~Die Halsbandzeremonie~

Hallo meine lieben Leser!
Ich melde mich zurück mit einem neuen Blogpost – wenn auch früher, als gedacht. Ich möchte euch von meinem gestrigen Abend erzählen. Lang habe ich es angekündigt, nun ist es vollbracht.
Verzeiht mir etwaige Erinnerungslücken: Ich trug eine Maske und habe absolut nichts gesehen. Außerdem war mein Endorphinrausch sicherlich erinnerungstrübend.
Wie auch immer: Viel Spaß beim Lesen!

Das neue Halsband

Meine Dom und ich haben uns beide in ein Halsband verliebt. Das Eternity-Collar.
Rosegold. Und mit etwa 300 Euro inklusive Zoll und Versand alles andere als ein Schnäppchen.
Ich nahm mir eigentlich vor, über die letzten Monate auf das Halsband zu sparen, kam aber dank eines sehr spendablen Geldsklaven sehr schnell an den vollen Betrag.
Also: gekauft und dem vielen Geld ein bisschen nachgetrauert.
Man muss eben dazu sagen, dass dieses Halsband im Luxus-Preissegment liegt und aus Titan besteht. Titan ist wirklich ultra-leicht, sodass man gar nicht merkt, dass man es um den Hals trägt.
Zudem bin ich voll auf Risiko gegangen und habe die kleinste Größe bestellt, da die von mir präferierten Größen gerade ausverkauft waren. Das Warten war also ein Nervenkitzel.

Hat von euch bereits einmal jemand im Ausland bestellt und euer Päckchen wanderte über den Zoll Frankfurt/Flughafen? Nun, binnen 4 Tagen war mein Halsband aus den USA in Deutschland.
8 Wochen verbrachte es dann im Zoll am Flughafen. Vielleicht kennt ja jemand dieses Dilemma auch.

Jedenfalls hielt ich das Paket dann Anfang September in meinen Händen. Einmal kurz angelegt, um zu schauen, ob es passt und dann verschwand es wieder im Regal. Ich wusste schon, dass ich mich ein bisschen in Geduld üben musste, denn wir wollten beide für diesen Augenblick Ruhe und eine stressfreie Zeit. Zwischendurch war ich dann auch krank, sodass wir Anfang dieser Woche entschieden, dass gestern der passende Tag dafür sein wird.

Tag der Entscheidung

Ich wusste, dass meine Dom eine kleine Zeremonie plant. Ich wusste nicht genau was – besser, ich wusste eigentlich überhaupt nichts. Das Einzige, was ich wusste: an jenem Abend werde ich meine
Schreibaufgabe vorlesen. Diese findet ihr auch im vorherigen Blogpost.
Mein Kopf arbeitete also schon seit früh auf Hochtouren. Früh ist eigentlich auch ein bisschen untertrieben – es arbeitete seit Tagen auf Hochtouren und ich hatte wohl so etwas wie Lampenfieber.
Ja, vor Sessions leide ich oft unter Versagensängsten und allen erdenklichen Issues.
So auch jetzt.
Im Normalfall kann ich diese einfach annehmen und betrachte sie als Teil meines Vorbereitungsrituals, aber diesmal hatte ich wirklich Schiss. Wirklich.
Ich wusste natürlich, dass ich mir dieses Halsband nicht verdienen muss. So funktioniert meine Dom nicht. Aber zu solch einem besonderen Anlass möchte ich natürlich alles geben, was ich kann.
Ich war also die personifizierte Nervosität auf zwei Beinen und habe den Tag irgendwie sehr verkrampft verbracht. Bis der Abend anbrach:

Es begann also damit, dass meine Dom meine Schreibaufgabe zu zeigen. Innerlich hoffte ich, dass ich sie mir diese nicht vorließt – oder schlimmer noch: dass ich diese vorlesen muss. Da war aber wohl das Glück auf meiner Seite, sodass ich einfach unruhig neben ihr sitzen konnte. Der Versuch, mich einfach unter meiner Decke zu verstecken, wurde nur mit einem Lachen kommentiert.
Ja gut.

Mein Schriftstück gefiel ihr sehr und ich bekam noch Gelegenheit, es hier hochzuladen. Danach verzog ich mich in das Bad, schminkte meine Lippen und trug meinen Eyeliner auf.

„Wir machen heute nur etwas Kleines. Wir sind ja doch schon beide ziemlich erledigt, ist das okay?“
Ich nickte, war ich tatsächlich heute auch nicht so fit wie gewollt.
„Dann stell dich hier hin, damit ich deine Hände am Deckenhaken fixieren kann.“

Ich weiß nicht, warum ich gehofft habe, dass „etwas kleines“ impliziert, dass ich vielleicht sitzen oder gar liegen darf, aber da hab ich wohl weit gefehlt. Vielleicht weil die Hände-über-Kopf-Fesselung im Stand immer bedeutet, dass alle Bereiche des Körpers bespielt werden.
Und so wusste ich, dass -für mein Verhältnis- es diesen Abend bei keiner Kleinigkeit bleiben würde, aber ich war gespannt und neugierig.

Mir wurde eine Augenbinde umgelegt und über diese eine Stoffmaske gezogen – so eine die man immer von Bankräubern im TV kennt, nur das bei diesen eine Öffnung in der Lippenpartie vorhanden ist- sodass ich absolut nichts sah. Testweise zierten Handschellen meine Handgelenke, die am Deckenhaken angebracht wurden. Da ich dort aber zu sehr tänzelte und mich so strecken musste, dass ich Stand auf den Zehen kaum möglich war und zu viel Gewicht auf den Handschellen lagerte, entschied sich meine Dom dann doch für die Manschetten an meinen Händen.
So stand ich immer noch auf Zehen, litt aber zumindest nicht an massiv einschneidenden Handgelenken.

Ich weiß gar nicht, was als erstes passiert. Ich glaube, ihre Hand wärmte mich auf, schlug mir auf Hintern und Brust. Sie setzte Wäscheklammern an meine Nippel und ich zog scharf die Luft ein. Ich bin an den Brüsten ein kleines Mimimi, doch an diesen Schmerz gewöhnte ich mich sehr gut. Das Entfernen der Klammern ist aber immer wieder ein kleiner Akt, der mich wimmern und auch ein bisschen knurren lässt.
Ich wurde geschlagen. Mit der Military-Edge. Mit der Teufelszunge. Mit der Gerte. Ich kann keines davon wirklich auseinanderhalten, aber gerade die ersten beiden Spielzeuge sind wirklich fies und hinterlassen ordentliche Schmerzreize. Das Ganze wird noch verstärkt durch die Maske, denn durch den fehlenden Sinn konzentriert sich der Körper quasi auf alles, was ihm sonst an Reizen gegeben wird.
Ein Kuss durch die Maske. Ich streckte mich ihr entgegen, um beim nächsten Schmerzreiz wieder auf die Zehenspitzen ausgewichen.
Ich tänzelte, versuchte mich dem Schmerzreiz zu entziehen.
„Du weißt, dass wenn du dich immer weiter drehst, du doch wieder bei mir ankommst?“, kommentierte meine Dom mein Handeln belustigt.
In dem Moment war mir das egal. Ich versuchte nur mein Gleichgewicht zu halten, den Schmerz anzunehmen und das alles zu genießen. Denn das tat ich. Ein gutes Spanking löst mich und macht mir irgendwie den Kopf frei. Lässt mich einfach nur in dieser Situation ankommen und dank der Maske musste ich mich nicht mit meiner Umgebung beschäftigen.
Ich hörte meine Dom das Schlagwerkzeug weglegen, da habe ich mich gerade an die Schmerzintensität gewöhnt. Fast entwich mir ein leises Seufzen.
Da spürte ich den Druck der Spike-Handschuhe an meinem Hintern. Noch ein paar feste Schläge, ein paar eindringliche Griffe an Brust, Intimbereich und Arsch und ich ließ mich etwas in ihren Halt fallen. Ich liebe den Schmerz des Handschuhs- vor allem wenn man damit schlägt. Es hinterlässt so einen größflächigen Schmerz und sofort sichtbare Spuren. Ein wohliger Schauer überkam mich, der durch ein fieses Brennen auf meinem gesamten Rücken unterbrochen wurde. Die Spike-Handschuhe kratzten einmal mit Druck über diesen und ich merkte, wie meine Augen zu tränen begannen.
Mit einer gewissen Kraft dahinter erinnert es irgendwie an ein Raubtier, dass seine Krallen in dir hinterlässt.
„Atme tief durch“ – und ich ließ mich in den Schmerz fallen und gab mich diesem hin.

Meine Dom schlich um mich als wäre sie besagtes Raubtier und ich ihre Beute. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken.
„Wenn ich du wäre, würde ich jetzt still halten“
Ich weiß, dass das eine lieb gemeinte Warnung und auch ein Befehl ist. Solche Sätze fallen nur, wenn wir mit wirklich, wirklich scharfen Klingen hantieren und ein Zappeln wäre in jedem Fall kontraproduktiv.
Ich spürte zwei scharfe Schnitte, etwas über meinem Schulterblättern. Links und rechts. Meine Dom kommentierte, wie schön es aussehe, wenn das Blut meinen Rücken hinunterläuft und ich spürte ihre Lippen auf meiner Schulter.
In solchen Momenten vergesse ich die Zeit, weil sie sich für mich so unfassbar intensiv anfühlen.
Und ganz ehrlich? Irgendwie habe ich mich in diesem Moment wie ein Engel gefühlt, dem an diesen Stellen seine Flügel wachsen. Flügel, für die vielleicht etwas Blut fließen musste, aber die mich fliegen lassen. Und ich flog.

Die Zähne meiner Dom bohrten sich in meine Schulterbeuge. Ich seufzte wohlig. Es sind die Momente, die mir ein nonverbales „Du gehörst mir“ schenken und ich liebe sie über alles.
Dann spürte ich Wachs auf meiner Haut. Meinen Brüsten. Meinen Oberschenkeln.
Es fühlt sich unbeschreiblich an, wenn man nicht sehen kann, wo es einen trifft. Man nur den Verbrennungs-Geruch der Kerze wahrnimmt. Das Erhärten des Wachs auf meiner Haut.
Und wie meine Dom es wieder mit einem Messer entfernte. Der kühle Stahl fühlte sich wie
eine Wohltat auf meiner Haut an. Auch wenn ich es nicht sehen konnte, spürte ich ihre Konzentration. Mal schrammte das Messer etwas fester über die Haut. Mal fühlte es sich wie nicht da an, weil es so vorsichtig über meine Haut glitt.

Zum Ende wurde ich losgebunden und durfte Platz auf einem Stuhl nehmen – Hände und Füße an diesen gefesselt. Ich wurde noch ein bisschen mit dem Magic Wand gequält, ehe man mir die Maske abnahm und ich dieses Spiel mit einem Orgasmus abschließen konnte. Es war wie ein kleines Vor-Geschenk zu meinem eigentlichen Geschenk.

Dieses durfte ich abschließend empfangen. Meine Dom wies mich an vor ihr zu knien. Ich ließ mich auf meine Knie sinken, legte meine Hände mit den Handflächen nach oben auf diesen ab.
Meine Dom zeigte mir mein Collar, trat neben mich, nahm meine Haare zur Seite und legte es mir an.
Schenkte mir noch einen Kuss.
Und dann überrollten mich die Freudenstränen.
Ich liebe dieses Halsband, ich liebe, was es mit mir macht und ich liebe diese D/s-Verbindung.
Sie nahm mich in den Arm. Und ich flüsterte ein leises „Danke“ ♥

Die Endorphine halten noch immer an. Ich schwebe. Ich genieße die Spuren und ich fühle mich vollkommen und angekommen. Also auch hier noch einmal:

Danke.

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