Die O – Sub oder Sklavin?


Hallo meine lieben Leser!
Willkommen zurück zum #BlogWar mit der werten Needful und der lieben Sarah.
Sarah hat sich mal wieder ein Thema ausgesucht, zu dem wir alle bloggen werden, wobei bis zur Veröffentlichung niemand den Beitrag des Anderen kennen wird. Es gibt also drei unterschiedliche Ansichten zum oben genannten Thema zu lesen. Dabei ist es nicht unüblich, dass auch mal unsere Interessen und Ansichten kollidieren, aber gerade das macht es doch so spannend, richtig?

Die jeweiligen Blogs findet ihr hier:
Needful: https://t.co/zafJAUVaxC?amp=1
SarahBlume: https://t.co/CX3EmJ3osS?amp=1/

Nun denn, ich werde mir zu besagter Überschrift einige Freiheiten herausnehmen. Unter anderem mag ich nicht nur klären, in welche der beiden Schubladen ich die „O“ packe, sondern gleich noch für euch klären, in welche ich mich selbst einordnen würde. Es gibt also einiges zu lesen!
Viel Spaß!

Die „O“ nach Roissy

Als ich das Thema zuerst las, war ich kurz überfordert. Mir ist die Geschichte der O grob bekannt und ich kenne auch die Definition nach Sarahs Ex, weil sie sich einen Blog teilen und ich diesen schon seit Jahren lese, aber wirklich ~in dem Thema drinnen~ bin ich eben nicht. Ich habe das Buch zwei Mal angefangen und frustriert wieder abgebrochen, weil es für mich einfach unlesbar ist. Os Gefühlswelt ist so dermaßen uneinsichtig und man erfährt nahezu nichts über ihr Innenleben. Das gestaltet Figuren für mich zu eindimensional und langweilig, um mich durch ein ganzes Buch zu quälen. Was fühlt sie, während sie das erste Mal ausgepeitscht wird? Was sind ihre Gedanken, wenn ihr Verliebter sie in Roissy abgibt? All das ist nicht Bestandteil des Buchs. Somit sind wir leider nicht warm geworden und ich werde für immer unwissend über die Geschichte sterben 😉
Aber vielleicht schaue ich mir irgendwann einmal den Film an, wer weiß.

Was ich aber ganz sicher weiß (weil ich es im Buch durch die ersten Seiten geschafft habe – ansonsten korrigiert mich gern):
Die O wird nachts gezüchtigt und dient nach Sonnenaufgang den entsprechenden Männern und geht ihrer Tätigkeit nach. Erkennt jemand die O als das, was sie ist, so steht sie auch jenem zur Verfügung. O darf weder ihre Schenkel, noch ihre Lippen schließen und hat selbst keine Limits oder ein Safeword.

O – Sub oder Sklavin? Definitionen über Definitionen…

Sub oder Sklavin? Für beide Begriffe gibt es keine festen Definitionen und jeder definiert diese für sich selbst. Während ich zum Beispiel weiß, dass Sarahs Ex „Sub“ mit dem Schwerpunkt auf der sexuellen Fremdbestimmung und „Sklavin“ mit dem Schwerpunkt des Sadomasochismus definiert, sieht das bei mir wiefolgt aus:
(Und damit wieder der übliche Disclaimer: Das sind meine Ansichten. Es müssen nicht eure sein. Bildet euch da einfach eure eigene Meinung)


Die Sub unterliegt dem Machtgefälle des D/s. Sie bestimmt ihre Hard- und Softlimits eigenständig und spielt im Sicherheitsnetz des SSC oder RACK, hat aber ein Safeword oder dieses eben selbstbestimmt abgelegt. In jedem Fall hat sie -im Vergleich zur Sklavin – mehr Mitbestimmungsrecht, was die Gestaltung der D/s-Beziehung angeht. Oftmals liegt der Fokus auch auf der Lust der Sub.

Die Sklavin hingegen verfügt nach meinem Verständnis über keine Limits und kein Safeword. Sie ist sozusagen im Metakonsens beheimatet und lebt ihr D/s in einem 24/7-Verhältnis.
Als Sklavin übernimmt sie beispielsweise Aufgaben im Haushalt, um den Top zu entlasten und wird für Verfehlungen härter bestraft, als dies vielleicht bei Sub der Fall wäre. Der Fokus liegt eher auf service-orientierter Submission, obwohl sie natürlich auch für die Lust dient.

Ich weise aber an dieser Stelle darauf hin, dass der Begriff „Sklavin“ in mir ein leicht mulmiges Bauchgefühl auslöst und man sich natürlich bewusst sein sollte, wo der Ursprung des ganzen liegt:
Ich gebe hier die Stichworte „Rassismus“ und „Kolonialisierung“.
Ich möchte niemandem absprechen, diese Wörter für sich zu benutzen – ich möchte aber darauf hinweisen, weswegen ich sie für mich selbst nicht mag oder eigenständig nutzen würde.

Was ist also für die O passender? Nun, wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre die Sklavin wohl die Schublade meiner Wahl. Irgendwie ist die O für mich aber noch einmal eine ganze eigene Kategorie. Die O verlegt den Fokus zusätzlich auch noch auf die sexuelle Fremdbestimmung. Eine O lebt von dem Kontakt mit anderen Männern und ist nicht gemacht für das monogame D/s-Verhältnis. Die O genießt die Benutzung, Vorführung und den Verleih. Sub und Sklavin hingegen können nach meinem Verständnis durchaus mit einem einzigen Herren ihr Glück finden. Eine monogame O ist hingegen unvorstellbar.

(Falls es hier eine monogame O geben sollte: Ich lasse mich natürlich gern eines besseren Belehren. Schreib mir gern einen Kommentar!)

Was bin ich?

Ich weiß noch, dass meine Dom und ich einmal über diese Begrifflichkeiten gesprochen hatten. Ein befreundetes Paar (der Bräutigam und die Braut) führen ebenfalls eine D/s-Beziehung und labeln sich mit den Worten „Herr“ und „Sklavin“. Während meine Dom sich sicher war, dass ich -verglichen mit ihr- eben keine Sklavin sei, brachte mich das zum Nachdenken.
Okay, vielleicht war ich gleich wieder im Vergleichs-Modus, weil ich nicht verstand, warum dies ihre Ansicht war, traute mich aber auch nicht weiter nachzufragen. Stattdessen nuschelte ich nur ein knatschiges: „Aber beispielsweise sind meine Kinks doch viel weiter gefasst…“

Nun ja, auch ich hab manchmal keine Glanzmomente und das war einer davon.
Jedenfalls: Ich selbst könnte mir eine solche Beziehung durchaus vorstellen, wenn die Dynamik eben zu den betroffenen Personen passt. Ich könnte durchaus glücklich werden mit einem strengeren Regelwerk und einem service-orientierterem Leben. Sogar sehr. Ich denke, es würde mich massiv ausgleichen, wenn das alltägliche Leben unter Befehlsgewalt liegen würde, obwohl man wahrscheinlich ohne D/s dem Haushalt ähnlich nachkommen würde. Ist eben alles eine Sache des Mindsets. Ja, meine Brat würde in dieser Art der Dynamik verkümmern, aber je nach Gegebenheit hätte sie ihre Freiheiten in anderen Beziehungen. Das wäre dann wohl der Preis.

Aber ich brauche es nicht, weil ich mit meiner Art D/s eben genau so glücklich bin. Ich denke, ich kann mit vielen verschiedenen Arten von Beziehungen zufrieden sein, solange mein Gegenüber eben weiß, was er will und wie er dies gestalten mag.

Ich nenne mich also Sub, obwohl ich nach meiner Definition kaum eine der Gegebenheiten einer Sub erfülle. Das ist okay für mich, weil meine Dom die Begrifflichkeiten wählt und nicht ich.

Ein Kommentar zu „Die O – Sub oder Sklavin?

  1. Tatsächlich spielt die Gefühlswelt der „O“ im Buch keine wesentliche Rolle. Jedenfalls nicht auf die Art, welche wohl eine „fühlige“ Frau erwarten würde. Genau dieses hat seinerzeit ja auch die Mär aufgebracht, es könne sich bei der Verfasserin um einen Menschen männlichen Geschlechts handeln. „O“ stellt sich zwar oft die Frage, warum dies und jenes geschieht, ein wenig mehr *Gefühlsduselei“ gibt es dann *spoiler* im Film interpretiert.
    Am Ende gibt es auch wenig bis kein direktes Pre- und/oder AfterCare durch die Herrschaft. Weil die „O“ keines benötigt. Kannste gerne die Ex fragen 😉

    Gefällt 1 Person

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