer Willkür monatelang den sexuellen Kontakt mit einem weiteren Partner verbieten würde, wenn ich gerade glücklich und Hals über Kopf verliebt wäre.
Plus: Innerhalb unserer Partnerschaft gibt es -und das unabhängig vom D/s – so etwas wie ein Vetorecht, dass wir uns beiden gegenseitig eingestehen. Bestimmte Personen oder Praktiken dürfen also, einzeln oder dauerhaft, begründet dem anderen verwehrt bleiben, wenn eben ein Problem oder ein ungutes Gefühl vorherrscht. Man nimmt dann einfach Rücksicht auf die Gefühle des Anderen, kann sich aber im Gegenzug auch sicher sein, dass dieses Vetorecht eben nicht missbraucht wird.

Überträgt man dies nun aber auf die D/s-Beziehung, so macht es mir eben gleich doppelt wenig aus, wenn es irgendwann einmal dazu kommen sollte, dass ich beispielsweise keinen Sexualkontakt mit einer Person haben darf. Immerhin habe ich diesen Gegebenheiten auch doppelt zugestimmt.

Unangenehmer wird es dann, wenn ich bereits einen weiteren Partner habe, mit dem ich schon Jahre zusammen bin und sich urplötzlich etwas an unserem Sex ändert, weil die D/s-Beziehung das eben so möchte.
Ich hatte beispielsweise vor ein paar Jahren ein mehrmonatiges Orgasmusverbot mit unbekanntem Ende. Insgesamt streckte sich diese Zeit über 6 Monate. Während mich dieses nur an einzelnen Tagen frustrierte, durfte ich ja noch weiterhin Sex oder BDSM-Sessions haben, war dies für meinen damaligen weiteren Partner anscheinend eine große Umstellung.

Ich kann hier nur meine Einschätzung wiedergeben und möchte nicht für ihn sprechen. Was ich aber für mich sagen kann ist, dass die Qualität meines Sexlebens mit ihm massiv abgenommen hat.
Statt kreativer, intensiver Akte wurde ein kurzes Rüberrutschen daraus, indem es eben ausschließlich um seine Befriedigung ging, war meine durch das Orgasmusverbot anscheinend in den Hintergrund gerückt. Das ist insofern schade, dass mir mein eigener Orgasmus nie wirklich wichtig war und ich vieles auch hätte so genießen können, aber man weiß eben nie, was das mit dem eigenen und anderen Mindset macht.
Ich weiß aber auch, dass es dieses eine Erlebnis gab, indem er sich von diesem Verbot geradezu gechallenged gefühlt hat und unbedingt einen Orgasmus meinerseits provozieren wollte.
(was nicht funktioniert hat, weil ich dieses Verhalten als respektlos gegenüber den Regeln meiner D/s-Beziehung empfand und man dann eben so gut im Bett sein kann, wie man will…)

Mir war das damals gar nicht wirklich bewusst. Ich wusste nur, dass ich eben weniger Interesse an Sex mit ihm bekam und entsprechend auch weniger Sex hatte.

So gesehen war das EPE in diesem Fall wohl Fluch. Ein Fluch, der mir aufzeigte, dass dies eben auch viel Kommunikation mit eventuellen Partnern benötigt, die einfach nicht gegeben war.

Die liebe Graysexualität

Wie die meisten meiner Leser wissen: Ich bin graysexuell. Ich habe keine wirklich normale Sexualität. Ich verspüre nur selten so etwas wie sexuelle Anziehung und -wenn überhaupt- dann auch nur bei Beziehungspartnern. (aber da eben auch nicht immer, sonst würde ich mich eher mit „demisexuell“ labeln, aber genug der ganzen Mikrolabels jetzt)

Ich habe zur Zeit etwas Glück und werde 2020 vergleichsweise häufig mit dem Gefühl von sexueller Anziehung und Libido beschenkt. Drückt mir mal die Daumen, dass das so bliebt, denn ein gewisses Gefühl von Normalität in dem Bereich ist tatsächlich irgendwie einfach und befreiend.
Wie auch immer…

Früher dachte ich, dass EPE keinen großen Einfluss auf mich haben wird. Dank meiner Sexualität habe ich wenig Interesse an meinen eigenen Orgasmen. Orgasmuskontrolle war also ganz nett, aber man kann nur bedingt etwas nachtrauern, was man nicht vermisst. Und sonst?
War es für mich irgendwie einfach. Es nahm mir die Entscheidung ab, mich mit meiner Nicht-Lust zu beschäftigen. Statt jeden Tag frustriert zu sein, warum mein sexuelles Interesse nur wenig bis gar nicht vorhanden ist, war dies durch das EPE irgendwie egal. Immerhin lag es eh nicht in meiner Macht zu entscheiden, wann es sexuelle Handlungen oder Orgasmen gab. Es war nicht weiter von Bedeutung, wenn ich keine Anziehung verspürte, aber gerade benutzt werden sollte, denn der Fokus lag dabei nicht mehr auf meiner verkorksten Sexualität. Es war wunderbar. Ein Segen.

Wahrscheinlich können das nur die wenigsten nachvollziehen, aber es nahm mir irgendwie den Druck und ich denke, dass das auch dazu beiträgt, dass ich heutzutage öfter Mal mit einer Libido gesegnet bin. Was gut ist, denn plötzlich kann ich sogar mal um meinen Orgasmus bitten oder gar betteln, was sonst eben undenkbar gewesen wäre. Und ja, ich genieße das.

Jedenfalls: Wie auch meine Dom Sexualpartner verbieten kann, so kann sie natürlich auch sexuelle Handlungen mit einer Person anordnen. Da ich Personen gegenüber, die nicht meine Dom sind, quasi gar keine sexuelle Anziehung verspüre, egal wie optisch schön oder perfekt vorliebentechnisch harmonierend diese Person für mich wäre, ist das EPE hier ein gutes Hilfswerkzeug, um eben doch eine sexuelle Beziehung zueinander herzustellen. Denn Spaß am Passierten habe ich auch ohne das Gefühl der Anziehung.

Fakt ist also: EPE ist für mich -wie so viele ambivalente Dinge- Fluch und Segen zugleich, nur empfinde ich den Fluch-Teil als weniger gewichtend (zumindest für mich! :D)
Ich mag das nicht missen. Ich liebe fremdbestimmte Sexualität.

Hach.