~Die Halsbandzeremonie~

Hallo meine lieben Leser!
Ich melde mich zurück mit einem neuen Blogpost – wenn auch früher, als gedacht. Ich möchte euch von meinem gestrigen Abend erzählen. Lang habe ich es angekündigt, nun ist es vollbracht.
Verzeiht mir etwaige Erinnerungslücken: Ich trug eine Maske und habe absolut nichts gesehen. Außerdem war mein Endorphinrausch sicherlich erinnerungstrübend.
Wie auch immer: Viel Spaß beim Lesen!

Das neue Halsband

Meine Dom und ich haben uns beide in ein Halsband verliebt. Das Eternity-Collar.
Rosegold. Und mit etwa 300 Euro inklusive Zoll und Versand alles andere als ein Schnäppchen.
Ich nahm mir eigentlich vor, über die letzten Monate auf das Halsband zu sparen, kam aber dank eines sehr spendablen Geldsklaven sehr schnell an den vollen Betrag.
Also: gekauft und dem vielen Geld ein bisschen nachgetrauert.
Man muss eben dazu sagen, dass dieses Halsband im Luxus-Preissegment liegt und aus Titan besteht. Titan ist wirklich ultra-leicht, sodass man gar nicht merkt, dass man es um den Hals trägt.
Zudem bin ich voll auf Risiko gegangen und habe die kleinste Größe bestellt, da die von mir präferierten Größen gerade ausverkauft waren. Das Warten war also ein Nervenkitzel.

Hat von euch bereits einmal jemand im Ausland bestellt und euer Päckchen wanderte über den Zoll Frankfurt/Flughafen? Nun, binnen 4 Tagen war mein Halsband aus den USA in Deutschland.
8 Wochen verbrachte es dann im Zoll am Flughafen. Vielleicht kennt ja jemand dieses Dilemma auch.

Jedenfalls hielt ich das Paket dann Anfang September in meinen Händen. Einmal kurz angelegt, um zu schauen, ob es passt und dann verschwand es wieder im Regal. Ich wusste schon, dass ich mich ein bisschen in Geduld üben musste, denn wir wollten beide für diesen Augenblick Ruhe und eine stressfreie Zeit. Zwischendurch war ich dann auch krank, sodass wir Anfang dieser Woche entschieden, dass gestern der passende Tag dafür sein wird.

Tag der Entscheidung

Ich wusste, dass meine Dom eine kleine Zeremonie plant. Ich wusste nicht genau was – besser, ich wusste eigentlich überhaupt nichts. Das Einzige, was ich wusste: an jenem Abend werde ich meine
Schreibaufgabe vorlesen. Diese findet ihr auch im vorherigen Blogpost.
Mein Kopf arbeitete also schon seit früh auf Hochtouren. Früh ist eigentlich auch ein bisschen untertrieben – es arbeitete seit Tagen auf Hochtouren und ich hatte wohl so etwas wie Lampenfieber.
Ja, vor Sessions leide ich oft unter Versagensängsten und allen erdenklichen Issues.
So auch jetzt.
Im Normalfall kann ich diese einfach annehmen und betrachte sie als Teil meines Vorbereitungsrituals, aber diesmal hatte ich wirklich Schiss. Wirklich.
Ich wusste natürlich, dass ich mir dieses Halsband nicht verdienen muss. So funktioniert meine Dom nicht. Aber zu solch einem besonderen Anlass möchte ich natürlich alles geben, was ich kann.
Ich war also die personifizierte Nervosität auf zwei Beinen und habe den Tag irgendwie sehr verkrampft verbracht. Bis der Abend anbrach:

Es begann also damit, dass meine Dom meine Schreibaufgabe zu zeigen. Innerlich hoffte ich, dass ich sie mir diese nicht vorließt – oder schlimmer noch: dass ich diese vorlesen muss. Da war aber wohl das Glück auf meiner Seite, sodass ich einfach unruhig neben ihr sitzen konnte. Der Versuch, mich einfach unter meiner Decke zu verstecken, wurde nur mit einem Lachen kommentiert.
Ja gut.

Mein Schriftstück gefiel ihr sehr und ich bekam noch Gelegenheit, es hier hochzuladen. Danach verzog ich mich in das Bad, schminkte meine Lippen und trug meinen Eyeliner auf.

„Wir machen heute nur etwas Kleines. Wir sind ja doch schon beide ziemlich erledigt, ist das okay?“
Ich nickte, war ich tatsächlich heute auch nicht so fit wie gewollt.
„Dann stell dich hier hin, damit ich deine Hände am Deckenhaken fixieren kann.“

Ich weiß nicht, warum ich gehofft habe, dass „etwas kleines“ impliziert, dass ich vielleicht sitzen oder gar liegen darf, aber da hab ich wohl weit gefehlt. Vielleicht weil die Hände-über-Kopf-Fesselung im Stand immer bedeutet, dass alle Bereiche des Körpers bespielt werden.
Und so wusste ich, dass -für mein Verhältnis- es diesen Abend bei keiner Kleinigkeit bleiben würde, aber ich war gespannt und neugierig.

Mir wurde eine Augenbinde umgelegt und über diese eine Stoffmaske gezogen – so eine die man immer von Bankräubern im TV kennt, nur das bei diesen eine Öffnung in der Lippenpartie vorhanden ist- sodass ich absolut nichts sah. Testweise zierten Handschellen meine Handgelenke, die am Deckenhaken angebracht wurden. Da ich dort aber zu sehr tänzelte und mich so strecken musste, dass ich Stand auf den Zehen kaum möglich war und zu viel Gewicht auf den Handschellen lagerte, entschied sich meine Dom dann doch für die Manschetten an meinen Händen.
So stand ich immer noch auf Zehen, litt aber zumindest nicht an massiv einschneidenden Handgelenken.

Ich weiß gar nicht, was als erstes passiert. Ich glaube, ihre Hand wärmte mich auf, schlug mir auf Hintern und Brust. Sie setzte Wäscheklammern an meine Nippel und ich zog scharf die Luft ein. Ich bin an den Brüsten ein kleines Mimimi, doch an diesen Schmerz gewöhnte ich mich sehr gut. Das Entfernen der Klammern ist aber immer wieder ein kleiner Akt, der mich wimmern und auch ein bisschen knurren lässt.
Ich wurde geschlagen. Mit der Military-Edge. Mit der Teufelszunge. Mit der Gerte. Ich kann keines davon wirklich auseinanderhalten, aber gerade die ersten beiden Spielzeuge sind wirklich fies und hinterlassen ordentliche Schmerzreize. Das Ganze wird noch verstärkt durch die Maske, denn durch den fehlenden Sinn konzentriert sich der Körper quasi auf alles, was ihm sonst an Reizen gegeben wird.
Ein Kuss durch die Maske. Ich streckte mich ihr entgegen, um beim nächsten Schmerzreiz wieder auf die Zehenspitzen ausgewichen.
Ich tänzelte, versuchte mich dem Schmerzreiz zu entziehen.
„Du weißt, dass wenn du dich immer weiter drehst, du doch wieder bei mir ankommst?“, kommentierte meine Dom mein Handeln belustigt.
In dem Moment war mir das egal. Ich versuchte nur mein Gleichgewicht zu halten, den Schmerz anzunehmen und das alles zu genießen. Denn das tat ich. Ein gutes Spanking löst mich und macht mir irgendwie den Kopf frei. Lässt mich einfach nur in dieser Situation ankommen und dank der Maske musste ich mich nicht mit meiner Umgebung beschäftigen.
Ich hörte meine Dom das Schlagwerkzeug weglegen, da habe ich mich gerade an die Schmerzintensität gewöhnt. Fast entwich mir ein leises Seufzen.
Da spürte ich den Druck der Spike-Handschuhe an meinem Hintern. Noch ein paar feste Schläge, ein paar eindringliche Griffe an Brust, Intimbereich und Arsch und ich ließ mich etwas in ihren Halt fallen. Ich liebe den Schmerz des Handschuhs- vor allem wenn man damit schlägt. Es hinterlässt so einen größflächigen Schmerz und sofort sichtbare Spuren. Ein wohliger Schauer überkam mich, der durch ein fieses Brennen auf meinem gesamten Rücken unterbrochen wurde. Die Spike-Handschuhe kratzten einmal mit Druck über diesen und ich merkte, wie meine Augen zu tränen begannen.
Mit einer gewissen Kraft dahinter erinnert es irgendwie an ein Raubtier, dass seine Krallen in dir hinterlässt.
„Atme tief durch“ – und ich ließ mich in den Schmerz fallen und gab mich diesem hin.

Meine Dom schlich um mich als wäre sie besagtes Raubtier und ich ihre Beute. Ich spürte ihren Atem in meinem Nacken.
„Wenn ich du wäre, würde ich jetzt still halten“
Ich weiß, dass das eine lieb gemeinte Warnung und auch ein Befehl ist. Solche Sätze fallen nur, wenn wir mit wirklich, wirklich scharfen Klingen hantieren und ein Zappeln wäre in jedem Fall kontraproduktiv.
Ich spürte zwei scharfe Schnitte, etwas über meinem Schulterblättern. Links und rechts. Meine Dom kommentierte, wie schön es aussehe, wenn das Blut meinen Rücken hinunterläuft und ich spürte ihre Lippen auf meiner Schulter.
In solchen Momenten vergesse ich die Zeit, weil sie sich für mich so unfassbar intensiv anfühlen.
Und ganz ehrlich? Irgendwie habe ich mich in diesem Moment wie ein Engel gefühlt, dem an diesen Stellen seine Flügel wachsen. Flügel, für die vielleicht etwas Blut fließen musste, aber die mich fliegen lassen. Und ich flog.

Die Zähne meiner Dom bohrten sich in meine Schulterbeuge. Ich seufzte wohlig. Es sind die Momente, die mir ein nonverbales „Du gehörst mir“ schenken und ich liebe sie über alles.
Dann spürte ich Wachs auf meiner Haut. Meinen Brüsten. Meinen Oberschenkeln.
Es fühlt sich unbeschreiblich an, wenn man nicht sehen kann, wo es einen trifft. Man nur den Verbrennungs-Geruch der Kerze wahrnimmt. Das Erhärten des Wachs auf meiner Haut.
Und wie meine Dom es wieder mit einem Messer entfernte. Der kühle Stahl fühlte sich wie
eine Wohltat auf meiner Haut an. Auch wenn ich es nicht sehen konnte, spürte ich ihre Konzentration. Mal schrammte das Messer etwas fester über die Haut. Mal fühlte es sich wie nicht da an, weil es so vorsichtig über meine Haut glitt.

Zum Ende wurde ich losgebunden und durfte Platz auf einem Stuhl nehmen – Hände und Füße an diesen gefesselt. Ich wurde noch ein bisschen mit dem Magic Wand gequält, ehe man mir die Maske abnahm und ich dieses Spiel mit einem Orgasmus abschließen konnte. Es war wie ein kleines Vor-Geschenk zu meinem eigentlichen Geschenk.

Dieses durfte ich abschließend empfangen. Meine Dom wies mich an vor ihr zu knien. Ich ließ mich auf meine Knie sinken, legte meine Hände mit den Handflächen nach oben auf diesen ab.
Meine Dom zeigte mir mein Collar, trat neben mich, nahm meine Haare zur Seite und legte es mir an.
Schenkte mir noch einen Kuss.
Und dann überrollten mich die Freudenstränen.
Ich liebe dieses Halsband, ich liebe, was es mit mir macht und ich liebe diese D/s-Verbindung.
Sie nahm mich in den Arm. Und ich flüsterte ein leises „Danke“ ♥

Die Endorphine halten noch immer an. Ich schwebe. Ich genieße die Spuren und ich fühle mich vollkommen und angekommen. Also auch hier noch einmal:

Danke.

Dominanz – Und ob ich schon wanderte, im finster’n Tal…

Hallo meine lieben Leser! Ich mach es kurz: heute habe ich nur eine Schreibaufgabe für euch, die ich gerade frisch meiner Dom präsentiert habe. In einer Ask-Antwort aus dem Jahre 2015 beschrieb ich ihre Art der Dominanz. Ein Desaster in etwa 100 Worten. Nun hatte ich Gelegenheit dies zu aktualisieren und das ist das Ergebnis. Wer also ein Problem mit Metaphern, ein bisschen Eierkraulen der Dom oder langweilig-deepen Textaufgaben im D/s hat, der darf diesen gern überspringen.
Allen anderen: Viel Erfolg beim Durchhalten.

Irrlichter. Ignis Fatuus.
Irgendwie ist dies die erste Assoziation, die ich zu deiner Dominanz habe und ich versuche dieses Wort in all seinen Facetten zu erklären.
Hätte man mich im Jahre 2017 gefragt, wie ich deine Dominanz charakterisieren würde, dann wären diese Zeilen sehr leer. Finster. Mich trieb nur eine müde Erinnerung an. Und meine Hoffnung. Doch in meiner Vorstellung war Dominanz das, was die Wissenschaft in den Irrlichtern sieht.
Nicht existente Phänomene. Nüchtern erklärbar. Eine objektive Theorie, die dem ganzen die Magie nimmt.
Das war auch lang das, was mich frustrierte. Ich wusste, da ist diese Magie, immerhin habe ich sie ja bereits selbst erlebt. Und doch durfte ich nur diesen Worten um die eigene Magie lauschen – mit dem Wissen, sie wohl selbst nicht zu erleben. Frustriert las ich Ankündigungen zu geplanten sexuellen- oder BDSM-lastigen Handlungen auf Twitter – wohl wissend, sie werden nicht passieren.

Ich fühlte mich wie…

ein Wanderer, der sich auf die Suche, in die Sümpfe begab, um dort nach Irrlichtern zu suchen. Er suchte, schlug eine andere Richtung ein, las Spuren und fand sie schließlich nicht. Verlor sein Ziel aus den Augen. Und die Wissenschaft raunte ihm verlegen in mein Ohr, dass es daran nichts ändern könnte, denn so sehr er sich auch anstrengte – Irrlichter sind nur optische Fehlwahrnehmungen, egal wie sehr und stark man nach ihnen suchen würde. Es liegt einfach nicht in seiner Macht dies zu ändern.

Und so fühlte ich mich. Ich konnte Interessen und Ideen bekunden, Bücher mit Aufgaben kaufen, um Inspiration zu schaffen. Ich konnte mir meine Regeln und Aufgaben sogar selbst zusammen schreiben und wollte nur, dass man mit dem Finger auf eine Aufgabe zeigt – egal wie viel Einfluss ich auf die Dominanz und ihr Erblühen nehmen wollte – ich hatte keines.

Der schwerste Moment war jener, als ich eine Aufgabe fertig schrieb – irgendwie voller Tränen. Vieler Tränen. Viel Herzblut. Und ich am Tage der Deadline und die Tage danach immer wieder an diese erinnern musste.
„Bitte vergiss nicht, sie zu lesen. „
„Bitte lass mich nicht immer wieder nachfragen müssen.“
Und ich hatte das Gefühl, ich verlor all meine Tränen. Und ich verlor auch all mein Herzblut.

Nun, nicht ganz.

Ich behielt genug Herzblut, um meinen Weg weiterzugehen. Ich würde weiterhin der Wanderer sein, der das Moor durchquert, um seine Erfüllung zu finden. Und ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn ich sie nicht auch gefunden hätte. Vielleicht entsteht nur aus Tragödien etwas wahrlich großes und vielleicht ist die Geschichte unseres Anfangs eben der Beginn für etwas Großes.
Immerhin folgten auch Faust und Mephisto in Faust 1 den Irrlichtern, die ihnen den Weg wiesen.
Und vielleicht ist der Wanderer unserer Geschichte falsch abgebogen und zu tief im Moor geirrt, um überhaupt wieder auf den rechten Weg zu finden. Vielleicht war es einfach die falsche Zeit. Vielleicht der falsche Ort, um sie zu sehen.

Fakt ist, die Geschichte geht weiter: Der Wanderer gab nicht auf. Ich gab nicht auf. Der Wanderer traute den Erinnerungen an diesen Lichtertanz und ich den, an die D/s-Verbindung vergangener Tage.
Alles, was ihn antrieb, war ein kleines Bauchgefühl – und doch so mächtig, dass es sein gesamtes Handeln bestimmte. Er kehrte zurück in das Moor – mit neuer Kraft und getrieben von einem starken Hoffnungsschimmer.


Und unser Wanderer fand, was er suchte. Es war ein kleines Schimmern auf Höhe des Horizonts. Ein Glimmen, für das bloße Auge kaum sichtbar und doch so wunderschön, dass er sich angekommen fühlte. Die Wissenschaft- so erinnerte er sich- nannte Glühwürmchen als eine mögliche Theorie für Irrlichter. Und auch, wenn diese Erklärung vielleicht rational für dieses unscheinbare Leuchten plausibel war, so war es für unseren Protagonisten der Beginn von etwas Großem. Der Beginn seiner Reise und seine eigene, kleine Magie.

Ob nun Irrlichter, dessen Sichtungen wie ein kleines, unscheinbares Leuchten beschrieben werden oder Käfer, die so selbstverständlich am Nachthimmel glühen, dass ihr Leuchten in der Masse der Lichter einer Stadt untergeht. Diese Art der Irrlichter ist subtil und ein bisschen unscheinbar. So wie eine Facette deiner Dominanz. Jene Dominanz, die ich nach dieser schweren Phase zu Beginn am Anfang kennengelernt habe und auch noch bis heute liebe. Eben jene Dominanz, die eben der breiten Masse verborgen bleibt und nur für das geschulte Auge zu erkennen ist.
Es ist die Art, wie du mich ansiehst, wenn du meinen Kopf nach oben neigst, damit ich dir in die Augen schaue.
Dieser durchdringende Blick, so gleichermaßen verführerisch, dass ich stets den Drang unterdrücken muss, nicht meine Lippen zu öffnen, damit du -weiß der Teufel was genau- mit ihnen anstellst.

Die hochgezogene Augenbraue, die ich so liebe und gleichzeitig immer ein bisschen unheimlich finde, die mir sehr deutlich macht, dass meine spitze Zunge oder mein provokantes Verhalten früher oder später Konsequenzen haben wird. Vielleicht nicht die angenehmsten Konsequenzen, aber doch nichts, was dich wirklich verärgert hat. Das verrät mir dein kurzes, schmales Lächeln am Ende. Es ist subtil, wie das Glühen eines Glühwürmchens, aber es ist für mich unverkennbar und weist mir den Weg, wie auch die kleinen Gesten in deiner Mimik mir irgendwie den Weg weisen.

Mein Weg ist zum Beispiel stets rechts an deiner Seite, wenn wir in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Für Außenstehende nicht zu erkennen – für mich eine mir bekannte Anweisung und eine vertraute Position, die mir Sicherheit in meinem Gefüge schenkt.

Lampyris noctilluca. Glühwürmchen. Fireflies.
Klein und doch schillernd.

Wie die kleinen Gesten im BDSM, mit denen alles anfing und die ich so schätze. Eine kleine Ohrfeige, die mich zurechtweist. Ein Griff an den Hals, um mich zu küssen, wenn ich versuche zu atmen.
Ein sanftes Streichen, wenn deine Hand über meinen Rücken fährt, nur um anschließend über diesen zu kratzen und deine Spuren auf meiner Haut hinterlassen. All die kleinen Gesten, die ein Schillern in meinen Alltag bringen und mir ein Gefühl von D/s vermitteln. Mir den Alltag versüßen. Mich strahlen lassen – innerlich, wie äußerlich.

Unser Wanderer setzte seine Reise fort und stieß auf eine blaue Flamme, so kühl und gleichermaßen faszinierend, dass er -ungeachtet der Beschaffenheit des Bodens in einem Moor- vor dieser Flamme Platz nahm und sie mit einem Staunen beobachtete, die ihn ein wenig frösteln ließ. Er erinnerte sich an die Stimme der Wissenschaft, die von Organismen sprach, die kaltes Licht projizieren können. Er war nicht überzeugt. Zu magisch und zu bedrohlich war dieses beißende Licht.
Und er erinnerte sich an den japanischen Namen für Irrlichter.
Ihm stockte der Atem.


Onibi. Dämonenfeuer.

Diese Art der Irrlichter ist raw, kühl und Schauder einjagend. So wie eine Facette deiner Dominanz.
Eindrucksvoll und eine Gänsehaut schenkend. Dem Impuls des Wanderern folgend, mich -unabhängig der äußeren Umstände- mich stets zu Wunsch und einem inneren Bedürfnis vor dich zu knien.
Anmutig. Ästhetisch. Und wie die blaue Flamme irgendwie ein bisschen grausam. Ein Dämonenfeuer eben.

Ich denke dabei an deinen Sadismus, dessen Perfidie nicht nur unserem Wanderer den Atem raubt, sondern oft auch meiner Masochistin.
Du genießt Schmerz in meinen Reaktionen und noch mehr genießt du den Schmerz, den man nur für dich erträgt, auch wenn man selbst kaum Lust aus ihm zieht. Ein bisschen Leid hat mir wohl noch nie geschadet und dein Sadismus gibt eben gern ein bisschen mehr davon.

Dein Sadismus lebt davon, dass er nicht fair ist. Dass er Körper und Psyche fordert. Dein Sadismus ist eine Grenzerfahrung und dein Sadismus kann auf den ersten Blick so kalt wirken, wie eine blaue Flamme es eben vermittelt. Und doch vergisst man nicht, dass Feuer eben wärmt und Generationen unserer Vorgänger schlafen ließ, weil es Sicherheit in einer dunklen Nacht mit sich bringt.

Sicherheit in der Unsicherheit. Kälte in der Wärme.
Paradoxen. Das, was dich und dein Sadismus ausmacht.

Angst empfinden können, weil Grenzspiele deines Sadismus nie Greifbarkeit vermitteln und man sich doch sicher sein kann, dass man nicht sterben wird. Zumindest nicht gänzlich oder endgültig. (Ich schreibe dies mit einem Zwinkern)

Vor Schmerzen nicht mehr können und doch mehr wollen. Sich frei fühlen können, obwohl man gerade in schweren Ketten liegt.
Torturen, die einem mit einem Gefühl der Wohligkeit zurücklassen.
Körperlich geschändet, vor Schmerzen gekrümmt und einen doch aufrecht stehend fühlen lassen. All das kann der Sadismus, das Dämonenfeuer.
Und doch kann man sich schneller die Finger daran verbrennen, als einem lieb ist. Denn nur Erfahrene spielen mit dem Feuer. Oder spielen mit Dämonen.

Erfahrene oder Narren.

Feu Follet. Narrenfeuer.

Diese Art der Irrlichter ist ohne Sinn und Verstand. Nicht deine Facette, aber stets ein bisschen von meiner, denn warum sollte man sich sonst diesem wunderschönen Wahnsinn hingeben?

Unser Wanderer beendete seine Rast, klopfte gegen seine Hose, um den inzwischen getrockneten Schlamm aus den Textilien zu bekommen. Er war müde und mitgenommen, waren diese Eindrücke doch so intensiv, dass er diese erst einmal verarbeiten musste. Er schlug sein Lager auf. Wollte sich auf seinen Schlaf vorbereiten, da vernahm er es.

Er war eingekreist. Umzingelt. Blutrote Lichtpaare blitzten in der Dunkelheit auf. Er hielt sie für die Reflexion von Augenpaaren. Die Augen von Raubtieren, doch je näher diese kamen, desto besser erkannte er seine Fehleinschätzung. Es waren kleine, helle Flammen, die ihre Kreise um sein Camp zogen. Ein Lichtertanz, dessen Schönheit ihm erst jetzt bewusst wurde.

Diese Art der Irrlichter ist animalisch, brennend und vereinnahmend. So wie eine Facette deiner Dominanz.

Unserer Wanderer fühlte sich als Beute. Gejagt. Und so fühlt sich auch meine Sub, doch interpretiert sie diese Art der Jagd stets als Begehr.
Ein knurrendes „Du gehörst mir“, Bisse, die mich als deinen Besitz markieren.
Griffe, die mich unten halten und ein Wechselspiel, dass mich dir freiwillig ausliefern lässt. Und geschieht es nicht freiwillig, dann geschieht es unter dem guten Zwang, den ich so liebe.

Blutrote Perlen. Blutstropfen. Das Elixier des Lebens, nach dem du dürstest und es dir verlangt. Zeichen auf meiner Haut. Deine Zeichen auf meiner Haut.
Dein sein.

Brennendes Verlangen wecken. Mit diesem brennenden Verlangen spielen. Mich nach dir verzehren lassen. Mich auf einen Tanz mit dir einladen, wie die Irrlichter um den Wanderer tanzen. Die Sinnlichkeit und die Ästhetik des BDSM verstehen lassen, indem jedes Gefühl von Sinnlichkeit und Ästhetik in deinen Bewegungen liegt.
Mit meiner Lust spielen und sie fördern. Sie mir verwehren.
Und all die Tiefe von D/s entzünden lassen, die so hell strahlen, dass sie alle Blicke auf sich ziehen. Denn deine Dominanz genießt Zuschauer und sie genießt es, wenn Dritte die Hingabe und dieses Feuer zwischen uns spüren können.

Der Wanderer schmunzelte. Er wusste, dass Irrlichter als Überbleibsel unglücklicher Seelen galten. Er jedoch hatte das Gefühl, mit ihnen seine Seele verbinden zu können.

…so fürchte ich kein Unglück.

Der unempathische Dom

Hallo meine lieben Leser! Lang, lang ist es her, dass ich mich bei euch zurück melde. Ich schätze, ich
bin aktuell einfach von der Muse ungeküsst.
Mit diesem Post verschreibe ich aber eine kleine Herzensangelegenheit, weil ich hier wohl eine gänzlich andere Meinung trage, als viele meiner Mitbloggerinnen oder meiner Twitter-Gefolgschaft.
Deshalb an dieser Stelle wieder einmal ein Disclaimer: Ich blogge nur über meine Empfindungen und mein BDSM. Ich möchte niemandem sein BDSM absprechen und bin neugierig auf einen Austausch. Und wenn ihr alles gänzlich anders seht, als ich, dann ist auch das natürlich vollkommen legitim.

So, jetzt aber ab zum eigentlichen Beitrag:

Empathie als Pflichtangabe?

Fragt man heute Subs, welche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften sie sich von einem Dom wünschen, dann wird „Empathie“ meist einstimmig benannt. Und ich verstehe das. Die Fähigkeit, sich in das Gegenüber hineinzufühlen und diese Gefühle vielleicht auch in ihren Intensitäten wahrnehmen zu können, kann unfassbar hilfreich sein- sowohl während einer Session an sich, als auch beim AfterCare, damit Dom ein Gespür dafür hat, was Sub braucht, auch wenn sie es gerade nicht kommunizieren kann/mag/möchte.
Fragt man mich nun aber nach den Eigenschaften, die ich mir an einem Dom wünsche, dann würde „Empathie“ auf meiner persönlichen Liste fehlen. Und das hat einen für mich sehr gewichtigen Grund:

Die beiden Doms, mit denen ich regelmäßig spiele, lassen es mir an nichts mangeln. Außer ihrer nicht vorhandenen Fähigkeit an Empathie. Und mir geht es in dieser Konstellation bestens – sonst wäre ich keine D/s-Beziehung mit meiner Frau eingegangen.

Fehlende Empathie ausgleichen?

Kommen wir damit zu der wirklich spannenden Frage: Wie gleicht man fehlende Empathie aus und ist das Ergebnis dann auch zufriedenstellend? Nun ja, zuerst einmal habe ich einen gut funktionierenden Mund. Meine Dom muss nicht immer fühlen, dass es mir schlecht geht. Ich habe einen gut funktionierenden Mund und kann diesen auch benutzen.
Nein, nicht das, was ihr wieder denkt…
Statt von meinem Partner zu erwarten, dass er spürt, wie es mir geht und nachfragt, wie er helfen kann, übernehme ich diese Aufgabe. Ein einfaches „Ich habe Bauchschmerzen. Kannst du mir bitte einen Tee kochen?“ führt zum gleichen Ziel, auch wenn ich in diesem Beispiel die „treibende“ Kraft war. Das ist aber eben auch die einzige Aufgabe, die ich dabei zu erfüllen habe. Ehrlich und offen kommunizieren – besonders, wenn etwas ist.

Wie regeln das meine Partnerin und ihr Mann?

Nun, sie analysieren mich. Sie lernen mich kennen und beobachten meine Muskelbewegungen, meine Mimik und Gestik, mein Atem. Sie lernen, wie mein Gesicht sich bewegt, wenn ich Freude empfinde und beobachten meine Regungen, wenn ich Schmerzen habe. Aushaltbare Schmerzen, Schmerzen am Limit, ein kaum merkbarer Reiz. Und das prägen sie sich ein und können es in einer Session abrufen, Sie lernen, wann ich meine Zähne zusammenbeiße, bei welchem Schmerzpegel ich beispielsweise zu schwitzen anfange. Wann meine Augen beginnen zu tränen.

Und all diese Körperfunktionen lege ich ihnen nur zu gern offen. Damit sie eben von mir lesen können. Und dann lernen sie in der Praxis – einer Session z.B – ihr Wissen zu nutzen.
Statt z.B wie ein Empath zu fühlen, dass Sub nun vielleicht genug hat, weil er ihr Innenleben fühlt, achtet meine Dom dabei eben auf ein Zusammenspiel meiner Mimik, Gestik, Muskelbewegungen, etc. Und sollte ich diesbezüglich mal widersprüchlich reagieren, beispielsweise stehe ich sonst bei Praktik xy noch eher entspannt da, sie kann aber aus meinem zerknirschten Gesicht Schmerz lesen, dann wird einfach nachgefragt, Eine kleine Kontrollfrage während der Session: Alles okay?

unempathisch ist nicht unaufmerksam!

Ich habe oft das Gefühl, dass fehlende Empathie mit Unaufmerksamkeit gleich gesetzt wird und das ist eben nicht der Fall. Bzw, es muss nicht der Fall sein.
Da meine Partnerin auch meine Regungen für Schmerz in meinem Gesicht gelernt hat, ist sie die, die mir meine Migränetabletten bringt, weil sie genau weiß, dass diese Schmerzen als nächstes folgen werden. Sie hatte also schon vorher mein „Migränegesicht“ abgespeichert und weiß jetzt schon immer eher als ich, wann mich der nächste Migräne-Schub einholt.

Sie sind nicht unaufmerksam. Sie lesen mich und sie lernen mich. Sie nehmen sich sehr viel Zeit, dem fehlenden Faktor Empathie ausgleichen zu können.
Sie sind nicht unaufmerksam. Sie analysieren selbst die Art, ich schwitze.

Sie sind nicht unaufmerksam.
Zumindest meine Dom und auch ihr Mann nicht, denn Analysten -und als diese bezeichnen sie sich- dürfen und wollen
nicht aufmerksam sein.

Fazit; Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf eine Person treffe, die eben so empathisch ist, wie ich. Das ist erheiternd und ist irgenwie ein kleiner Segen. Aber ich setze es einfach nicht voraus,
Trotz fehlender Empathie: Meine Dom hat sich dahingehend noch keinen Fehler geleistet und ich weiß, sie gibt ihr bestes, damit alle Erlebnisse für mich pure Bereicherung sind. Und das weiß ich sehr zu schätzen und vertraue deshalb in sie, wie in niemand anderen.

Das Halsband – Unbedingt, weil?

Hallo meine lieben Leser! Ich melde mich zurück, bin noch immer im Urlaub, aber nehme natürlich fleißig am #BlogWar teil. Zusammen mit der lieben Needful und der werten Sarah bloggen wir gemeinsam über ein Thema, von dem niemand vorher weiß, was der jeweils andere schreiben wird. Und nicht selten kollidieren unsere Ansichten aufeinander, aber gerade das macht es ja erst spannend, richtig?

Die jeweiligen Blogs zum heutigen Thema findet ihr hier:

Sarah Blume: https://t.co/6tSIso5aGl?amp=1
Needie: https://t.co/i4SVncRTd0

Wie ihr schon in der Überschrift lesen könnt, soll es heute um das Halsband gehen.
Und wie immer der übliche Disclaimer: Handhabt das selbst, wie ihr wollt. Hier lest ihr nur meine subjektive Meinung.

Also dann: Viel Spaß beim Lesen!

Das Halsband – Bedeutung oder modisches Accessoire?

In „Die Geschichte der O“ ist es so, dass jeder, der das Halsband als Erkennungszeichen wahrnimmt und damit im Kreise der Eingeweihten ist, über die O verfügen darf.
Nun, ich trage auch Halsband, bin von dem ursprünglichen Zweck des Halsbands aber weit entfernt.
Wer also den silberfarbenen Edelstahlreif um meinen Hals als Zeichen von D/s wahrnimmt, der liegt damit goldrichtig, hat aber trotzdem keine Verfügungsgewalt 😉
Ich denke auch, dass heutzutage kaum noch ein BDSMler auf diese alte Tradition der Geschichte zurückgreift. Heute ist ein Halsreif längst nicht mehr nur Zeichen einer O, sondern auch modisches Accessoire. In den gängigen Läden werden sämtliche Arten von Choker verkauft. Man stelle sich also den Konflikt vor, wenn ein Liebhaber der O plötzlich sein Anrecht bei einer modernen Frau einfordert, die gerade ihren letzten H&M-Haul ausführt.
Das Konzept ist also veraltet.

Nun, ich finde diese schicken Abwandlungen der Modeindustrie wirklich schön- und ich denke auch, dass Choker noch genug Unterschiede zum „klassischen“ Halsband offen lassen, sodass diese beiden nicht zwingend verwechselt werden müssen. Sie haben also durchaus als Halsschmuck ihre Daseinsberechtigung, ohne mit dem BDSM zu kollidieren.

Vergeben? Single? Sub? Dom?

Vergebene Personen tragen Halsbänder. Single-Subs tragen Halsbänder. Doms tragen auch Halsbänder (entweder sie gefallen, sie sind Switcher, oder was auch immer – da gibt es wohl viele Gründe) und Subs tragen Halsbänder. Was das heißt?
Durch das Tragen eines Halsbands kann man absolut nichts über die Person heraus lesen. Für mich ist das in Ordnung. Soll jeder tragen oder machen, was ihn glücklich stimmt und niemanden verletzt.
Ich kann nicht leugnen, dass ich manche Handhabungen nicht verstehe oder es genau so machen würde, aber ich gehe eben meinen Weg.

Ich trage ein Halsband, wenn ich in einer festen D/s-Beziehung bin und Dom eben dieses Halsband abgesegnet hat. Es ist ein Symbol für diese Beziehung, wie es beispielsweise der Ehering in einer Ehe ist. Und ich würde das Halsband selbst auch nicht anders tragen.
Ich bin kein Freund von „Spielhalsbändern“ mit Playpartnern und möchte selbst auch keines. Das erfüllt für mich nicht den Zweck und macht die Symbolik kaputt. Entweder, ich gehöre jemanden und ich trage seinen Schmuck, oder eben nicht. Es ist mir schlicht zu wertvoll, um nur Accessoire in einer Session zu sein. Die einzige Ausnahme: Ich wechsel das Halsband, weil das Setting es erfordert oder mein fester Dom es eben so wünscht.

Womit wir auch bei der Überschrift wären: Unbedingt…weil?
Ich habe fast das Gefühl, es gehört heute zum guten Ton, dass jede Sub ein Halsband trägt. Ich kann das Bedürfnis danach verstehen, zumal es hübsch ist und irgendwie Kinkyness ausstrahlt. Und ich denke, dass das schon für viele ausreichend ist, um eines zu wollen.
Das ist auch okay so, kommt für mich selbst aber nicht in Frage. Ich möchte mein Halsband nicht ohne die Komponente D/s und mein D/s nicht ohne bestimmte Subkomponenten.

Aber: Ich brauche es eben nicht. Wenn meine Dom entscheiden würde, dass sie keines wünscht, dann würde ich mich diesem Wunsch anpassen. Wenn sie ein anderes Halsband an mir sehen will, dann beuge ich mich diesem Willen. Und wenn meine Dom eben unbedingt eines an mir sehen will, um zum Beispiel der Öffentlichkeit zu signalisieren, das ich ihr gehöre, dann trage ich auch unbedingt eines. Meine Dom hat da das letzte Wort und ehrlich gesagt würde ich es auch nicht anders wollen. Ständig nach einem Halsband zu quängeln läge mir da fern.

Mein Halsband

Ich trage aktuell ein Edelstahl-Halsreif mit O-Ring, der sich durch eine Schraube lösen lässt. Ich trage dieses Halsband tagsüber, nachts und zu fast allen Gegebenheiten. Einzig zu meinem Nebenjob nahm ich es ab, da ich diesem aber nicht mehr nachgehe, befindet es sich also 24/7 an meinem Hals. Ich liebe mein Halsband und ich liebe, zu welcher Person es mich macht. Ich trage es mit Stolz, wie frisch Verlobte ihren Verlobungsring tragen und auch in der Öffentlichkeit ist es mir nicht unangenehm. Blicke nehme ich entweder nicht wahr, oder sie sind nicht da. Natürlich ist es nicht unauffällig, aber darauf ansprechen oder mich gar anstarren tut kaum einer. Vielleicht ist das eben eine Sache der Ausstrahlung: je souveräner man damit auftritt, desto selbstverständlicher wird es auch aufgenommen – aber das ist eben nur meine persönliche Wahrnehmung.

Und trotzdem: Bald werde ich mich von meinem aktuellen Halsband als 24/7-Halsband trennen und ein anderes den Platz um meinen Hals einnehmen, denn vor wenigen Tagen bestellte ich -natürlich mit bester Genehmigung meiner Dom- mein Eternity-Collar. Diesem seufze ich schon ewig sehnsüchtig nach, aber die Finanzen erlaubten eine solche Ausgabe gerade.
Es ist ohne O-Ring und rosegold, sodass es auch zu einer normalen Arbeit getragen werden, aber nicht eigenständig von Sub gelöst werden kann.

Es. Ist. Wunderschön.

Ich werde mein Altes sicher auch ab und an tragen, gerade wenn ich beispielsweise Edelstahlmanschetten trage, damit es optisch stimmig wirkt oder vielleicht in einer Schwimmhalle, um das Material des Eterniry-Collars nicht unnötig zu belasten, aber dabei verlasse ich mich eben auf die Einschätzung meiner Dom.

Diese lies auch verläuten, dass sie sich für den neuen Halsreif eine kleine Zeremonie wünscht.
Man darf also gespannt sein, denn diese wird sicher einen eigenen Blogbeitrag erhalten.

Die O – Sub oder Sklavin?


Hallo meine lieben Leser!
Willkommen zurück zum #BlogWar mit der werten Needful und der lieben Sarah.
Sarah hat sich mal wieder ein Thema ausgesucht, zu dem wir alle bloggen werden, wobei bis zur Veröffentlichung niemand den Beitrag des Anderen kennen wird. Es gibt also drei unterschiedliche Ansichten zum oben genannten Thema zu lesen. Dabei ist es nicht unüblich, dass auch mal unsere Interessen und Ansichten kollidieren, aber gerade das macht es doch so spannend, richtig?

Die jeweiligen Blogs findet ihr hier:
Needful: https://t.co/zafJAUVaxC?amp=1
SarahBlume: https://t.co/CX3EmJ3osS?amp=1/

Nun denn, ich werde mir zu besagter Überschrift einige Freiheiten herausnehmen. Unter anderem mag ich nicht nur klären, in welche der beiden Schubladen ich die „O“ packe, sondern gleich noch für euch klären, in welche ich mich selbst einordnen würde. Es gibt also einiges zu lesen!
Viel Spaß!

Die „O“ nach Roissy

Als ich das Thema zuerst las, war ich kurz überfordert. Mir ist die Geschichte der O grob bekannt und ich kenne auch die Definition nach Sarahs Ex, weil sie sich einen Blog teilen und ich diesen schon seit Jahren lese, aber wirklich ~in dem Thema drinnen~ bin ich eben nicht. Ich habe das Buch zwei Mal angefangen und frustriert wieder abgebrochen, weil es für mich einfach unlesbar ist. Os Gefühlswelt ist so dermaßen uneinsichtig und man erfährt nahezu nichts über ihr Innenleben. Das gestaltet Figuren für mich zu eindimensional und langweilig, um mich durch ein ganzes Buch zu quälen. Was fühlt sie, während sie das erste Mal ausgepeitscht wird? Was sind ihre Gedanken, wenn ihr Verliebter sie in Roissy abgibt? All das ist nicht Bestandteil des Buchs. Somit sind wir leider nicht warm geworden und ich werde für immer unwissend über die Geschichte sterben 😉
Aber vielleicht schaue ich mir irgendwann einmal den Film an, wer weiß.

Was ich aber ganz sicher weiß (weil ich es im Buch durch die ersten Seiten geschafft habe – ansonsten korrigiert mich gern):
Die O wird nachts gezüchtigt und dient nach Sonnenaufgang den entsprechenden Männern und geht ihrer Tätigkeit nach. Erkennt jemand die O als das, was sie ist, so steht sie auch jenem zur Verfügung. O darf weder ihre Schenkel, noch ihre Lippen schließen und hat selbst keine Limits oder ein Safeword.

O – Sub oder Sklavin? Definitionen über Definitionen…

Sub oder Sklavin? Für beide Begriffe gibt es keine festen Definitionen und jeder definiert diese für sich selbst. Während ich zum Beispiel weiß, dass Sarahs Ex „Sub“ mit dem Schwerpunkt auf der sexuellen Fremdbestimmung und „Sklavin“ mit dem Schwerpunkt des Sadomasochismus definiert, sieht das bei mir wiefolgt aus:
(Und damit wieder der übliche Disclaimer: Das sind meine Ansichten. Es müssen nicht eure sein. Bildet euch da einfach eure eigene Meinung)


Die Sub unterliegt dem Machtgefälle des D/s. Sie bestimmt ihre Hard- und Softlimits eigenständig und spielt im Sicherheitsnetz des SSC oder RACK, hat aber ein Safeword oder dieses eben selbstbestimmt abgelegt. In jedem Fall hat sie -im Vergleich zur Sklavin – mehr Mitbestimmungsrecht, was die Gestaltung der D/s-Beziehung angeht. Oftmals liegt der Fokus auch auf der Lust der Sub.

Die Sklavin hingegen verfügt nach meinem Verständnis über keine Limits und kein Safeword. Sie ist sozusagen im Metakonsens beheimatet und lebt ihr D/s in einem 24/7-Verhältnis.
Als Sklavin übernimmt sie beispielsweise Aufgaben im Haushalt, um den Top zu entlasten und wird für Verfehlungen härter bestraft, als dies vielleicht bei Sub der Fall wäre. Der Fokus liegt eher auf service-orientierter Submission, obwohl sie natürlich auch für die Lust dient.

Ich weise aber an dieser Stelle darauf hin, dass der Begriff „Sklavin“ in mir ein leicht mulmiges Bauchgefühl auslöst und man sich natürlich bewusst sein sollte, wo der Ursprung des ganzen liegt:
Ich gebe hier die Stichworte „Rassismus“ und „Kolonialisierung“.
Ich möchte niemandem absprechen, diese Wörter für sich zu benutzen – ich möchte aber darauf hinweisen, weswegen ich sie für mich selbst nicht mag oder eigenständig nutzen würde.

Was ist also für die O passender? Nun, wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre die Sklavin wohl die Schublade meiner Wahl. Irgendwie ist die O für mich aber noch einmal eine ganze eigene Kategorie. Die O verlegt den Fokus zusätzlich auch noch auf die sexuelle Fremdbestimmung. Eine O lebt von dem Kontakt mit anderen Männern und ist nicht gemacht für das monogame D/s-Verhältnis. Die O genießt die Benutzung, Vorführung und den Verleih. Sub und Sklavin hingegen können nach meinem Verständnis durchaus mit einem einzigen Herren ihr Glück finden. Eine monogame O ist hingegen unvorstellbar.

(Falls es hier eine monogame O geben sollte: Ich lasse mich natürlich gern eines besseren Belehren. Schreib mir gern einen Kommentar!)

Was bin ich?

Ich weiß noch, dass meine Dom und ich einmal über diese Begrifflichkeiten gesprochen hatten. Ein befreundetes Paar (der Bräutigam und die Braut) führen ebenfalls eine D/s-Beziehung und labeln sich mit den Worten „Herr“ und „Sklavin“. Während meine Dom sich sicher war, dass ich -verglichen mit ihr- eben keine Sklavin sei, brachte mich das zum Nachdenken.
Okay, vielleicht war ich gleich wieder im Vergleichs-Modus, weil ich nicht verstand, warum dies ihre Ansicht war, traute mich aber auch nicht weiter nachzufragen. Stattdessen nuschelte ich nur ein knatschiges: „Aber beispielsweise sind meine Kinks doch viel weiter gefasst…“

Nun ja, auch ich hab manchmal keine Glanzmomente und das war einer davon.
Jedenfalls: Ich selbst könnte mir eine solche Beziehung durchaus vorstellen, wenn die Dynamik eben zu den betroffenen Personen passt. Ich könnte durchaus glücklich werden mit einem strengeren Regelwerk und einem service-orientierterem Leben. Sogar sehr. Ich denke, es würde mich massiv ausgleichen, wenn das alltägliche Leben unter Befehlsgewalt liegen würde, obwohl man wahrscheinlich ohne D/s dem Haushalt ähnlich nachkommen würde. Ist eben alles eine Sache des Mindsets. Ja, meine Brat würde in dieser Art der Dynamik verkümmern, aber je nach Gegebenheit hätte sie ihre Freiheiten in anderen Beziehungen. Das wäre dann wohl der Preis.

Aber ich brauche es nicht, weil ich mit meiner Art D/s eben genau so glücklich bin. Ich denke, ich kann mit vielen verschiedenen Arten von Beziehungen zufrieden sein, solange mein Gegenüber eben weiß, was er will und wie er dies gestalten mag.

Ich nenne mich also Sub, obwohl ich nach meiner Definition kaum eine der Gegebenheiten einer Sub erfülle. Das ist okay für mich, weil meine Dom die Begrifflichkeiten wählt und nicht ich.

TPE – Das unbekannte Land

Hallo meine lieben Leser!

Ich melde mich zurück aus dem Blog-War mit der werten Sarah und der lieben Needfull.
Wie auch bereits im letzten Beitrag bloggen wir heute über ein gemeinsames Thema., zudem jeder bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, nicht die Sicht des Anderen kennt. Es wird also wieder spannend, da gerade heute über ein Kink geschrieben wird, dass in BDSM-Kreisen sehr stark polarisiert. Ich weiß auch schon, dass unsere Ansichten heute etwas auseinander gehen werden. 😉

Ich verlinke euch hier noch einmal die Blogs der jeweiligen Kolleg*innen:
Needful: neediesblog.wordpress.com
SarahBlume: training-of-o.de/blog/

Und auch heute wieder: Viel Spaß beim Lesen!

TPE – eine dauerhafte Unmöglichkeit

Die drei kleinen und mächtigen Buchstaben „TPE“ stehen für total power exchange. Im Normalfall dient mein Blog nicht zur Begriffsdefinition, aber da die Definitionen hier sehr von der Einzelperson abhängig sind, nehme ich mir hierfür kurz Zeit.
Total power exchange meint im allgemeinen BDSM-Verständnis, dass Sub sozusagen alle Entscheidungsmacht an den Dom übergibt und er in alle Bereiche ihres*seines Lebens eingreift.
Sub hat für gewöhnlich keine Limits und kein Safeword. Der Spielbereich des TPEs ist also der Metakonsens.

Da ich selbst auch im Metakonsens spiele und viele das Konzept abschreckt, verlinke ich euch gern meinen dazugehörigen Beitrag, der Realität und Praxis des
„Wie, die darf ALLES mit dir machen?!“ein bisschen erklärt:

https://madeformisbehaviour.wordpress.com/2019/01/19/wie-die-darf-alles-mit-dir-machen-die-metakonsens-edition/

Nach meiner subjektiven Meinung lässt sich solch ein Zustand der kompletten Kontrolle nur über einen begrenzten Zeitraum ausüben. Es braucht quasi einen zeitlichen Rahmen und ein Ablaufdatum.

Warum?

Nun, weil komplette Kontrolle auf beiden Seiten -sowohl für Sub, als auch für Dom- ein perfektes Zeit- und Aufmerksamkeitsmanagement verlangt.
Ja, natürlich kann man entscheiden, dass Dom quasi auf Augenhöhe eigene Entscheidungen trifft und man nur ab und an mal in bestimmte Bereiche eingreift – quasi wann Dom das Bedürfnis danach hat – und somit das Machtgefälle mal sanft, mal stark vorherrscht, aber das (zusammen mit einem passenden Regel- und Aufgabenwerk) ist mein Bild von der Begrifflichkeit 24/7.
TPE hingegen lässt den Dom dauerhaft alles kontrollieren. Dom entscheidet immer, was bei Sub auf dem Speiseplan steht, was Sub anzieht, wann Sub zu Bett geht, verwaltet höchstwahrscheinlich auch die Finanzen, etc.
Und das bedarf eben einem hohen Maß an Aufmerksamkeit, denn all die Regeln, die Dom aufstellt, müssen natürlich auch kontrolliert werden und auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Außerdem -auch wieder in meinem Verständnis- wird im TPE wesentlich akribischer und schärfer sanktioniert. Bei Fehltritten wird also wesentlich weniger ein Auge zugedrückt.

Das ist für mich ein Zustand, der auf Dauer nicht nicht tragbar ist. Kaum ein Dom verfügt über die zeitlichen und geistigen Kapazitäten, permanent Sub zu überwachen und ihr*ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Und selbst wenn es irgendwo einen Super-Dom geben sollte, der dies wirklich permanent kann, sollte man natürlich auch bedenken, ob dieser Dauerzustand für Sub erstrebenswert ist oder zum Beispiel nach Beenden der Beziehung nicht eine Reihe von Problemen auf die Person zukommen, wenn man erst einmal wieder lernen muss, wie ein eigenständiger Alltag funktioniert.

Wie auch immer: andere Personen, andere Beziehungen, andere Definitionen
Nicht jeder wird mit meinem Zusatz des TPEs übereinstimmen und das ist für mich auch in Ordnung so. Wer -nach meinem Verständnis- 24/7 lebt und es TPE nennt: ist letztendlich nicht mein Bier.

Wir handhaben unser total power exchange so, dass wir einen zeitlichen Rahmen dafür festlegen, indem die Aufmerksamkeit dann voll auf unserem D/s liegt oder zu einer Situation passt, die beispielsweise stark service-orientiert ist. Interesse an einer kleinen Plauderei aus dem Nähkästchen?

Das nicht ganz so unbekannte Land

Was ich euch gleich zu Beginn verraten kann: Meine ersten Versuche von TPE liefen alles andere als so, wie ich sie mir vorgestellt habe. TPE benötigt eine gewisse Planung im Voraus, denn wenn Dom spontan entscheiden muss, was Sub trägt, während diese beispielsweise gerade im Zeitstress ist, dann kollidieren da Interessen, die nicht aufeinanderpassen.
Das ist aber nicht weiter dramatisch, denn man lernt aus Erfahrungen und auch Sub passt ihre Erwartungen an, sodass kommende Erlebnisse stetig besser laufen können und Spoiler: das sind und werden sie auch.

Inzwischen ist es so, dass mein aktuelles Regelwerk zu solchen Momenten einen Tag vorher umfassend erweitert wird. Ich erhalte also etwa 15-20 Extraregeln, auf die ich mich schon vorher einstimmen kann, sodass ich auch die Chance habe, die Sache fehlerfrei zu meistern und den Erwartungen entsprechend aufzutreten. Kleinigkeiten oder letzte Feinschliffe werden dann zu den passenden Situationen besprochen. Mir ist ein grober Rahmen des Ablaufs also bekannt.

So bekam ich zum Beispiel an meinem Geburtstag dieses Vergnügen, denn das war mein Geburtstagswunsch an meine Dom. Und ich hatte einen ganz wundervollen Geburtstag. Mein Outfit wurde ausgesucht, die Gäste bestimmte meine Dom (die dank Corona natürlich sowieso stark überschaubar war) und der Fokus lag auch dank dem Mitwirken der Gäste auf dem BDSM-Thema.
Ich hatte meiner Dom stündlich ein Getränk anzubieten, wählte dazu eine vorher gewünschte Anrede. Außerdem lag mein Fokus auf dem Sercive, den ich meinen Gästen als Sub bieten konnte. Ich kümmerte mich -wie vorher gewünscht- um meinen selbstgemachten Nimm-2-Likör, der auch meine Gäste stets erfreut und meine Hand diente den rauchenden Doms als Aschenbecher.
Da auch eine weitere Sub abwesend war, ließen sich bestimmte Handlungen sogar als Team absolvieren und wir erledigten die aufgetragenen Aufgaben im unterschiedlich gefesselten Zustand. Es war wundervoll.

Ein anderes TPE fand beispielsweise zu der Hochzeitsfeier eines befreundeten Paares statt. (für die aufmerksamen Leser von Twitter: die Hochzeit der Braut und des Bräutigams, die auch an meinem Geburtstag anwesend waren und selbst kinky unterwegs sind)
Die Braut übernachtete vor der Hochzeit bei uns und ich hatte mich am Morgen um das Frühstück zu kümmern. Meine Dom wählte mein Outfit aus und ich bekam Anweisungen für den Tag über. So war es beispielsweise meine Aufgabe, das Event über stets an ihrer rechten Seite Platz zu nehmen und auch auf dieser zu laufen. Beim gemeinsamen Essen im Restaurant suchte sie mein Menü aus und bestellte diesen auch für mich.

Ja, ich kann nicht leugnen, dass ein „Und für sie die Nummer 94, bitte“ mein kleines Herz höher schlagen lässt. Hach. Ich liebe diese Art der Fremdbestimmung. Oh – und ich war natürlich auch mit Liebeskugeln unterwegs. Eine wirklich gelungene Feier, sowohl für das Brautpaar, als auch für uns. Die Beiden waren übrigens in das TPE eingeweiht.

Der Reiz

Wer D/s genießt, wird den Reiz der Fremdbestimmung verstehen können und wer bereits einmal in den Genuss des TPE kam (und dies natürlich auch möchte), der wird absolute Fremdbestimmung lieben. Der Fokus liegt auf der Sub und ihrem Erleben, während Sub ihren kompletten Fokus auf Dom und dessen*deren Wohlergehen legt. Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl, banale Entscheidungen wie die Frage nach dem heutigen Essen an jemandem abzugeben und sich dabei ganz den Bedürfnissen des Gegenüber anzupassen.
Außerdem bin ich eine kleine Attention-Whore. Ich liebe Aufmerksamkeit. Und ich liebe es, wenn man permanent ein Auge auf mich hat und mich mit Aufgaben fordert.

Ernsthaft, die Sub in mir seufzt gerade sehnsüchtig. Das ist für mich ein purer Genuss. Einfach rund um die Uhr für meine Dom da sein und zu wissen, dass das eben auch gerade gewollt ist und im Zentrum des Geschehens steht. Ich denke, es ist zu vergleichen mit einem Aufenthalt in einem BDSM-Appartement gegenüber einer Session. Man weiß eben, wenn man dort anreist, dass BDSM das Hauptgeschehen und einen großen Teil der Zeit einnehmen wird. Und so verhält es sich auch mit dem TPE und dem D/s-Machtgefälle.

EPE: Fluch oder Segen?

Hallo meine lieben Leser!
Ich melde mich zurück! Heute startet der Blogmarathon mit zwei weiteren Twitter*innen und ich wurde herzlich eingeladen, an diesem Dreier teilzunehmen 😀
Die liebe Sarah traf die Themenauswahl und Needful, aus dem letzten Beitrag, ist auch wieder mit am Start. Wer neugierig ist: wir bloggen in regelmäßigem Abstand zum gleichen Thema, wissen aber vorher nicht, was die Anderen geschrieben haben. Es wird also eine bunte Überraschung und ich bin gespannt, was die jeweiligen Kolleg*innen für geistige Ergüsse fabrizieren werden.

Ihre Blogs findet ihr hier:
Needie: https://t.co/IEW51XxeOW?amp=1
Sarah Blume: https://t.co/dNsQjDnAMF?amp=1

Damit sind wir beim heutigen Thema: EPE – Erotic Power Exchange
Viel Spaß beim Lesen!


Erotic Power Exchange?

Zuerst einmal: Ich kannte den Begriff, bevor ich ihn auf dem Blog von Sarah und ihrem Ex las, gar nicht. Klar, TPE war mir geläufig (hier ein kleiner Spoiler: Im nächsten Blogpost wird dazu sogar etwas aus dem Nähkästchen geplaudert), aber EPE wirkte für mich erst wie der Versuch, eine entschärfte Version dessen zu finden und trotzdem diese -in meinen Augen- mächtig konnotierten Wörter „power exchange“ zu gebrauchen. Nein, ich spreche niemandem diese Form des BDSM ab – lebe ich sie ja irgendwie selbst, aber ich bin mit der Begrifflichkeit eben nicht so glücklich.
Denn auch, wenn man es mir nicht anmerkt: Ich habe für die meisten Begriffe meine eigene Definition, toleriere aber eben auch fremde Definitionen, solange meine eben auch toleriert wird.
Egal, ich schweife ab.

EPE ist also die komplette Kontrolle über den erotischen Bereich des BDSM und des Lebens. So gesehen umfasst meine D/s-Bezeichnung also auch EPE, denn meine Dom hat die Kontrolle über meine Orgasmen und hat auch das Recht, über zukünftige Sexualpartner oder mein Sexualverhalten entscheiden zu können. Ich bin natürlich gern für Korrekturen offen, aber in meinem Verständnis ist damit die komplette Erotik abgedeckt, oder?

Und in meinem Verständnis sind somit auch die meisten, mir bekannten D/s-Beziehungen EPE, gerade da viele auch ein monogames Verhältnis bevorzugen und bei Orgasmen um Erlaubnis gefragt werden muss. Somit lässt sich EPE in eine solche Beziehung sehr einfach integrieren.

Spannend wird es aber auch in zum Beispiel meinem Fall: Polybeziehung und EPE. Was passiert also, wenn zum Beispiel ein Orgasmusverbot mit dem zweiten Beziehungs- oder Sexualpartner einhergeht? Und noch spannender wird es, wenn ich euch jetzt erzähle, dass dies bereits passiert ist und ich meine Erfahrungen mit euch teilen kann.

EPE: Fluch oder Segen.

Polyam und EPE

Nun, bei mir ist das einfach: Die Regeln meiner D/s-Beziehung gelten über die Wünsche eventueller weiterer Partner hinweg. Das war zu Beginn meiner D/s-Partnerschaft MEIN Wunsch und ich werde ein Teufel tun, dass dies rückgängig gemacht wird. Immerhin genieße ich diese Macht über mich und gewinne einen erheblichen Teil meiner Befriedigung daraus.

Zusätzlich mag ich anmerken, dass meine Dom natürlich auch mein Wohl im Blick hat und nicht aus purer Willkür monatelang den sexuellen Kontakt mit einem weiteren Partner verbieten würde, wenn ich gerade glücklich und Hals über Kopf verliebt wäre.
Plus: Innerhalb unserer Partnerschaft gibt es -und das unabhängig vom D/s – so etwas wie ein Vetorecht, dass wir uns beiden gegenseitig eingestehen. Bestimmte Personen oder Praktiken dürfen also, einzeln oder dauerhaft, begründet dem anderen verwehrt bleiben, wenn eben ein Problem oder ein ungutes Gefühl vorherrscht. Man nimmt dann einfach Rücksicht auf die Gefühle des Anderen, kann sich aber im Gegenzug auch sicher sein, dass dieses Vetorecht eben nicht missbraucht wird.

Überträgt man dies nun aber auf die D/s-Beziehung, so macht es mir eben gleich doppelt wenig aus, wenn es irgendwann einmal dazu kommen sollte, dass ich beispielsweise keinen Sexualkontakt mit einer Person haben darf. Immerhin habe ich diesen Gegebenheiten auch doppelt zugestimmt.

Unangenehmer wird es dann, wenn ich bereits einen weiteren Partner habe, mit dem ich schon Jahre zusammen bin und sich urplötzlich etwas an unserem Sex ändert, weil die D/s-Beziehung das eben so möchte.
Ich hatte beispielsweise vor ein paar Jahren ein mehrmonatiges Orgasmusverbot mit unbekanntem Ende. Insgesamt streckte sich diese Zeit über 6 Monate. Während mich dieses nur an einzelnen Tagen frustrierte, durfte ich ja noch weiterhin Sex oder BDSM-Sessions haben, war dies für meinen damaligen weiteren Partner anscheinend eine große Umstellung.

Ich kann hier nur meine Einschätzung wiedergeben und möchte nicht für ihn sprechen. Was ich aber für mich sagen kann ist, dass die Qualität meines Sexlebens mit ihm massiv abgenommen hat.
Statt kreativer, intensiver Akte wurde ein kurzes Rüberrutschen daraus, indem es eben ausschließlich um seine Befriedigung ging, war meine durch das Orgasmusverbot anscheinend in den Hintergrund gerückt. Das ist insofern schade, dass mir mein eigener Orgasmus nie wirklich wichtig war und ich vieles auch hätte so genießen können, aber man weiß eben nie, was das mit dem eigenen und anderen Mindset macht.
Ich weiß aber auch, dass es dieses eine Erlebnis gab, indem er sich von diesem Verbot geradezu gechallenged gefühlt hat und unbedingt einen Orgasmus meinerseits provozieren wollte.
(was nicht funktioniert hat, weil ich dieses Verhalten als respektlos gegenüber den Regeln meiner D/s-Beziehung empfand und man dann eben so gut im Bett sein kann, wie man will…)

Mir war das damals gar nicht wirklich bewusst. Ich wusste nur, dass ich eben weniger Interesse an Sex mit ihm bekam und entsprechend auch weniger Sex hatte.

So gesehen war das EPE in diesem Fall wohl Fluch. Ein Fluch, der mir aufzeigte, dass dies eben auch viel Kommunikation mit eventuellen Partnern benötigt, die einfach nicht gegeben war.

Die liebe Graysexualität

Wie die meisten meiner Leser wissen: Ich bin graysexuell. Ich habe keine wirklich normale Sexualität. Ich verspüre nur selten so etwas wie sexuelle Anziehung und -wenn überhaupt- dann auch nur bei Beziehungspartnern. (aber da eben auch nicht immer, sonst würde ich mich eher mit „demisexuell“ labeln, aber genug der ganzen Mikrolabels jetzt)

Ich habe zur Zeit etwas Glück und werde 2020 vergleichsweise häufig mit dem Gefühl von sexueller Anziehung und Libido beschenkt. Drückt mir mal die Daumen, dass das so bliebt, denn ein gewisses Gefühl von Normalität in dem Bereich ist tatsächlich irgendwie einfach und befreiend.
Wie auch immer…

Früher dachte ich, dass EPE keinen großen Einfluss auf mich haben wird. Dank meiner Sexualität habe ich wenig Interesse an meinen eigenen Orgasmen. Orgasmuskontrolle war also ganz nett, aber man kann nur bedingt etwas nachtrauern, was man nicht vermisst. Und sonst?
War es für mich irgendwie einfach. Es nahm mir die Entscheidung ab, mich mit meiner Nicht-Lust zu beschäftigen. Statt jeden Tag frustriert zu sein, warum mein sexuelles Interesse nur wenig bis gar nicht vorhanden ist, war dies durch das EPE irgendwie egal. Immerhin lag es eh nicht in meiner Macht zu entscheiden, wann es sexuelle Handlungen oder Orgasmen gab. Es war nicht weiter von Bedeutung, wenn ich keine Anziehung verspürte, aber gerade benutzt werden sollte, denn der Fokus lag dabei nicht mehr auf meiner verkorksten Sexualität. Es war wunderbar. Ein Segen.

Wahrscheinlich können das nur die wenigsten nachvollziehen, aber es nahm mir irgendwie den Druck und ich denke, dass das auch dazu beiträgt, dass ich heutzutage öfter Mal mit einer Libido gesegnet bin. Was gut ist, denn plötzlich kann ich sogar mal um meinen Orgasmus bitten oder gar betteln, was sonst eben undenkbar gewesen wäre. Und ja, ich genieße das.

Jedenfalls: Wie auch meine Dom Sexualpartner verbieten kann, so kann sie natürlich auch sexuelle Handlungen mit einer Person anordnen. Da ich Personen gegenüber, die nicht meine Dom sind, quasi gar keine sexuelle Anziehung verspüre, egal wie optisch schön oder perfekt vorliebentechnisch harmonierend diese Person für mich wäre, ist das EPE hier ein gutes Hilfswerkzeug, um eben doch eine sexuelle Beziehung zueinander herzustellen. Denn Spaß am Passierten habe ich auch ohne das Gefühl der Anziehung.

Fakt ist also: EPE ist für mich -wie so viele ambivalente Dinge- Fluch und Segen zugleich, nur empfinde ich den Fluch-Teil als weniger gewichtend (zumindest für mich! :D)
Ich mag das nicht missen. Ich liebe fremdbestimmte Sexualität.

Hach.

I would never want to be a dominant

Hallo meine lieben Leser! Ich melde mich zurück mit einem Beitrag, den ich gemeinsam mit der Needie schreibe. Diesen Monat werden noch einige Einträge folgen, die ich gemeinsam mit weiteren Bloggern auf die Bühne stelle. Ihr habt also viel zu lesen! (Und ich viel zu schreiben. Zu was habe ich da nur „Ja“ gesagt?) – Naja, auch ich bin offen für diverse Herausforderungen.

Den Beitrag der lieben Needful findet ihr hier: https://neediesblog.wordpress.com/2020/07/01/warum-ich-nicht-dom-sein-kann/

Das Thema? Warum ich kein Dom sein kann/will/möchte.
Viel Spaß beim Lesen!



Schwierigkeiten…

Zuerst einmal: besagtes Thema war ein Wunsch meiner Dom und ich freue mich riesig, dass auch weitere Blogger dies aufgreifen. Ich selbst tu mich aber mit all dem irgendwie schwer und ich weiß selbst noch nicht genau, wo mich dieser Blogbeitrag hinführen wird. Ja, ich bin nicht dominant. Das zu erklären ist natürlich einfach: Ich habe keine entsprechenden Veranlagungen und es gibt mir nichts bis vergleichsweise wenig. Deswegen möchte ich nicht dominant sein.
Damit könnte der Beitrag nun enden, aber das wäre zu einfach, richtig?
Aber wie erklärt man ein Gedankenspiel, zu den man eben wenig Zugang hat?
Mich erinnert das ein wenig an eine Diskussion, in der ich zum Beispiel erklären müsste, warum mich die Farbe Gelb abstößt. Sie gefällt mir eben nicht. Sie harmoniert nicht mit mir und ich finde sie unschön. Mehr kann ich aber auch nicht dazu sagen.
Wie also eine Neigung erklären, die ich nicht habe?

Ganz einfach: mit genau den Verhaltensweisen, die ich mir als Sub wünsche, aber ich nie erwarten würde, weil ich weiß, was MICH eben aufhalten würde.

Verwirrung?

Einige meiner treusten Follower auf Twitter verwirrt dieses Thema sicher, schreibe ich doch regelmäßig von der Dynamik mit unserem Toyboy. Wie ich aber bereits schrieb: Ich würde mich nicht als dominant ihm gegenüber beschreiben. Ich habe ein Sammelsurium an kreativen Aufgaben im Kopf, ich werde gern mit Tee und Essen betüddelt und ich bin ein bisschen schadenfroh. Im Prinzip nutze ich eher meine Brat-Seite, als wirklich dominant zu sein. Für jedes Leiden meinerseits, lass ich mir etwas einfallen, dass ihn doppelt leiden lässt. Aber wir bleiben letztendlich Leidensgenossen und ich habe ihn betreffend auch nicht das letzte Wort. Möchte ich auch gar nicht, immerhin bin ich nicht dominant – wo wir nun wieder beim eigentlichen Thema wären…

Das Konzept von D/s…

Ja, ich weiß, dass ich als dominante Person natürlich meine D/s-Beziehung so gestalten könnte, wie ich das möchte, allerdings kann ich berits mit den meisten Beziehungskonzepten dieser Art nicht viel anfangen. Während ich mir als Sub gern ein ganzes Regelwerk wünsche, kann ich auf dominanter Seite nicht nachvollziehen, wo der Reiz bei eben jenen liegt. Ja, natürlich. Manche Regeln dienen der Selbstverbesserung der Sub, aber dieses Wissen reicht mir einfach nicht aus, um diesen Extra-Engagement nachzugehen, jeden Tag deren Einhaltung zu kontrollieren. Das ist in meinem Verständnis als Sub ein extremer Aufwand für sehr wenig Mehrwert. Und wenn es dann noch ein ganzes Regelwerk sein soll, dann ist dies eben auch eine mentale Belastung, der ich dauerhaft nicht standhalten könnte. Ich verstehe einfach nicht, wie der Reiz der Kontrolle den Aufwand aufwiegen kann.

Und dann liegt es eben auch noch in meinem Ermessen zu entscheiden, welche Aufgaben und Regeln meinem Verständnis von „Aufgabe erfüllt“ entsprechen. Wo wir beim nächsten Problem wären:

Unangebrachter Perfektionismus?

Ich denke dabei an den Tweet einer Userin, die die Aufgabe hatte, Punkt 18:00 Uhr im Bad zu sein. Sie betrat das Bad zwei Minuten später und ärgerte sich natürlich über das nicht-erfüllen ihrer Aufgabe, während ihr Dom zufrieden mit ihr wäre.
Meine Dom kommentierte diesen Tweet, dass auch für sie die Aufgabe wäre und diese kleine Verspätung in ihrem zeitlichen Rahmen liegen würde.

Haha.

Bei mir definitiv nicht. Ich wäre wahrscheinlich der Typ Dom, der schon zwei Minuten vorher skeptisch die Augenbraue hebt, wieso nicht der Gang ins Bad angetreten wird.
Ich hasse Verspätungen und ich hasse es, wenn der Rahmen von Aufgaben gedehnt wird.
Oh – und ich würde es sofort persönlich nehmen, wenn diese Aufgabe eben nicht so erfüllt wird, wie ich mir das vorstelle. Ja, gut, dass ich kein Dom bin. Ich hätte wohl viel Verständnis für an mich herangetragene Gründe, aber sobald ich diese wohl nicht nachvollziehen könnte, würde es mich kränken.
Letztendlich die Herleitung zu oben: Ich habe in meinem Verständnis von Aufgaben wenig Mehrwert. Und wenn ich nun schon die Mühe auf mich nehme, mir kreative Aufgaben auszudenken, um Sub zu beschäftigen, so hinterlässt dies dann ein Gefühl in mir, dass diese Mühe nicht gewürdigt wird. Dann lass ich es das nächste Mal eben, denn letztendlich kann ich kein positives Feedback geben und Sub müsste meinen Unmut aushalten. Und eigentlich möchte ja niemand seine Sub unglücklich sehen, oder?
Meine Ansprüche an das Erfüllen einer Aufgabe – und ich meine damit keine FUNishments, sondern eben ernsthafte Ansprüche – wären so dermaßen schädigend für die gesamte Dynamik, dass letztendlich beide darunter leiden würden.

Als Sub habe ich das Ganze eben in meinen Händen. Ich kann mit meinen eigenen Ansprüchen umgehen. Das mache ich immerhin schon mein eigenes Leben. Aber ich vermeide es eben, meine Ansprüche auf andere zu projizieren.

Strafe? Häh?

Nun, erfüllt Sub ihre*seine Regeln nicht, folgt in den meisten D/s-Beziehungen eben eine Strafe. Während ich als devoter Part die Strafe sehr genieße und schätze, weil sie eben Zeichen von Konsequenz ist und mich an Unaufmerksamkeiten erinnert (aber die ich natürlich trotzdem um jeden Preis vermeiden will), verfolge ich auf dominanter Seite ein ganz anderes Mindset.
Ich verstehe nicht, warum es zu strafen gilt. Entweder, es liegt in Subs Interesse, die Aufgabe eben so auszuführen, wie ich es aufgetragen habe oder es gibt Gründe, warum Sub das eben nicht so machen kann. Und wenn Sub für sich entschieden hat, dass dies in Konflikt steht, dann ist das eben so?
Letztendlich gehe ich von einem Konzept von „Be your best self“ aus. Und wenn ich Sub auftrage, täglich genug zu trinken und dies nicht funktioniert, dann wird dies auch nicht fruchten, wenn ich das eben bestrafe. Wenn das nicht funktioniert, dann entfällt die Regel eben. Ich bin ja letztendlich nicht Aufsichtsperson oder Therapeut, sondern eben Dom. Ich würde eben nur unterstützen wollen.
Mehr Verantwortung für eine Person will ich einfach nicht tragen…

Verantwortung

Letztendlich wohl der offensichtlichste Punkt. Und auch am einfachsten zu erklären:
Ich vertraue vielen Menschen nicht gut genug, damit ich ihnen glaube, dass sie sich selbst einschätzen können. Und das ist nun mal wichtig, denn ich muss mich auf Subs Wort verlassen, wenn es darum geht, eine Session zu planen. Und dabei möchte ich nicht die Verantwortung übernehmen, wenn Sub beispielsweise Probleme hat, das Safeword zu sagen, weil sie zu stolz ist, es aber nötig wäre. Oder Sub sich im Höhenflug selbst überschätzt und dann abstürzt, weil Praktik x vielleicht doch noch etwas zu früh war, obwohl sie gerade von Sub-Seite gewünscht war.
Ich bewundere jeden Dom, der immer alles im Blick hat. Von dem Empathie erwartet wird, Feingefühl, Fingerspitzengefühl, ein Gefühl für Subs Lust, etc.
Und ich halte nichts davon, dass Sub die Verantwortung für sich selbst mit der Session abgibt und am Ende Dom allein die Schuld trägt, wenn etwas in der Session schief geht. (Ich rede hier trotzdem von einer Session, in der das technische know-how stimmt und alles consensual ist – das versteht sich hoffentlich)
Das sind eben enorm viele Erwartungen, die da an einen Dom gestellt werden – die möchte ich nicht tragen. Nicht in diesem Maß. Simple as that.

Und noch eine Kleinigkeit: Habt ihr einem Menschen mal wirklich weh getan? Ich meine kein necken, kein ärgern. Nein, einem Menschen, den ihr vielleicht sogar liebt? Der vor Schmerz weinen möchte, weil er sich das wünscht? Ich habe da zu viele Hemmungen. Ich bin kein Sadist, der diesen Masochismus befriedigen könnte. Wahrscheinlich müsste ich mich als Top nach so einer Session mehr zusammensetzen, als der Masochist selbst Aftercare braucht.
Ernsthaft, wie macht ihr Sadisten das?

Seltenheit vs Gewohnheit im D/s [kurz und schmerzlos]

Hallo meine lieben Leser! Ich werde in der kommenden Zeit meinen Blog etwas aufräumen und umgestalten und dazu passend eine neue Kategorie anlegen. Sie trägt den Titel „kurz und schmerzlos“. Diese Beiträge werden nicht die gewohnte Länge meiner üblichen Posts haben, sind aber für einen Twitter-Thread auch zu lang. Ich würde sagen, sie sind etwas für den schnellen Lesehunger zwischendurch 😉

Heute starte ich gleich mit einem Beitrag dieser Kategorie. Es geht um die Häufigkeit des Wiedersehens innerhalb einer Beziehung, speziell natürlich (m)einer D/s-Beziehung.

Viel Spaß beim Lesen!


Die liebe Entfernung…

Ich lese inzwischen gehäuft auf Twitter, dass die Begegnungen zwischen Dom und Sub sich für die Beteiligten stets besonders anfühlen wird und die Vorfreude nicht so groß wäre, wenn diese beiden Personen zusammenleben würden. Die Treffen sind rar und deshalb immer ein aufregendes Erlebnis und beispielsweise ein gemeinsamer Haushalt würde diese Besonderheit mindern.

Vorab: Dies für sich zu entscheiden, ist natürlich für die entsprechenden Personen vollkommen legitim. Es liegt mir auch fern, ihnen dies abzusprechen. Als Sub, die aber sowohl Fernbeziehung, als auch das Zusammenleben mit der Dom in einem Haushalt kennt, möchte ich gern einfach meine Sicht auf das Ganze anfügen. Das kann natürlich selbstverständlich wieder jeder anders sehen und das ist in Ordnung so.

Ja, auch ich empfand Zeiten meiner Fernbeziehung immer eine riesige Vorfreude auf kommende Treffen. Diese Vorfreude ist -verglichen mit der Zeit, mit der ich nun mit meiner Dom zusammenlebe – weniger intensiv und irgendwie anders. Das soll nicht heißen, dass ich mich jetzt nicht auch auf ein freue, sollte ich einige Tage von meiner Partnerin getrennt sein. Im Gegenteil – ich liebe diese Art des Vermissens und das Wissen, dass ich in zählbaren Tagen wieder mit ihr vereint bin – nein, die Fernbeziehungs-Vorfreude ist so intensiv wie eine Achterbahnfahrt.
Ich hatte das Gefühl, ich fiebere nur noch diesem einen Moment nach. Ich warte irgendwie nur noch auf Tag X des Wiedersehens in meiner Vorfreude, sodass diese den gesamten Raum für Freude auf andere Ereignisse einnimmt. Das klingt vielleicht nicht gesund, aber wenn man sich gar Monate nicht gesehen hat, dann ist dies eben das einzige Event, auf das ich hingefiebert habe – zumindest emotional gesehen. Und die Treffen waren stets Höhenflüge. Und der Abschied war irgendwie immer unerträglich schmerzhaft. Gut, ich war zu diesen Zeiten auch noch einige Jahre jünger, aber ich weiß, dass keine Vorfreude der Welt dieses Gefühl der Unwissenheit aufwiegen kann, wann es zu einem nächsten Treffen kommt. Denn das war für mich die Schattenseite der Fernbeziehung. Wenn kein Datum im Raum stand, wann es zu einem Wiedersehen kommen könnte. Und das ist ein Gefühl von einem Schwebezustand, der mich innerlich wirklich zerfrisst. Ich hasse dieses Gefühl und ich hoffe einfach, dass ich es nicht sehr oft fühlen muss. Denn genau dieser Zustand ist es, der -wenn – bei mir diesen Sub-Drop ausgelöst hat. Ich, die nach der Abreise allein mit meinen unglaublichen Glücksgefühlen war, zwar virtuell emotionalen Support bekam, aber letztendlich doch allein war.

Nun teile ich mir den Haushalt mit meiner Partnerin und das alles fällt weg. In irgendeiner Weise ist das ein emotional sehr bequemer Zustand, weil ich mich mit den oben beschriebenen Gefühlswelten nicht mehr beschäftigen muss. Ich muss nicht mehr Wochen oder gar Monate auf ein Treffen warten und meinem ungestillten Verlangen Raum geben. Ich werde auch nicht mehr enttäuscht meine stundenlange Heimreise antreten, wenn ich nach Wochen der Abstinenz mein Gegenüber wiedersehe, es aber aus irgendwelchen Umständen zum Beispiel zu keiner Session kommt und ich quasi noch einmal auf ein weiteres Treffen warten muss. (was ich nie jemandem zum Vorwurf mache oder gemacht habe, versteht sich)
Aber ich hatte in Zeiten der Fernbeziehung natürlich auch eine andere Erwartungshaltung auf Wiedersehen, verglichen mit dem Zusammenleben. Habe ich beispielsweise Migräne, lässt sich leicht sagen, dass das Geplante einfach um einige Tage verschoben wird. Diesen Luxus habe ich an einem begrenzten Wochenende nicht. Da wäre ich irgendwie erlebnishungriger.
Und ich genieße einfach das Wissen, dass das gemeinsame Einschlafen nebeneinander ein ständiger Begleiter meines Lebens ist und kein Luxus, den ich wenige Male im Jahr genießen kann. Und vielleicht liebe ich das auch ein bisschen zu sehr, um je wieder auf unbestimmte Zeit(!) eine Fernbeziehung meiner Dom zu führen.
Ich weiß auch, dass ich quasi das Privileg habe, dass ein Zusammenleben überhaupt möglich ist und das viele Personen, die in dieser Situationen sind aus Gründen eben nicht häufiger sehen können.
Deswegen noch einmal: Ich verurteile solche Aussagen nicht und ich respektiere sie.

Abschließend lässt sich vielleicht etwas zynisch sagen, dass (mein früheres?) Ich vielleicht auch nicht für eine intensive D/s-Beziehung auf Distanz gemacht ist und ich auch emotional ein bisschen bequem bin. Aber so, wie nicht jeder für eine polygame Beziehung gemacht ist, hält eben nicht jeder den Turbulenzen der Entfernung stand.

Erzählt mir gern via Twitter-Kommentar oder hier, wie das bei euch ist!

Die nervige Brat – die Antwort einer Brat

Hallo meine lieben Leser! Lang, lang ist’s her, seit ich meinen letzten Post verfasst habe. Irgendwie stecke ich 2020 in einem KreaTIEF und weiß nicht wirklich etwas mit meinem Geschreibsel anzufangen. Heute juckt es mich aber ein bisschen in den Fingern. Vielleicht bin ich also zurück! Wer weiß? Wer es nicht mitbekommen hat: ihr findet meine Fearplay-Story „Rusted Blood“ in der vorletzten Ausgabe der SCHLAGZEILEN. 🙂 Nun aber viel Spaß beim Lesen des heutigen Artikels!



Die nervige Brat?

Ich stieß in meiner Twitter-Timeline auf einen weiteren Blog einer Sub, die einen Post veröffentlichte, in dem sie quasi mit Brats abrechnete.
Hier ist besagter Beitrag:

http://sub-space.de/2020/05/23/warum-mich-die-brat-nervt/

Zuerst einmal: Ich liebe provozierende Beiträge und noch mehr liebe ich Beiträge, die zu einem Thema sticheln, welches mich betrifft oder ich sehr gern habe. Das bereichert mich ungemein und so konnte ich nicht anders, als die Autorin via Kommentar zu fragen, ob ich zu ihrem Post Stellung nehmen darf – eben als Brat.

Vorab: Ich respektiere ihre Meinung und ich spreche nachfolgend nicht für alle Brats. Das liegt mir fern, weil ich weiß, wie unterschiedlich wir sein können. Viel eher habe ich das Ziel, meine Art der „Brattyness“ in einen Zusammenhang mit D/s zu bringen, der der Autorin nicht völlig fern liegt. Ich weiß nicht, ob mir das gelingt. Ich möchte sie auch nicht von ihrer Meinung abbringen – nur vielleicht um eine Sichtweise bereichern, also teilt mir zum Ende hin gern mit, was ihr denkt. Und ich wette, auch sie freut sich über Feedback!

Ich habe ein bisschen hin- und herüberlegt, ob und wie ich diesen Beitrag gestalte, das ich mich mit dem Bild der Brat, welches die Autorin von jenen hat, nicht wirklich identifizieren kann. Da ich nicht weiß, ob man meine Twitter-Präsenz verfolgt oder sie meinen Blog liest, fasse ich einmal kurz zusammen:

Ich bin keine Anfängerin im BDSM-Bereich und BDSM ist auch Teil meines Lebens und Alltags und nicht nur des Schlafzimmers. (Anm: nichts davon ist schlimm oder weniger BDSM, etc, es ist dann eben anders als mein BDSM – ich erwähne es nur, weil der Ursprungspost dort ansetzt)
Ich lebe D/s 24/7 und auch, wenn ich erst 24 bin, konnte ich schon mehr Erfahrungen sammeln, als manch andere Personen.
Ich bin auch keine Brat, dessen Submission sich meine Dom immer wieder verdienen muss. Und ich bin keine Brat, die ihr Halsband achtlos in die Ecke wirft, wenn Dom nicht anwesend ist. Ich liebe jedes meiner Zugehörigkeitssymbole über alles und nichts liegt mir ferner.
Zudem würde dies meine Dom ernsthaft kränken. Und wenn ich als Brat eines NICHT möchte, dann meine Dom bloßzustellen, zu kränken, ernsthaft zu demütigen oder ihr in irgendeiner Weise ein unangenehmes Erlebnis zu bereiten.
Zumal das Abnehmen des Halsbands für mich einer Höchststrafe gleich käme. Das ist eine der schlimmsten, psychischen Gesten, die ich mir ausmalen kann.
Apropos Strafe: Ich bin bisher um die wirklich schlimmen Strafen herum gekommen, kenne aber ihr Maß und ja, ich möchte diese nicht erleben. Ich bin also fähig, die von der Autorin von Brats geforderten „Strafe“ (ich meine, viele nutzen dafür den Ausdruck „Funishment“) von einer lehrreichen Sanktion zu entscheiden.

Wovon kann ich mich aber nicht freisprechen?
Ich bin eine Attention Whore. Ja. Ich liebe jede Art von Aufmerksamkeit. Ich liebe ein gefülltes Regelwerk, ich liebe die Zeit in Sessions, ich liebe Aufgaben und ich liebe die kleinen Gesten des Alltags- eine Ohrfeige, ein Griff an den Hals, ein Schlag mit der Hand in den Intimbereich, etc.
Ich liebe die Aufmerksamkeit meiner Dom – und hier kommt eine der Faktoren, die mich von vielen Brats unterscheiden- ich empfinde keinen Spaß daran, Regeln bewusst zu brechen oder Aufgaben einfach nicht zu erfüllen. Ich möchte ja diese Regeln und ich möchte Aufgaben und das schlimmste, was mir passieren könnte, wenn ich die Regeln breche, wäre die Option, dass diese einfach wegfallen. Und das möchte ich nicht. Ich möchte jedes Machtgefälle spüren und meinen Perfektionismus im Erfüllen der Aufgaben für meine Dom ausleben.
Auch wieder hier: Wenn sie mir eine Aufgabe aufträgt, die ich nicht erfülle, dann arbeitet das nicht positiv mit meiner Dom – und ich möchte Provokationen erreichen, die bei ihr eine Augenbraue nach oben wandern lassen, die mich mit ihrem Blick fixieren, wie eine Raubkatze und das dieses leise „Achso“ aus ihren Lippen entweichen lässt, welches ich so liebe und Konsequenzen androht.

Dann folgt jetzt wohl die Frage: Wie provoziere ich?

Ich provoziere zwei Arten von Personen: meine Dom und alle anderen 😀
Um das Ganze besser zu verstehen, gebe ich einfach mal einige Beispiele:

Zwischen meiner Dom und mir würde folgender Dialog stattfinden:
Sie: Bitte koch mir einen Kaffee.
Ich: Was wäre denn, wenn ich ihn nur koche und man ihn allein holen müsste?“
Sie: „Find es doch heraus.“

Nun, dieser Dialog ist natürlich nicht alltäglich. Im Großteil aller Fälle würde ich ihr den Kaffee selbstredend auch bringen. In diesem Fall eröffne ich aber nur eine Alternative, ohne gegen die mir aufgetragene Aufgabe zu verstoßen. Meine Dom hätte nun auch sagen können, dass sie ihren Kaffee wie immer möchte, meine Nachfrage ignorieren, oder aber jede sonstige Möglichkeit wählen können, um ihr Heißgetränk ohne Spiel zu bekommen. Nun schenkt sie mir aber eine Einladung, die Brat zu sein, die ich in mir trage. Und diese Einladung darf ich annehmen – wenn ich eben glaube, das Echo zu vertragen.
Das ist unser Spiel in dieser D/s-Dynamik. Vielleicht hat die Autorin also Recht, wen sie schriebt, dass Brat-Sein irgendwie ein Hobby ist, denn auf meine D/s-Dynamik passt das sogar irgendwie.
Meine D/s-Beziehung genießt das Privileg, zwischen meiner Submission und der Brat wählen zu können, je nachdem, welche Facette sie gerade möchte. Denn meine Dom liebt diese Momente, in denen ich monatelang jeden Tag perfektionistisch meine Regel, am Tag genug zu trinken, einhalte, nur damit ich am Tag der Zeitumstellung mit einem Grinsen frage: „Wenn ich schlafen gehe und um 3 aufwache, während sich die Uhr zurück auf 2 Uhr stellt- und dann etwas trinke, zählt das für den alten oder den neuen Tag? Obwohl dies letztendlich irrelevant sein wird, weil ich bis dato eh meine Flüssigkeitsmenge zu mir genommen habe.
Ich kann es mir erlauben, den einen oder anderen schnippischen Spruch zu summen, weil meine Dom es genießt, darauf zu reagieren. Und meine Dom kann in der nächsten Sekunde die brave, folgsame Sub fordern und wird sie bekommen. Die Entscheidung liegt bei ihr und das macht es in meinen Augen zu D/s.

Spannender und wesentlich umfangreicher ist die Art, wie ich anderen als Brat gegenübertrete. Es war keine seltene Situation, dass ein (dominanter) Besuch etwa äußerte, wie:
„Wie gern würde ich J. jetzt ohrfeigen dafür.“
und meine Dom amüsiert lächelte und etwas sagte, wie: „Versuch es doch“.
Und das ist ein Signal, bei dem beginnt der Spaß für mich als Brat erst richtig.
Dem Gegenüber in einem Ninja-Style ausweichen, selbstgefällig grinsen und der Person sagen, dass sie das mit dem Zielen lieber noch einmal üben sollte.

Zum Beispiel.
Natürlich könnte meine Dom auch sagen, dass ich still halten und die Ohrfeige annehmen soll-
dann würde ich natürlich gehorchen. Aber so? So ist das wieder diese Einladung, die Brat in mir herauszulassen. Und meine Dom liebt diese Seite. Und ich habe das Gefühl, der eine oder andere Besuch liebt sie noch mehr.
Außerdem ist diese Art der Provokation eine schöne Geste, um die eigene D/s-Beziehung auf ein Podest zu setzen – auch fremden Augen gegenüber.
Während der Gast es nicht schafft und noch von mir verbal getrietzt wird, kann ich vor meiner Dom knien, ihr die Wange hinhalten und still halten – weil Submission eben ein Privileg meiner D/s-Beziehung ist.

Ich denke nicht, dass sich meine Art Brat zu sein mit dem Wunsch, es meiner Dom eher leichter machen zu wollen oder sie quasi blind zu verstehen, im Widerspruch stehen. Zu Wissen, was Dom möchte, ergibt sich größtenteils aus einer Kombination aus Ritualen, bekannten Handlungsabläufen, bekannten Handzeichen und/oder Mimik + Gestik und der Fähigkeit, die Gedankenstrukturen des Gegenüber zu kennen. Ich sehe nicht, dass dies im Konflikt mit der Facette Brat steht.

Ich muss sagen, ich stehe diesem „einem Dom völlig selbstlos dienen“, wie es im Blog angesprochen wird, auch eher kritisch gegenüber, da diese Aussage in meinen Augen völlig romantisiert ist. Würde ja voraussetzen, dass Sub niemals die Beziehung beenden wird, weil jeder Grund völlig selbstlos hinten angestellt wird. Und ich denke, jeder hat dort irgendwo und irgendwann seine Grenzen – aber ich schweife ab. Der Gedanke, dass es eben nicht nur um Sub geht und Sub auch Dinge ohne Mehrwert für sie macht, weil Dom es möchte – den teile ich ja.

Da der Blog mit einem kleinen Seitenhieb endet, werde ich auch diesen so beenden:
Wenn solch ein Brat-Verhalten wirklich die Magie von D/s zerstört, wie im Blog als möglich beschrieben, liegt die Vermutung im Raum, dass diese Magie vielleicht einfach nicht sehr stabil ist.

Ich freue mich, von euch zu lesen!